Gentoo 2008.0-r1 im Kurztest

Solide Basis

Mit einem schicken Installer und einer grafischen Oberfläche erlaubt die Gentoo 2008.0r1 Live-CD das Installieren des Expertensystems mit nur wenigen Mausklicks.

README

Gentoo Linux hat den Ruf, ein System für Spezialisten zu sein. Mit der vorliegenden Live-CD haben Sie die Möglichkeit, dass System ohne Risiko auszuprobieren und bei Gefallen mittels grafischem Frontend auf einem Rechner zu installieren.

Das erste Release 2008.0 von Gentoo [1] startet zwar mit zwei spektakulären Bugs [2], die das Booten der passenden Live-CD verhinderten – es zeigte sich aber gleichzeitig wieder einmal, wie schnell gut organisierte Open-Source-Projekte schwerwiegende Fehler im Code beheben: Keinen halben Tag später lag auf den Spiegelservern schon das Image von Gentoo 2008.0-r1 Live, das Sie auch auf der Heft-DVD finden.

Bei einem Gentoo-System liegt der große Vorteil neben der Flexibilität vor allem in der Tatsache, dass mit dem Portage-System topaktuelle Programme auf der Festplatte landen. Das birgt natürlich immer ein gewisses Risiko, und daher haben Sie mit der Heft-DVD die Gelegenheit, das neue System im Live-Modus zu testen.

Mit dem neuen Gentoo Linux Installer GLI 0.6.6 [3] halten zwei wesentliche Neuerungen Einzug ins System: Zum einen vereinfachten die Entwickler das Partitionieren von Festplatten. Dabei schreibt die Software Änderungen nun direkt auf die Hardware – also Vorsicht mit Experimenten. Zum anderen benötigt GLI nun keinen Netzzugang mehr. Damit gehen Sie potentiellen Problemen mit veralteten Portage-Informationen aus dem Weg. Ein späteres Update funktioniert jedoch nach wie vor.

Flott gebootet

Auf einem aktuellen System mit einem Core-Duo-Prozessor bootet das System sehr flott. Falls sich beim Startvorgang Probleme ergeben, bietet es sich an, die verschiedenen Optionen auszuprobieren. Die Funktionstasten haben die Gentoo-Entwickler mit verschiedenen Hilfeseiten belegt. So verschaffen Sie sich einen Überblick über die Möglichkeiten. Nach dem Booten landen Sie bei der grafischen Anmeldung, die Sie nach 10 Sekunden automatisch auf einem XFCE-Desktop einloggt. Damit haben Sie ein funktionsfähiges System, um die Gentoo-spezifischen Funktionen zu erkunden.

Beim grafischen Login haben Sie die Möglichkeit, die Sprache der Dialoge zu ändern. Auch deutsche Sprachpakete liegen hier vor. Der Desktop erscheint jedoch trotz ausgewählter Landessprache weiterhin in Englisch, das Bedienen fällt aber nicht weiter schwer. XFCE arbeitet mit einem Panel für die Applikationsstarter sowie einer Leiste am oberen Bildschirmrand für den Zugriff auf gestartete Applikationen.

Installation

Auf dem Desktop finden Sie zwei Icons am linken Rand, die den Gentoo Linux Installer starten – zum einen mit GTK2-Interface, zum anderen als Terminalprogramm. Beiden Varianten helfen Ihnen im ersten Schritt mit dem Partitionieren der Festplatte. So schaffen Sie eventuell Platz für das neue System. Falls Sie einen komplett neuen Rechner mit Gentoo ausstatten möchten, schlägt Ihnen das Setup auf Wunsch ein Partitionslayout vor.

Nach dem Einrichten eines passenden Bereichs auf der Festplatte geht es direkt an das Kopieren der Pakete für ein Grundsystem. Es folgen das Einrichten des Root-Passworts sowie der Zeitzone. Das obligatorische Netzwerk-Setup geht dank übersichtlichem Dialog schnell von der Hand. Nach dem Anlegen eines nichtpriviligierten Benutzers bietet der Gentoo Linux Installer die Möglichkeit, einige zusätzliche Pakete für das neue System auf der Festplatte auszuwählen.

Ein letzter Dialog vor Abschluss der Installation erlaubt es, den Displaymanager, den Windowmanager, die Locale sowie den Font für die Konsole zu konfigurieren. Bei letzterem wäre es hilfreich, ein Sample zu sehen und vor allem einen Hinweis zu bekommen, wo dieser Parameter später zu ändern wäre. Ansonsten kämpft der Benutzer unter Umständen mit dem Buchstabensalat im Terminal.

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