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Buntes Chaos

Vier Fotodrucker im Test

01.09.2008 Spezielle Fotodrucker versprechen brillante Bilder fürs heimische Album. Unter Linux erwarten den arglosen Anwender jedoch ungeahnte Hürden.

In nahezu jedem deutschen Haushalt findet sich inzwischen eine Digitalkamera. Wer seine digitalen Fotos nicht nur am Bildschirm betrachten möchte, nutzt entweder die Dienste eines klassischen Entwicklungslabors oder einen der zahlreichen Fotoautomaten in Drogerien und Supermärkten, die Papierbilder innerhalb weniger Minuten ausspucken. Eine bequemere und qualitativ hochwertige Alternative bieten Fotodrucker für den heimischen PC.

Im Test tritt neben Geräten der beiden Fotodruck-Marktführer Kodak und Canon auch ein Modell von Epson an, das mit einer Patronenlösung arbeitet. Als weitere Anbieter tummeln sich noch Agfa, Sagem sowie Sony in diesem Segment. Deren aktuelle Modelle bieten bislang aber keine Treiberunterstützung für Linux, weswegen wir sie nicht berücksichtigt haben.

Technische Grundlagen

Die meisten Druckerhersteller bewerben ihre herkömmlichen Tintenstrahler als auch für den Fotodruck bestens geeignet. Dabei verschweigen die Marketing-Fachleute geflissentlich, dass solche Geräte konstruktionsbedingt qualitative Schwächen beim Fotodruck zeigen und dabei hohe Kosten verursachen, weil man für hochwertige Ausdrucke spezielle Premium-Papiere benötigt. Die Tinte der meist hauptsächlich für den monochromen Textdruck ausgelegten Patronensysteme benötigt zudem eine gewisse Zeit zum Trocknen, die Farbechtheit lässt auf Dauer ebenfalls zu wünschen übrig.

Profis setzen deshalb auf Thermosublimationsdrucker. Die vor einigen Jahren noch sündhaft teure Technik ist inzwischen auch für Otto Normalverbraucher erschwinglich und die früher sperrigen Drucker auf portable Maße geschrumpft. Bei der Thermosublimation kommt eine Wachsfolie auf Tintenbasis als Farbträger zum Einsatz. Bei Temperaturen von etwa 300 bis 400 Grad lässt sich das Farbwachs von der Folie auf das Fotomedium aufdampfen. Dabei dringt die Farbe fest in die spezielle Papierbeschichtung ein, sodass weder ein spürbares Druckbild auf der Oberfläche entsteht nach das Papier sich wellt. Gute Thermosublimationssysteme tragen nach dem Druck in einem weiteren Durchgang noch eine Fixierschicht auf, die die Widerstandsfähigkeit des Bilds gegen mechanische Einflüsse sowie die dauerhafte Farbechtheit erhöht.

Kodak Easyshare Series 3

Der erster Testkandidat trägt den halsbrecherischen Namen "Kodak EasyShare Printer Dock Series 3". Das primär für den Einsatz mit Easyshare-Digitalkameras konzipierte System arbeitet laut Kodak auch mit handelsüblichen PictBridge-Geräten und allen Kameras zusammen, die den Industriestandard ImageLink unterstützen. Damit lässt sich der Drucker sowohl am heimischen Rechner als auch direkt mit der Kamera zusammen einsetzen.

Die kompakt gebaute Printerstation im Schuhschachtel-Format weist auf der Oberseite einen Anschluss für die gängigen Kodak-Kameras auf. Nach dem Aufsetzen der Kamera auf den Fotodrucker stellt man über das Kameradisplay die Druckoptionen ein. Für ältere Kodak-Kameras, die einen anderen Anschluss verwenden, gibt es einen entsprechenden Adapter. Beim Betrieb des Drucker am PC deckt eine mitgelieferte Plexiglashaube die Oberseite der Station ab.

Bei den Bedienelementen beschränkt sich die Station auf eine Schalterwippe sowie zwei einzelne Druckknöpfe, die den Direktdruck von der Kamera regeln. Außer einem Stecker für das externe Netzteil sowie einer speziellen USB-Buchse für die Kommunikation mit dem PC gibt es lediglich noch einen zweiten USB-Anschluss für einen Kartenleser oder eine PictBridge-kompatible Digicam – ein Display fehlt ebenso wie ein interner Kartenleser.

An der rechten Seite des Geräts befindet sich ein Schacht für die Farbbandkassette, vorn am Gehäuse ein weiterer für die Papierkassette. Diese ragt etwa 15 Zentimeter aus dem Gehäuse heraus. Auch hinter dem Fotodrucker muss ausreichend Platz frei bleiben, denn er schiebt die Fotos nach hinten aus dem Gehäuse heraus.

Die Kodak-Stationen tauchen zwar beim Openprinting-Projekt in der Liste der bekannten Drucker auf, die EasyShare-Series-3-Station ist allerdings explizit als nicht unter Linux nutzbar gekennzeichnet [1]. Der CUPS-Druckerdämon erkennt jedoch unter Ubuntu 8.04 die Kodak-Station automatisch und bietet verschiedene Optionen zur Einrichtung des Treibers an (Abbildung 1). Beim Versuch, aus Gimp heraus ein Foto mit der Kodak-Station auszugeben, stellt sich heraus, dass der Kodak-Drucker nicht mit USB-1.1-Anschlüssen kooperiert – an USB-2.0-Ports arbeitet die Druckerstation dagegen einwandfrei.

Abbildung 1: Die erste Hürde ist genommen: Der Drucker wird unter Linux vom System erkannt.

Der Kodak-Fotodrucker geht recht aufwändig zur Sache: In drei Durchgängen trägt er die einzelnen Farben auf das Papier auf und legt nach dem Eindampfen der Farben abschließend noch eine Wachsschicht über das Foto. Diese verleiht dem Bild einen matten Glanz und steigert seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen. Tatsächlich lässt sich das fertige Foto weder durch Feuchtigkeit noch durch Erwärmung oder normale mechanische Einwirkung mit einer Münze aus der Fassung bringen. Für den Druck eines Fotos im Postkartenformat benötigt die Kodak-Station rund 90 Sekunden.

Der Linux-Druckertreiber des Openprinting-Projektes bietet sehr detaillierte Einstellmöglichkeiten. Bei hochauflösenden Fotos im 4:3-Format entsteht beim Druck jedoch ein Rand. Um ein Bild auf 10 x 15 Zentimeter großem Standardpapier randlos auszugeben, muss man es zuvor in das Bildverhältnis 3:2 konvertieren – etwa via Gimp. Alternativ eliminiert auch eine manuelle Definition der Papiergröße im Druckertreiber die sonst unvermeidlichen Ränder.

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