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Heim im Web

Drei Webhosting-Angebote im Test

01.09.2008
Ob eigenes Blog, Online-Fotogalerie oder kleiner Webshop: Ohne eigenen Webspace geht nichts. Wir haben drei Webpacks für Sie getestet.

Wer eine eigene Webpräsenz einrichten will, hat die Qual der Wahl: Im Angebot tummeln sich zahlreiche Anbieter, von bekannten und weniger bekannten Providern bis hin zu kostenlosen Services, die es jedoch bei weitem nicht mit dem Leistungsumfang kommerzieller Produkte aufnehmen können. Was braucht man wirklich, und wer bietet sinnvolle Funktionen? Gibt es versteckte Preisfallen? Dieser Test beleuchtet das Angebot an Webpacks für gehobene Ansprüche der Provider 1&1, Server4you sowie Strato.

Kurzer Überblick

1&1 geht mit dem Paket "Homepage Business" ins Rennen. Es bietet drei Domains, zwei GByte Speicherplatz, eine MySQL-5-Datenbank sowie fünf MySQL-4-Datenbanken. Das Transfervolumen limitiert der Anbieter auf 150 GByte monatlich. So genannte Klick&Build-Anwendungen erlauben es, mit wenigen Mausklicks Online-Applikationen einzurichten. Der Hoster bietet unter anderem Joomla, die Forensoftware phpBB, den Bug-Tracker Mantis, die Groupware PHP Project und MediaWiki.

Server4You bewirbt das Angebot "Racer Turbo X2" mit 333 Tagen Kostenfreiheit, 2500 MByte Speicherplatz und fünf Domains. Das Angebot enthält weiterhin fünf MySQL-Datenbanken, PHP3/4, Basis-CGIs, Mailinglisten, umfangreiche Auswertungsfunktionen und einen schlüsselfertigen Onlineshop. Das Transfervolumen beschränkt Server4you auf 600 GByte monatlich, für den Kundensupport gibt es einen Chat.

Strato bietet für sein Paket "Premium Advanced" 4000 MByte Speicherplatz sowie unbegrenzten Traffic. Acht Domains gehören ebenso zur Ausstattung wie 800 E-Mail-Postfächer mit je einem GByte Speicherplatz. Die Software LivePages ermöglicht das Nutzen von Designvorlagen, von denen 30 bereits kostenlos bereitstehen. Das Strato-Paket umfasst daneben zehn MySQL-Datenbanken, Typo3-Unterstützung sowie PHP, Perl, Ruby, Python, SSH und DynDNS.

Eine Aufstellung der Features aller drei Angebote im Vergleich bietet die Tabelle "Hosting-Pakete im Überblick".

1&1

1&1 verwendet für sein Angebot "Homepage Business" ein selbst entwickeltes, auf Debian basierendes Linux-System. Unter [3] loggen Sie sich auf der Admin-Oberfläche ein. Das 1&1 Control Center wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich und mit Funktionen geradezu vollgestopft (Abbildung 1). Aufgrund der sinnvollen Gruppierung der Features und einer klarer Beschriftung finden Sie sich dennoch schnell zurecht; eine Kurzhilfe unterstützt Sie bei der Orientierung. Über das Listenfeld links oben wählen Sie die wichtigsten Funktionen wie E-Mail-Einstellungen oder Webstatistiken aus. Ein Chat-Tool ermöglicht den direkten Kontakt zum Support.

Abbildung 1: Der Admin-Bereich von 1&1. Grundlegende Aufgaben führen Sie über das Listenfeld links oben aus.

Neben durchaus sinnvollen Funktionen bietet 1&1 einige eher zweifelhafte Zusatzangebote, etwa Content-Module mit Wetterberichten oder News oder einen Assistenten zum Verkauf bedruckter T-Shirts. Das Werbecenter bietet verschiedene Möglichkeiten, Ihr Webprojekt bei Anbietern wie Goyellow, Google oder Meinestadt.de zu werben. Möchten Sie die Homepage kommerziell nutzen, finden Sie dazu einen vorbereiteten Webshop. Zum Übertragen sensibler Daten unterstützt das Paket 128-Bit-SSL-Verschlüsselung.

Diverse einsatzbereite CGI-Anwendungen ermöglichen auch Einsteigern das Verwenden dynamischer Webinhalte; Allerdings beschränkt sich die CGI-Unterstützung auf Basis-CGIs. Das Verwenden eigener Skripte erlaubt erst das nächstgrößere Paket "Homepage Business Pro". Die Unterstützung von PHP4/5, Perl und Python ist im Service aber inbegriffen. In der Standardeinstellung läuft PHP nicht im Safe Mode. Zentrale Angriffspunkte wurden aber nach Angaben von 1&1 über "andere Maßnahmen" abgesichert. Im Kundenverzeichnis lässt sich der Safe Mode aber jederzeit aktivieren.

Mit der Flash-Anwendung "Dynamic Site-Creator" richten Sie Ihre Webseite nach dem Baukastenprinzip ein. 1&1 offeriert als kostenpflichtiges Zusatzangebot eine Groupware-Anwendung, deren Gebühr sich nach der Anzahl der Nutzer richtet. Der Bereich Meine Daten bietet die Möglichkeit, für Zusatztraffic über die im Basispreis enthaltenen 150 GByte hinaus ein Kostenlimit einzurichten.

Zum Paket gehören drei Domains, die monatlichen Kosten belaufen sich auf 14,99 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 14,90 Euro. Die Mindestlaufzeit des Vertrags beträgt 24 Monate. Bei Problemen hilft eine kostenpflichtige Servicehotline für 14 Cent pro Minute. Die Preise für zusätzlichen Speicherplatz, mehr Traffic, zusätzliche Domains und Datenbanken unterschlägt die Angebotsseite komplett. Bei Überschreiten von Traffic- oder Volumen-Limits rät der Provider zum Wechsel auf ein höherwertigeres Paket (Abbildung 2).

Abbildung 2: 1&1 erlaubt zwar das Erweitern des Webaccounts in gewissem Umfang an, wer mehr Transfervolumen oder Speicherplatz braucht, den verweist der Anbieter aber auf das nächstgrößere Angebot.

Für Werbeanzeigen bei verschiedenen Portalen und Suchmaschinen erhalten Sie ein Guthaben von 150 Euro. Über den Link Paket erweitern im Admin-Bereich finden Sie Funktionen, um die Seite bei Meinestadt.de zu registrieren, ein Norton-AV-Paket (Windows) zum Download sowie die Möglichkeit, Banneranzeigen zu schalten. Hier kaufen Sie bei Bedarf auch weitere MySQL-Datenbanken zum Preis von je 4,99 Euro dazu.

Ein Hinweis beim Einrichten von Datenbanken warnt davor, Anwendungen, die eine hohe Last auf der Datenbank erzeugen, zu verwenden. Andernfalls droht der Provider mit einer Einschränkung der Performance. Das getestete Paket besitzt keine Backup-Funktion. Hier hilft nur das manuelle Sichern via FTP/SFTP bzw. Mysqldump.

Das Hilfecenter des Anbieters bietet eine riesige FAQ-Sammlung. Die Kontakt-E-Mail für eine Supportanfrage erscheint aber erst nach dem Beantworten einiger Fragen. Das Angebot von Handbüchern zu den 1&1-Produkten und Shockwave-Einsteiger-Präsentationen ist im Testfeld einzigartig. Mit zusätzlichen Kosten von 9,99 Euro im Monat steht der Platin-Service zur Verfügung, der dem Kunden einen festen Ansprechpartner garantiert.

Die kostenpflichtige Support-Hotline verwendet zur Vorauswahl ein umständliches Sprachmenü. Nach einer Wartezeit nimmt ein Support-Mitarbeiter ab, um die Frage entgegenzunehmen und an einen Techniker weiterzugeben. Dies führte zu einer zweiten Runde in der Warteschleife. Ein persönliches Gespräch mit dem Admin war nicht möglich. Die Wartezeit betrug insgesamt mehrere Minuten.

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