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OpenSuse 11.0

Zwischen 0 und 100

Suse-Versionen mit einer Null hinter dem Punkt sorgen bei Kennern für Unruhe: Sie bringen meist viele Innovationen, oft aber auf Kosten von Stabilität und Geschwindigkeit. Gilt das auch für OpenSuse 11.0?

OpenSuse 11.0

Kernel 2.6.24.4
X.org 7.3
KDE 4.0.4 / 3.5.9
Gnome 2.22.1
Firefox 3.0
Open Office 2.4

Welcher Desktop soll es sein? Diese Frage entzweit Linux-Benutzer und führt oft zur Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Distribution. OpenSuse [1] zwingt dem Anwender jedoch keine Oberfläche auf, sondern lässt ihm die freie Wahl zwischen Gnome und den beiden KDE-Versionen 3 und 4.

Mit der Integration der neuen KDE-Version ist das augenscheinlichste Charakteristikum des neuen Streichs aus dem Hause Novell [2] genannt. Den Namen OpenSuse trägt die freie Variante der Suse-Distributionsfamilie seit Version 10.2, also seit Dezember 2006. Für den professionellen Einsatz bietet Novell die kostenpflichtigen Alternativen Suse Linux Enterprise Desktop (SLED) und Suse Linux Enterprise Server (SLES) an.

Installation

Wer sich für das freie OpenSuse entscheidet, findet nach dem Systemstart von der Heft-DVD den seit der letzten Version optisch und technisch überarbeiteten Installer vor. Die Setup-Routine erfordert lediglich sieben Schritte, bevor sie damit beginnt, das System auf die Festplatte zu überspielen. Punkte wie die Wahl der Sprache und Zeitzone stellen auch Laien vor einfache Aufgaben. Nur die Partitionierung könnte Anfängern Rätseln aufgeben, falls auf der verwendeten Festplatte bereits andere Betriebssysteme existieren. In alltäglichen Situationen, in denen man etwa eine bestehende Windows-Partition erhalten oder verkleinern möchte, fallen die Vorschläge des Installers aber gewöhnlich sinnvoll aus und bleiben – an dieser Stelle besonders wichtig – ungefährlich für vorhandene Daten.

OpenSuse in der Box

Bei OpenSuse handelt es sich um vollkommen freie Software, die kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Dennoch bietet Novell zum Preis von rund 60 Euro auch eine Box-Variante an. Sie enthält neben der Installations-DVD ein ausführliches Handbuch sowie eine zusätzliche Lern-DVD mit Einführungsvideos zum OpenSuse-System, Open Office und dem Bildbearbeitungsprogramm Gimp. Dazu gibt es 90 Tage persönlichen Installationssupport per Telefon oder E-Mail.

In der vierten Installationsphase stößt der Benutzer auf die Frage nach dem bevorzugten Desktop (Abbildung 1). Die Routine schlägt weder KDE [3] noch Gnome [4] vor und gibt nur sehr vage Hinweise auf die Unterschiede. Gnome beschreibt die deutschsprachige Variante des Installers stilistisch fragwürdig als Kombination aus "Stabilität und Ausgereiftheit mit zunehmenden Innovationen", während KDE 4 "weniger ausgereift" sei, aber "viele neue KDE-Technologien" mitbringe. KDE 3.5 schließlich sei einfach "ausgereift und stabil", so der Installer

Abbildung 1: Die OpenSuse-DVD bringt jede Menge Desktops mit: KDE in zwei Versionen, Gnome und XFCE stehen zur Auswahl. OpenSuse bevorzugt keinen davon.

Mit derartigen Beschreibungen kann wohl niemand viel anfangen, der die vorgestellten Desktops noch nicht kennt. Doch Ausprobieren schadet nicht – vor allem, weil die Installation schnell vonstatten geht und die anderen Oberflächenumgebungen sich umstandslos im Anschluss einspielen lassen. OpenSuse gibt auch darüber hinausgehende Wahlmöglichkeiten und wer XFCE bevorzugt, findet unter Weiteres auch diese Option.

Für die angesprochene hohe Geschwindigkeit der Installation sorgt eine einfache, aber effektive Innovation: Der Installer baut auf so genannte Schema-Abbilder. Sie enthalten die Dateien des Basissystems, die er nur zu entpacken und auf die Festplatte zu kopieren braucht, statt jedes Paket einzeln einzuspielen. Entscheidet sich der Benutzer für eine Standardinstallation, kommt er so je nach Rechnerleistung in weniger als einer halben Stunde zu einem komplett eingerichteten System.

Wahlfreiheit

Die Frage nach dem Desktop stellt sich vielen Benutzern gar nicht, da ihre Präferenz schon feststeht. Wer sich bereits für KDE 4 oder Gnome entschieden hat, findet für diese beiden Oberflächen auf der OpenSuse-Homepage CD-Images zum Download, die Live-Systeme enthalten. Sie gestatten einen ersten Blick auf den neuen OpenSuse-Desktop und enthalten zugleich eine Installationsoption. Diese Routine gleicht der von der DVD, bietet allerdings nur den jeweils enthaltenen Desktop zur Installation an. Über Internet-Repositories lassen sich auch in dem Fall andere Umgebungen nachträglich installieren.

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