HDR aus einem RAW-Bild

Manche Situationen – beispielsweise bewegte Objekte – gestatten nur einzelne Aufnahmen. Sofern Sie diese im RAW-Format aufgenommen haben, simulieren Sie daraus mithilfe eines RAW-Konverters nachträglich Belichtungsreihen, die Sie mit Cinepaint zu einem HDR-Bild zusammensetzen.

Für Linux stehen unter anderem Rawstudio [7], Ufraw [8] oder Rawtherapee [9] als entsprechende Konverter zur Verfügung. Überprüfen Sie vor der Installation, welche Software das RAW-Format Ihrer Kamera verarbeitet. Stellen Sie im Editor des Konverters zunächst die Belichtungsstufe auf -2 ein und legen Sie das Bild im 16-Bit-TIFF-Format ab. Achten Sie darauf, die EXIF-Daten nicht mitzuspeichern, da sonst Cinepaint daraus die tatsächlichen Belichtungszeiten auslesen und die Bilder nicht zusammenfügen könnte.

Verfahren Sie mit den folgenden zwei Aufnahmen mit den Belichtungswerten 0 und +2 ebenso. Diese drei Bilder fügen Sie wie beschrieben in Cinepaint zu einem Bild zusammen. Allerdings müssen Sie beim Laden der Bilder wegen der fehlenden EXIF-Informationen die Belichtungszeiten manuell eingeben.

Glossar

Lichtwertstufen

Als Ausgangsbasis des Lichtwerts 0 gilt eine einsekündige Belichtung mit Blende 1. Jede Erhöhung oder Verringerung des Lichtwertes um 1 entspricht einer Verdoppelung respektive Halbierung des einfallenden Lichtmenge.

DRI

Dynamic Range Increase. Das Verfahren erstellt aus mehreren unterschiedlich belichteten Fotos ein HDR-artiges Bild, indem es die Bilder miteinander vereint.

EXIF

Exchangeable Image File Format. Das Dateiformat, in dem Digitalkameras Informationen über die aufgenommenen Bilder ablegen. Zu den gespeicherten Informationen gehören Datum und Uhrzeit, Brennweite, Blende und eventuell vorhandene GPS-Koordinaten. Exif-Daten werden nur in JPEG- und TIFF-Bildern gespeichert.

RAW

Die Fotosensoren der Kamera leiten ein Bild nach der Aufnahme an einen Signalprozessor weiter, der es verarbeitet und dann komprimiert – für gewöhnlich als JPEG. Viele Kameras der gehobenen Preisklasse erlauben das Abspeichern der ursprünglichen Sensorinformationen in einem RAW-Bild. Allerdings verwenden die meisten Firmen dafür nach wie vor ihre eigenen Standards und Formate.

Infos

[1] Gorillapod-Stativ: http://www.joby.com/de/products/gorillapod/

[2] HDR-Werkzeugkasten Qtpfsgui: http://qtpfsgui.sourceforge.net/

[3] HDR mit Qtpfsgui: Thomas Pelkmann, "Bild, schöön!", LinuxUser 05/2007, S. 32, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/05/032-hdr/

[4] Cinepaint: http://www.cinepaint.org

[5] HDR-Tutorial für Cinepaint: http://www.cinepaint.org/docs/br2hdr/HDR_Tutorial-de.html

[6] Cinepaint für OpenSuse: http://packages.opensuse-community.org/index.jsp?searchTerm=cinepaint

[7] Rawstudio: http://www.rawstudio.org

[8] Ufraw: http://ufraw.sourceforge.net

[9] Rawtherapee: http://www.rawtherapee.com

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Kontrastmittel
    Ein gut belichtetes Foto gelingt selten mit der ersten Aufnahme. Und besonders bei Motiven mit starken Helligkeitsunterschieden ist eine gleichmäßig belichtete Aufnahme fast unmöglich. Abhilfe schafft Qtpfsgui, das ein kontrastreiches HDR-Bild aus einer Belichtungsreihe zaubert.
  • Fotos bearbeiten mit Fotoxx
    Nicht so kompliziert wie Gimp, dafür in einigen Bereichen deutlich leistungsfähiger: So stellt sich Fotoxx seinen Anwendern vor.
  • Das beste dreier Welten
    Zu hell oder zu dunkel: Manchmal kann ein Foto nicht gelingen. Doch dank Gimp gibt es Möglichkeiten, die Gegensätze zu vereinen.
  • Fine-Art-HDR mit Luminance
    HDR-Bilder mit ihrer hohen Detaildichte und beeindruckenden Farbgebung gelten heute in der Fotografie als Stand der Dinge. Luminance HDR fasst alle dazu notwendigen Techniken unter einer Oberfläche zusammen.
  • RAW-Bilder verarbeiten
    Wer mit hohen Ansprüchen fotografiert, will das letzte Quäntchen Qualität aus seinen Bildern herauszuholen. Die Gelegenheit dazu bieten RAW-Formate – sofern die eigene Kamera sie unterstützt.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 1 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...