Paketmanagement

Anstelle von Gentoos Portato-GUI nutzt Sabayon den grafischen Paketmanager Spritz (Abbildung 5) als Frontend zum Paketmanagementsystem Portage. Das Python-Tool erleichtert den Umgang mit dem Emerge-System sehr, setzt allerdings trotzdem etwas an Vorwissen voraus. Nachdem Sie ein Paket oder die Updates zur Installation markiert haben, landet dieses zunächst in der Warteschlange. Welche Pakete sich darin befinden, zeigt Ihnen ein Klick auf das Icon Package-Queue an (zweites Symbol von unten).

Um die ausgewählten Pakete zu installieren, wählen Sie hier Process Queue. Spritz lädt dann das Paket mit sämtlichen Abhängigkeiten im Quellcode herunter und kompiliert es. Ein Update dauert deshalb – je nach Paketgröße und CPU-Leistung – deutlich länger als bei einer Distribution, die mit fertigen Binärpaketen arbeitet. Etwas störend wirkt, dass der Update-Manager während des Updates per Popup-Fenster stets auf die Zahl der noch ausstehenden Updates hinweist. Immerhin hat man dadurch einen guten Eindruck, wie lange der Vorgang dauert.

Nach dem Update zeigt der Paketmanager eine Liste von Konfigurationsdateien an. Über Changes und Bearbeiten lassen Sie sich die Unterschiede zwischen der ursprünglichen Datei und der Update-Version anzeigen. Für jede einzelne Datei haben Sie die Wahl zwischen Merge und Delete. Im ersten Fall führt der Paketmanager die zwei Konfigurationsdateien zusammen, im letzten löscht er die alte Konfigurationsdatei. Merge stellt also die beste Wahl dar, wenn Sie nicht genau wissen, was Sie tun. Eine kurze Einführung in das Portage-System finden Sie auch auf der Sabayon-Homepage [3], weitere Tipps liefert ein LinuxUser-Artikel [4] zum Thema.

Abbildung 5: Sabayon bringt ein eigenes grafisches Frontend für das Gentoo-Paketmanagement mit.

Gut gelöst

Sabayon legt viel Wert auf ein schönes Design. Der Einsatz von Farben dient dabei aber nicht nur zur Zier, sondern hat auch eine Funktion: So erscheint die Menüleiste von KDE-Programmen für normale Benutzer in Blau, starten Sie hingegen ein Programm als root, sehen Sie eine rote Menüleiste (Abbildung 6). Ebenfalls gut gefällt die Anordnung der zwei KDE-Panel mit dem Systemabschnitt und dem Arbeitsflächen-Umschalter auf dem oberen Panel und dem Menü und der Fensterleiste auf dem unteren.

Abbildung 6: Die rote Menüleiste weist Sie darauf hin, dass Sie Kwrite mit Rootrechten gestartet haben.

Funktioniert etwas nicht wie gewünscht oder haben Sie Fragen zu Sabayon, hilft ein Klick auf das Symbol Get Live Help auf dem KDE-Desktop. Dahinter verbirgt sich das Chat-Programm Konversation, das sich automatisch mit dem Sabayon-Channel auf http://irc.freenode.net verbindet. Hier findet sich eigentlich immer jemand, der sich mit dem System gut auskennt und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht – allerdings meist nur in englischer Sprache.

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