Home / LinuxUser / 2008 / 08 / Zwischen 0 und 100

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(220 Punkte bei 8 Stimmen)
KDE 4.10.2, Gnome 3.6 und mehr
(121 Punkte bei 4 Stimmen)
Google schmeißt Jabber raus ...
(121 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Zwischen 0 und 100

OpenSuse 11.0

Zwei in einem

OpenSuse bezieht eine neutrale Haltung zwischen Gnome und KDE: Statt die Unterschiede hervorzuheben, glichen die OpenSuse-Entwickler beide Desktop-Umgebungen so sehr aneinander an, dass die optischen Unterschiede beinahe verschwinden. Im Fall von KDE 4 stechen die Änderungen nicht so sehr ins Auge, der Gnome-Desktop erinnert unter OpenSuse allerdings nur noch entfernt an den Gnome-Standard.

Entgegen der Vorgaben liefert Gnome unter OpenSuse nur ein Panel, das sich am unteren Bildrand befindet und das Startmenü beherbergt (Abbildung 2). Hier ließen die Programmierer von Novell ihre Kreativität spielen, sodass es dem OpenSuse-KDE-Menü ähnelt. Auch dort legten die OpenSuse-Entwickler Hand an und ersetzten wie schon in den letzten OpenSuse-Versionen den KDE-Standard durch die Eigenentwicklung Kickoff (Abbildung 3).

Abbildung 2: Der Gnome-Desktop weicht unter OpenSuse deutlich von den Gnome-Standards ab, das Menü am unteren Bildrand ist eine Eigenkreation der Novell-Programmierer.

Abbildung 3: Auch unter KDE unterscheidet sich der Desktop vom Standard. Das OpenSuse-Menü Kickoff liefert per Suchfunktion schnellen Zugriff auf Anwendungen.

Version 4 des KDE-Desktops stellt die größte Innovation der aktuellen OpenSuse-Ausgabe dar und liefert im Vergleich zur 3er-Serie eine runderneuerte Arbeitsumgebung. Das neu entwickelte Plasma sorgt dafür, dass der Desktop-Hintergrund nicht mehr nur die Rolle eines Hintergrundbilds mit anklickbaren Icons spielt, sondern zum Leben erwacht. Plasmoids genannte Miniprogramme (Abbildung 4) laufen stets sichtbar im Hintergrund und eignen sich beispielsweise, um Log-Dateien, Downloads oder Notizen stets im Blick zu behalten.

Abbildung 4: KDE 4 nutzt auch den Desktop-Hintergrund. Mittels Plasma residieren dort frei wählbare Hilfsprogramme.

Viele der bereits verfügbaren Plasmoids setzen auf 3D-Effekte wie Transparenz. KDE 4 unterstützt diese von Haus aus, benötigt aber dazu entsprechende Grafikkartentreiber. Da die beiden großen Hardware-Hersteller NVidia und ATI die Linux-Treiber für ihre Geräte nicht freigeben, kann OpenSuse diese nicht standardmäßig mit einrichten. Immerhin unterstützen beide Firmen OpenSuse-Nutzer, indem sie eigene Repositories unterhalten, die sich per Mausklick in die Softwareverwaltung einbinden lassen ([5],[6]). Anschließend erfolgt die Installation über das Konfigurationswerkzeug YaST und ermöglicht daraufhin neben dem Einsatz von Plasmoids auch den eines vollständigen 3D-Desktops.

Das Projekt Compiz Fusion vereinigt die einst parallel entwickelten 3D-Desktop-Manager Compiz und Beryl und gehört zum Standardumfang von OpenSuse 11.0. Funktioniert die 3D-Unterstützung für die Grafikkarte, wertet Compiz Fusion sowohl die KDE- als auch die Gnome-Oberfläche mit zahlreichen Effekten auf. Das spektakuläre Highlight bildet (wenn auch mit wenig praktischem Nutzen) der zur Kugel mutierte ehemalige Würfel, mit dem man zwischen den verschiedenen Arbeitsflächen umschaltet (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der 3D-Desktop gilt als der letzte Schrei unter Linux. Dank entsprechender Grafikkartentreiber wartet Suse mit Spezialeffekten auf, wie einem kugelförmigen Arbeitsflächenumschalter.

YaST

Schon seit der ersten Suse-Versionen in den 90er-Jahren bildet YaST den distributionseigenen Mittelpunkt der Systemkonfiguration. Das Akronym steht für "Yet another Setup Tool" (zu deutsch: noch ein weiteres Einrichtungswerkzeug) und zeichnet für alle grundlegenden Einstellungen verantwortlich. Inzwischen steht YaST sowohl in einer GTK-basierten Version für Gnome als auch in einer Qt-Ausgabe für KDE zur Verfügung (Abbildung 6).

Abbildung 6: YaST bildet seit über 10 Jahren das Alleinstellungsmerkmal aller Suse-Distributionen. Es ermöglicht die Konfiguration des System per Mausklick.

Mit KDE 4 hat auch Qt-Version 4 in OpenSuse Einzug erhalten. Diese Gelegenheit nutzten die Entwickler, um auch die Qt-Oberfläche von YaST auf Basis der neuen Version der Grafikbibliothek zu erneuern. Das führt zu einer neuen Optik, die das übersichtlicher gestaltete neue YaST abrundet.

Unter der Haube hat sich allerdings wenig verändert, so dass der Suse-Alleskönner weiter polarisiert: YaST-Befürworter sehen darin ein Werkzeug, mit dem selbst Anfänger ihr System mit wenigen Mausklicks bis ins Detail konfigurieren. Andererseits nervt selbst bei kleinen Veränderungen, dass das Programm bei jedem Beenden diverse Konfigurations-Skripts durchläuft und damit unverhältnismäßig viel Zeit frisst. An YaST führt unter Suse kaum ein Weg vorbei – wer den Texteditor zum schnellen Bearbeiten von Konfigurationsdateien bevorzugt, wird sich weiterhin kaum mit Suse anfreunden.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 154 Punkte (9 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...