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Auf allen Schirmen

Terminal-Multiplexer voll ausreizen

Screen erleichtert die Arbeit mit verschiedenen Shells und Konsolentools. Wir zeigen Ihnen Tricks und Kniffe, um mit dem Terminal-Multiplexer noch komfortabler zu arbeiten.

Vor dem Rundumschlag mit Screen sei eine Frage gestattet: Spielen Sie gelegentlich Nethack [1], ein altes Dungeons&Dragons-Game, das vorwiegend mit ASCII-Grafik in der Textkonsole läuft und zu Unrecht beinahe vergessen ist? Falls nein, dann öffnen Sie bitte die lokale Konfigurationsdatei ~/.screenrc und vermerken dort zur Sicherheit folgende Variable:

nethack off

So sollte es eigentlich per Vorgabe schon dort stehen – aber oftmals ist der Teufel ein Eichhörnchen, und so gehen Sie auf Nummer Sicher. Ein nethack on hat zur Folge, dass das Programms statt verständlicher Meldungen wie Window 1 is now being monitored for all activity launige Warnungen à la You feel like someone is watching you... ausgibt. Das sorgt zwar für einen gewissen Unterhaltungswert, aber nur selten für Klarheit. Deshalb empfiehlt es sich insbesondere für Einsteiger, die Nethack-Option abzuschalten. Wir zitieren im Folgenden ausschließlich die normalen Meldungen des Programms.

Schnappschuss im Fenster

Interessante Möglichkeiten bietet die Hardcopy eines Screen-Fensters. Sei es die Ausgabe der Shell oder eines Programms in der Textkonsole – der Terminal-Multiplexer "knipst" den Inhalt wie einen Screenshot und hinterlegt ihn zum weiteren Bearbeiten in einer Textdatei. Um ein Fenster zu knipsen, benutzen Sie die Tastenkombination [Strg]+[A],[H].

Nach Eingabe von [Strg]+[A],[H] legt Screen in der Datei hardcopy.n im aktuellen Arbeitsverzeichnis den Inhalt des Fensters ab. Die Ziffer n bezeichnet dabei das gewählte Fenster: Eine Kopie des ersten Fensters landet also in hardcopy.1, ein Ausdruck von Fenster Fünf in hardcopy.5 und so weiter.

Möchten Sie der Hardcopy einen anderen Namen geben, erledigen Sie das in der Kommandozeile von Screen. Diese erreichen Sie über [Strg]+[A],[:]. In die Eingabezeile, die sich hinter dem Doppelpunkt öffnet, tippen Sie hardcopy Dateiname und bestätigen den Befehl mit [Eingabe]. Nun lautet der Name des Screenshots Dateiname.

Über eine Zeile in der Datei ~/.screenrc weisen Sie Screen bei Bedarf an, alle Hardcopies an zentraler Stelle zu lagern:

hardcopydir Verzeichnis<i>

Von nun an laden sämtliche Bildschirmschnappschüsse des Programms nicht mehr im aktuellen Arbeitsverzeichnis, sondern im Ordner Verzeichnis.

Sonderzeichen

Ein weiterer Vorteil liegt in der systemunabhängig einheitlichen Eingabe von diakritischen Zeichen – bei Screen heißen sie "digraphs". Dahinter verbergen sich Kombinationen zweier Zeichen, die als Einheit erscheinen: Das Zeichen ï, ein so genanntes Trema wie im französischen Wort "égoïste", findet sich in der Regel nicht auf der deutschen Tastatur. Um es trotzdem zu schreiben, hilft Ihnen Screen, indem es den Buchstaben i und ein Anführungszeichen zu einem Zeichen vereint.

Sie erreichen dies mit dem Tastenbefehl [Strg]+[A],[Strg]+[V]. In der Kommandozeile des Programms erscheint daraufhin der Prompt Enter digraph:. Hier ergänzen Sie i", drücken [Eingabe], und an der Cursorposition im aktuellen Fenster, in dem zum Beispiel ein Texteditor wie Vim läuft, erscheint darauf hin das oben genannte Trema. Falls Sie an einer US-Tastatur ohne Umlaute sitzen, hilft Ihnen Screen durch ein simples Tastaturkürzel schnell aus der Klemme. Die Hilfeseite man screen zeigt Ihnen eine gute Vorlage:

bindkey ^K digraph '"'

Nachdem Sie diese Zeile in die die ~/.screenrc eingetragen haben, genügt ein Druck auf die Tasten [Strg]+[K],[A] um ein ä zu erzeugen.

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Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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