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Schnelle Knipser

Sechs aktuelle Digitalkameras im Test

01.09.2008 Ein gelungenes Foto bringt die Erinnerung an den Urlaub oder einen bestimmten Moment sofort wieder zurück. Eine gute Digitalkamera trägt viel zu einem solchen Foto bei. LinuxUser hat sechs Modelle getestet.

Digitalkameras haben inzwischen die herkömmlichen Kleinbild- und Spiegelreflexkameras nahezu völlig vom Markt verdrängt. Die technisch ausgereiften Digicams bieten zudem oft Sonderfunktionen – vom MP3-Player über den interaktiven Stadtplan bis zu hochauflösenden Videos.

Kodak V1253

Die Kodak Easyshare V1253 nimmt mit ihrem 12 Megapixel-Sensor neben Fotos auch Videos mit einer Auflösung von bis zu 1280 x 720 Punkten mit Stereo-Ton auf. Ansonsten gibt sich die Kamera eher unspektakulär: Sie verfügt über ein in dieser Klasse übliches Objektiv mit dreifachem optischem Zoom und einen eingebauten Blitz. Das sehr große und helle TFT-Display im 16:9-Format nimmt nahezu die gesamte Rückseite des Kameragehäuses ein.

Auf einen optischen Sucher hat Kodak verzichtet. Die Bedienelemente fallen etwas gewöhnungsbedürftig aus, erweisen sich jedoch als logisch durchdacht. Die Grundfunktionen erreichen Sie über wenige, beleuchtete Tasten auf der Oberseite des Gerätes. Für detailliertere Anpassungen stehen auf der Geräterückseite vier Tasten und ein Mini-Joystick bereit.

Weniger einfach gestaltet sich die Verbindung der V1253 mit einem Computer: Kodak verwendet dazu einen proprietären Anschluss, der nur zur Kodak-Dockingstation passt. Haben Sie diese nicht zusätzlich erworben, müssen Sie die Kamera über einen speziellen USB-Adapterstecker an den Rechner anschließen (Abbildung 1). Sie benötigen den Adapter auch zum Aufladen des Spezial-Akkus der Kamera, wenn kein Netzteil zur Hand ist. Geht der filigrane Stecker verloren, so können Sie weder den Akku in der Kamera aufladen, noch Daten von der V1253 zum PC übertragen.

Abbildung 1: Kodak setzt leider immer noch auf proprietäre Anschlüsse.

Wenig erfreulich fällt das Handbuch aus: Zwar liefert der Hersteller eine mehrere hundert Seiten dicke Anleitung mit, die jedoch nur magere 26 Seiten auf Deutsch enthält. Eine etwas umfangreichere Dokumentation, die auch über die Grundfunktionen hinausgeht, bringt die mitgelieferte CD-ROM mit.

Praktischer Einsatz

Die V1253 macht als Fotoapparat einen eher durchwachsenen Eindruck: Mit der Programmautomatik angefertigte Bilder neigen insbesondere bei höheren ISO-Einstellungen zu deutlichem Rauschen und Fehlbelichtung. Bei starken Kontrasten, wie sie beispielsweise bei Aufnahmen mit Gegenlicht auftreten, zeigt die Kodak beim Weißabgleich deutliche Schwächen (Abbildung 2), was das manuelle Nachregeln unumgänglich macht.

Abbildung 2: Der automatische Weißabgleich der Kodak Easyshare V1253 gelingt nicht immer wie gewünscht (links). Zu starke Kontraste verhindern Sie über einen manuellen Weißabgleich (rechts).

Ein weiteres Manko offenbart sich bei hohen Auflösungen und höherem Zoomfaktor: Da die Kodak nur über einen digitalen Bildstabilisator verfügt, verwackeln die Aufnahmen hier sehr leicht. Immerhin blendet die Kamera ein kleines Handsymbol auf dem Display ein: Bleibt es grün, wird das Foto scharf. Erscheint es in Gelb, empfiehlt Kodak, die Aufnahme zu wiederholen – Pech, wenn es sich dabei um einen Schnappschuss handelte!

Nützlich ist die Justierfunktion der Kamera, die es erlaubt, ein Foto um 90 Grad zu drehen. So lassen sich auch Bilder im Hochformat auf dem vollen Display betrachten. Diese Funktion steht auch bei Videos (mit Ausnahme von HD-Filmen) zur Verfügung.

Sehr gut gefällt die V1253 bei Videos: Während der Aufnahme gestattet die Kamera stufenloses Hinein- und Hinauszoomen, sodass Sie bei bewegten Objekten stets korrekt auf das Motiv fokussieren können. Auch bei schwierigeren Lichtverhältnissen fertigt die V1253 hochqualitative und farbechte Videos an, wobei die Tonqualität in Stereo ebenfalls weit überdurchschnittlich ausfällt.

Die Videos speichert die Kamera im Quicktime-Format ab. Je nach Distribution benötigen Sie zum Betrachten unter Linux also noch zusätzliche Codecs – MPlayer, VLC und Xine spielen das Format aber von Haus aus ab. Ein Manko stellt der fehlende HDMI-Ausgang der Kamera dar. Um die angefertigten Videos auch in bester Qualität am Fernseher betrachten zu können, brauchen Sie die bereits erwähnte Dockingstation, die Kamera selbst unterstützt nur die PAL-Ausgabe.

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LinuxUser 06/2012

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