Aufmacher

Alternativer Dateimanager für Gnome

Teile und herrsche

Peter Norton schuf vor über 20 Jahren einen einfach zu bedienenden Dateimanager mit Zweifenster-Modus. Der Gnome Commander tritt an, um den Veteran zu beerben.

Zu den am meisten kritisierten Features von Gnome zählt die "Spatial View" des Dateimanagers Nautilus. Sie zeigt den Verzeichnisinhalt eines Ordners in jeweils einem neuen Fenster an, was zu einer wahren Fensterflut auf dem Desktop führt. Gerade beim häufigen Kopieren und Verschieben von Ordnern und Dateien erweist sich ein Dateimanager mit geteiltem Hauptfenster als praktisch, wie etwa der Gnome Commander [1]. Die gleichzeitige Ansicht von Quell- und Zielverzeichnis reduziert die Anzahl der Fenster auf dem Desktop. Auch die Gnome-Entwickler diskutieren regelmäßig darüber, Nautilus ein solches Feature (siehe Kasten "Splitview") zu spendieren – bislang jedoch stets ohne endgültiges Ergebnis [2].

Ansichtssache

Beim ersten Start von Gnome Commander präsentiert sich das Programm aufgeräumt (Abbildung 1). In der Werkzeugleiste unter anderem Navigationsknöpfe zum schnellen Vor- und Rückwärtsgehen, zum Auslösen vom Dateioperationen (zum Beispiel Kopieren, Verschieben beziehungsweise Löschen) sowie zum Editieren und Verschicken von Dateien per Mail. Darunter finden Sie einen Schnellzugriff auf das persönliche Verzeichnis und Windows-Netzwerke.

Abbildung 1: Das Hauptfenster des Gnome Commanders ist sehr übersichtlich aufgebaut und bietet direkten Zugriff auf die notwendigsten Funktionen.

Splitview

Gewöhnlich stellen Dateimanager pro Fenster den Inhalt nur eines Verzeichnisses an. Im Splitview-Modus, wie ihn unter anderem Gnome Commander beherrscht, bereitet das Programm zwei Ordner in einem einzigen Fenster auf. Dateioperationen fallen in dieser Ansicht nach Meinung vieler Benutzer deutlich einfacher, als in den gängigen Varianten. Einige Programme – darunter auch der KDE-3-Dateimanager Konqueror – bieten zusätzlich die Möglichkeit, mehr als nur zwei Verzeichnisse in ein Fenster darzustellen, was aber unter Umständen die Übersichtlichkeit deutlich reduziert.

Den größten Teil des Fensters nehmen die zwei vertikal angeordneten Unterfenster ein. Bei Bedarf richten Sie die Ansicht alternativ auch horizontal aus. Dazu gehen Sie in das Menü Ansicht und wählen dort Wechsle zu horizontaler Anordnung. Im unteren Teil des Programmfensters haben Sie Zugriff auf wichtige Befehle, wie die Ansicht von Dateien, Kopieren, Verschieben oder Erstellen von Verzeichnissen. Außerdem geben Sie dort Kommandozeilen-Befehle direkt wie in einem Terminal ein.

Konfiguration

Entspricht das Aussehen der Oberfläche nicht Ihren Vorstellungen, ändern Sie es einfach unter Einstellungen | Optionen | Layout. Angefangen bei der Art und Größe der Schrift über Zeilenhöhe und Icon-Größe bis hin zum Thema nehmen Sie hier alle Änderungen vor. Dateitypen, die Sie gar nicht erst sehen möchten, definieren Sie im Reiter Filter. Die Möglichkeit, aus Gnome Commander die Passwörter im Gnome-Schlüsselbund abzuspeichern (Reiter Netzwerk), vereinfacht das Handhaben dieser sensiblen Daten. Externe Anwendungen, die der Dateimanager zum Beispiel beim Anzeigen eines Dokumentes verwendet, geben Sie im Reiter Programme an. Um Zugriff auf zusätzliche Laufwerke zu erhalten, gibt es die Möglichkeit, diese unter Laufwerke zu definieren.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Blick nach vorn
    Mit dem traditionellen Herbst-Release erfuhr Gnome wieder viele kleine aber nützliche Neuerungen. Mit Gnome 2.24 visieren die Entwickler nun langsam aber sicher auch die nächste Major-Version 3.0 an.
  • Dateiverwaltung der anderen Art mit dem Gnome Commander
    Mit zwei parallelen Ansichten verschafft Ihnen der Gnome Commander einen guten Überblick bei allen Aktionen im Dateisystem.
  • Gnome-Dateimanager im neuen Gewand
    Die Versionsnummer 2.6 scheint ein Garant für Änderungen zu sein. Besonders viel Neues wartet auf Anwender von Nautilus, bei dem sich nicht nur im Hintergrund, sondern auch optisch viel getan hat.
  • Riesiger Zwerg
    Ab Ende April erscheinen unter anderem von Ubuntu, Mandriva und Fedora neue Distributionen, die in der Gnome-Variante auf das aktuelle Gnome 2.30 setzen. Dieser Artikel zeigt, welche Neuerungen in dieser Gnome-Version stecken.
  • Tipps und Tricks zu Gnome
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2017: EFFIZIENTES BÜRO

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 9 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 1 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...
Hilfe ich verstehe das AWK Programm nicht
Alex Krug, 09.02.2017 10:04, 3 Antworten
Hallo Liebe Linux Community, im zuge meiner Arbeit bin ich auf dieses AWK Programm gekommen....
Problem beim Upgrad auf Opensuse Leap 42.2
Klaus Sigerist, 09.02.2017 08:56, 6 Antworten
Hallo zusammen! Ich habe mein Opensuse 13.2 auf das neue Leap upgraden wollen. Nach dem Einlege...