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Hingucker

Das bringt KDE 4.1

15.01.2009
KDE 4.0 vermittelte nur eine vage Vorstellung davon, was KDE 4 einmal werden soll. KDE 4.1 zeigt jetzt deutlich, wo es hingeht.

README

Die Heft-DVD dieser Ausgabe enthält die KDE Four Live-CD von Stephan Binner, mit der Sie KDE 4.1 auch ohne Installation einmal gründlich auf den Zahn fühlen. Im Verzeichnis LinuxUser/kde_4.1 finden Sie außerdem KDE-4.1-Installationspakete für OpenSuse 11.0 sowie eine ausführliche Installationsanleitung dazu.

Für KDE 4.0 mussten die Entwickler herbe Kritik einstecken und vertrösteten die Anwender gern auf KDE 4.1. Am 29. Juli ist die neue Version erschienen – was bringt sie? Vorab: Noch ist nicht alles perfekt – wer ein stabiles KDE sucht, wählt die traditionelle Version 3.5, denn 4.1 bietet zwar fast alle Features, die Sie vom alten KDE 3 kennen. Es enthält aber enthält noch Bugs, und auch einige Funktionen fehlen. Insgesamt hat sich die Stabilität jedoch deutlich verbessert.

Arbeit an der Oberfläche

Dank Login-Splash, neuer Icons, hübscher Plasmoiden und dem Kickoff-Menü wirkt die GUI von KDE 4.1 insgesamt eleganter und aufgeräumter als die des Vorgängers – aber auch etwas düster. Den Desktop steuert Plasma (siehe Artikel auf Seite 76), das in KDE 4.1 auch auf die Webkit-Engine von Apple zugreift. Dadurch zeigt KDE nun auch Dashboard-Applets von OS X an.

Die hauseigenen Plasmoiden laufen deutlich stabiler und besser. Dank Qt 4.4 gilt das für den gesamten Desktop, der zudem weniger Ressourcen frisst. Wer in KDE 4.0.0 ein Plasmoid drehte, brachte mitunter den gesamten Desktop zum Stillstand. Ruckelnde Grüße schicken inzwischen nur noch die Nvidia-Treiber: Die Techbase von KDE (http://techbase.kde.org/User:Lemma/KDE4-NVIDIA) hilft Besitzern dieser Karten.

Webkit-Engine: Apple entwickelte aus dem KHTML-Code von Konqueror die Webkit-Engine für den hauseigenen Browser Safari. Nun kehrt die von Apple getunte Software in Open-Source-Projekte zurück.

Viele Anwender legen Dateien gern auf dem Desktop ab – die Entwickler wollten das eher nicht mehr. Das Ordneransicht-Applet ("Folder View", Abbildung 1) löst die widersprüchlichen Wünsche nun mit einem gangbaren Kompromiss. Nicht zuletzt erlaubt Plasma einige hübsche grafische Spielereien, die Linux-Anwender von Compiz und seinen Vorgängern kennen. Drücken Sie [Alt]+[Tab], erscheinen die gerade geöffneten Fenster sehr schön angeordnet.

Abbildung 1: Das Ordneransicht-Plasmoid erlaubt es Anwendern, beliebige Dateien und Ordner auf dem Desktop zu platzieren.

Innere Werte

Auch unter der Haube warten Veränderungen: Das Multimedia-Framework Phonon unterstützt als Backends nun auch GStreamer, Directshow 9 und Quicktime. Das kommt nicht von ungefähr: KDE 4 läuft auch unter Windows und auf dem Mac – wenn auch in einer schlankeren Variante.

Um Dokumente schneller zu finden, verwendet KDE 4.1 jetzt Strigi. Die Suchsoftware indiziert Dokumente (etwa PDFs, Archive oder MP3s) von der Festplatte. Nepomuk verfeinert die Suche nach Inhalten. Erste Anzeichen des semantischen Frameworks gibt es schon: So können Sie Bilder in Dolphin kommentieren und thematisch taggen.

Nepomuk: Die semantische Suche wertet Metadaten aus und findet so auch getaggte und kommentierte Dateien.

Auch Akonadi hat seinen Weg in die neue Version von KDE gefunden: Es versammelt unter einem Dach Informationen wie etwa Adressen für verschiedene PIM-Komponenten. Zu diesen gehören etwa Kontact, KMail und KOrganizer – die beiden letzten nutzen Akonadis Fähigkeiten allerdings noch nicht.

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