Multimedia

Seit Software-Patente zum juristischen Thema geworden sind, tun sich freie Linux-Distributionen schwer damit, rechtlich geschützte Codecs mitzuliefern. Dabei handelt es sich vor allem um Bibliotheken zum Abspielen von Multimediadaten im MP3- oder in diversen Videoformaten. Die Rechtssituation unterscheidet sich von Land zu Land, und selbst wenn Software kostenlos zur Verfügung steht, bedeutet das nicht, dass ihre Benutzung oder Verbreitung deshalb schon legal wäre.

OpenSuse nimmt hier eine für Benutzer komfortablere Position ein als andere freie Distributionen wie Ubuntu oder Fedora ein, denn immerhin spielt das System MP3-Dateien von Haus aus ab. Dazu verwendet es das von Fluendo entwickelte freie MP3-Plugin [7], das nicht nur Endbenutzer gratis herunterladen, sondern auch Linux-Distributoren weiterverbreiten dürfen.

Darüber hinaus enthält OpenSuse den Real Player [8]. Das proprietäre Abspielprogramm spielt neben den Real-eigenen Video- und Audioformaten auch MP3-Files und einige andere Videodateien ab. Der Real Player liefert auch ein Mozilla-Plugin mit, so dass Firefox und andere Browser wie der KDE-Standard Konqueror damit in Webseiten eingebettete Multimedia-Inhalte anzeigen. Für weitere Codecs, die beispielsweise Windows-Media-Formate und DivX-Videos abspielen, müssen OpenSuse-Benutzer allerdings auf von Dritten entwickelte Zusatzrepositories zurückgreifen.

Als Multimedia-Player setzt OpenSuse ansonsten auf Banshee [9] (Abbildung 7), das mittlerweile in Version 1.0 vorliegt. Das Programm basiert auf GTK, funktioniert aber auch unter KDE tadellos. Mit Unterstützung für die Video- und Musikwiedergabe, Podcasts sowie iPods und andere tragbare MP3-Player genügt es für praktisch jeden Multimediazweck. Darüber hinaus integriert Banshee das Internet-Musiknetzwerk Last.fm [10], brennt Abspiellisten direkt auf Audio-CDs und liest vorhandene CDs aus.

Abbildung 7: Der Multimedia-Player Banshee spielt und verwaltet Musik und Videos.

Alles neu

Weiterhin enthält OpenSuse die gängige aktuelle Linux-Software. Dazu zählt der Webbrowser Firefox in Version 3.0, der standardmäßig allerdings nur unter Gnome zum Einsatz kommt. Bei dieser Oberfläche haben sich die Entwickler entschieden, die Gnome-Vorgabe Epiphany durch Firefox zu ersetzen. Unter KDE bleibt dagegen Konqueror voreingestellt – auch hier spricht freilich nichts gegen die Benutzung von Firefox spricht.

Für die persönliche Terminplanung und Kommunikation liefern Gnome und KDE jeweils eigene Software mit. Unter Gnome stellt Evolution einen Kalender mit integriertem E-Mail-Client bereit, unter KDE kümmert sich um diese Aufgabe traditionell Kontact. Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung einzelner Komponenten wie KOrganizer, KMail und KAddressbook.

Bei der Veröffentlichung von KDE 4.0 lag die neue Kontact-Version jedoch noch nicht vor, deshalb sollte KDE erst in Version 4.1 wieder eine eigene PIM-Suite enthalten. Die OpenSuse-Entwickler sträubten sich allerdings dagegen, bei ihrem KDE-Desktop ganz auf eine solche Software zu verzichten, und portierten daher das noch in der Entwicklung befindliche Kontact aus Version 4.1 zurück, um es in KDE 4 zu integrieren.

Zahlreiche weitere Neuerungen spielen sich unter der Haube ab. Die Paketverwaltung Zypp läuft dank zahlreicher Verbesserungen nun wesentlich schneller ab. Auch ein neuer Kompressionsalgorithmus kommt zum Einsatz, der zwar die Downloads beschleunigt, auf langsamen Rechnern allerdings beim anschließenden Entpacken wiederum Zeit kostet. Der Netzwerk-Manager unterstützt nun auch die Mobilfunktechniken UMTS und EV-DO.

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