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Korrekturbedarf

Fotos nachbessern mit Gimp 2.4

Farbsäume an Kanten

Bei der chromatischen Aberration (auch bekannt als "Purple fringing") handelt es sich um einen Farbfehler. Sie erkennen ihn an roten Farbsäumen (Abbildung 4) um die Objektränder. Der Effekt tritt vor allem beim Verwenden qualitativ minderwertiger Objektive auf und hängt von der verwendeten Brennweite und dem Blendenwert ab. Die Störung tritt speziell dann in Erscheinung, wenn Sie dunkle Objekte gegen einen hellen Hintergrund (zum Beispiel den Himmel) fotografieren.

Abbildung 4

Abbildung 4: Links sehen Sie ein Bild mit chromatischer Aberration. Das rechte Bild zeigt das korrigierte Resultat nach Einsatz des Script-Fu-Plugins Purple Fringe Fix.

Gimp bringt von Haus aus keine Funktion mit, um solche Fehler zu korrigieren. Deswegen laden Sie dazu das Script-Fu-Plugin "Purple Fringe Fix" [2] herunter und kopieren es in den Skript-Ordner Ihrer Gimp-Installation. Rufen Sie danach im Werkzeugfenster den Menüpunkt Extras auf und wählen Sie Script-Fu | Scripte auffrischen aus.

Öffnen Sie jetzt das zu bearbeitende Bild. Im Bildmenü finden Sie nun den zusätzlichen Menüpunkt Script-Fu | Purple Fringe Fix, den Sie anwählen. Die voreingestellten Werte (Abbildung 5) liefern bereits bei den meisten Fotos gute Ergebnisse. Falls Sie das Resultat nicht zufriedenstellt, machen Sie die Bearbeitung mit [Strg]+[Z] rückgängig und passen die Werte mit Hilfe der Regler an Ihre Bedürfnisse an.

Möchten Sie das Bild danach mittels einer Maske bearbeiten, lassen Sie die Option Flatten image im Filterdialog deaktiviert. In diesem Fall ist es dann auch nicht möglich, das Script ein weiteres mal auf das Bild anzuwenden.

Abbildung 5

Abbildung 5: Mit dem Script-Fu-Plugin "Purple Fringe Fix" korrigieren Sie in wenigen Schritten chromatische Aberrationen.

Hotpixel

Die so genannten Hotpixel entstehen durch einzelne, defekte Pixel des CCD-Sensors. Die meist blau, rot oder grün leuchtenden Bildpunkte treten vor allem bei Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten in Erscheinung. Gimp bietet hier zwei Möglichkeiten zur Korrektur. Welche davon effizienter arbeitet, hängt davon ab, wie viele der farbigen Pixel auf dem Foto vorkommen.

Treten nur vereinzelte Hotpixel im Bild auf, entfernen Sie diese manuell mit dem Kopierstempel ([C]). Mit diesem klonen Sie benachbarte Bildbereiche in der entsprechenden Größe und fügen Sie an der Stelle des Pixels ein. Aktivieren Sie das Werkzeug und wählen Sie die Pinselgröße so aus, dass sie nur minimal größer als das zu überdeckende Bereich ausfällt. Beim Drücken von [Strg] erscheint ein Kreuz im Cursor. Wählen Sie damit den passenden Bildbereich und drücken Sie die linke Maustaste, um die Auswahl zu übernehmen. Positionieren Sie nun den Mauszeiger über dem Hotpixel und drücken Sie erneut die linke Maustaste, um den gewählten Bereich dorthin zu kopieren. Bei manchen Fotos ist es notwendig, die Stelle mit dem Werkzeug Bild verschmieren ([S]) noch etwas nachzuarbeiten.

Enthält das Bild sehr viele Hotpixel, erweist sich das manuelle Entfernen schnell als zu umständlich. In diesem Fall benutzen Sie den Filter Flecken entfernen..., den Sie im Menü unter Filter | Verbessern erreichen. Eigentlich ist er dazu gedacht, kleine Schadstellen im Bild zu korrigieren; er eignet sich aber auch bestens dazu, die Hotpixel zu beseitigen.

Sie können den Filter zwar auf das gesamte Bild anwenden, doch erzielen Sie bessere Ergebnisse, wenn Sie die entsprechenden Stellen vorher mit dem Auswahlwerkzeug markieren: Durch den Einsatz von Flecken entfernen kommt es an den bearbeiteten Stellen zu einer leichten Unschärfe.

Aktivieren Sie die Vorschau und positionieren Sie das Vorschaubild an einer Stelle mit vielen Hotpixeln. Sobald Sie die Option Anpassen einschalten, trifft das Programm die Einstellungen für den Radius automatisch. Den Schwellwert Schwarz wählen Sie möglichst niedrig, den Schwellwert Weiß möglichst hoch. Dadurch erfasst der Filter vornehmlich bunte Pixel, die sich in schwarzen oder weißen Flächen befinden, und entfernt sie.

Bei einigen Fotos arbeitet Flecken entfernen nicht optimal: Bei genauem Betrachten fallen nach der Anwendung oft noch vereinzelte rote Pixel im Bild auf. Diese müssen sie wie beschrieben manuell korrigieren. Je nachdem, wie oft Sie den Filter angewendet haben, müssen Sie das Foto abschließend über Filter | Verbessern | Schärfen... noch etwas nachschärfen.

Glossar

Hotpixel

Diese Fehler entstehen durch einzelne, defekte Pixel des CCD-Sensors. Es entstehen einzelne blau, rot oder grün leuchtende Bildpunkte. Hotpixel treten vor allem bei Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten in Erscheinung.

Infos

[1] Gimp: http://www.gimp.org

[2] Gimp-Plugin "Purple Fringe Fix": http://registry.gimp.org/node/185

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