Google Docs

Das Online-Office des Suchmaschinen-Giganten Google [4], Google Docs alias Google Text & Tabellen, umfasst eine Textverarbeitung, einen Tabelleneditor und einen Editor für Präsentationen. Die Funktionen zur Zusammenarbeit mit anderen Personen finden sich für alle verfügbaren Anwendungen mit nur wenigen Klicks auf der ansprechenden Weboberfläche. Dabei kann der Besitzer des Dokuments auswählen, welche Art der Zusammenarbeit – also nur lesend oder mit Schreibzugriff – er wählen möchte.

Die Textverarbeitung von Google präsentiert sich klar und übersichtlich. Sie bringt grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten mit, ohne jedoch an die Funktionsvielfalt einer Offline-Textverarbeitung heranzureichen. Der Import von Dokumenten klappt für die Formate ODT, SXW, DOC, RTF, TXT und HTML (Abbildung 9). Ganz neu ist der Import von PDFs, die sich jedoch nicht weiterbearbeiten, sondern lediglich anzeigen lassen.

Abbildung 9: Vielfältig: Google Docs importiert nicht nur lokal gespeicherte Dateien, sondern auch solche aus dem Netz. Zudem kann der Upload per E-Mail erfolgen.

Für den Export stehen die selben Formate zur Verfügung, mit Ausnahme des Star-Office-Formats SXW erfolgen. Zusätzlich lassen sich Dokumente als PDF speichern. Unsere Testdokumente las Google Docs nicht ganz fehlerfrei ein: Weder bei der OpenOffice-Textdatei noch beim Pendant im Microsoft-Format DOC stimmte das Layout. Wollten wir anschließend die Anordnung korrigieren, machten sich die begrenzten Fähigkeiten bemerkbar: So ließen sich weder Textrahmen setzten noch Bilder frei positionieren (Abbildung 10).

Abbildung 10: Optimierungsbedarf: Nach dem Import der Testdatei sitzen bei Google Docs nicht alle Elemente an der richtigen Position.

Die Tabellenkalkulation von Google Docs präsentiert sich ähnlich aufgeräumt und schnörkellos wie die Textverarbeitung. Einige Funktionen verstecken sich allerdings in anderen Untermenüs, sodass man ab und zu ein wenig suchen muss. Der Import unserer recht einfachen Tabelle gelang auf Anhieb und ohne Probleme. Jedoch zeigte sich in einem vorhergehenden Test, dass richtig komplexe Dateien zu richtig schlechten Ergebnissen beim Import führen können [5]. Der Export der fertigen Tabellen gelang anschließend in allen üblichen Formaten fehlerfrei.

Ansonsten überzeugt Googles Tabelleneditor durch einfache Bedienung und überrascht durch zahlreiche Visualisierungsoptionen in Form von Diagrammen. Ein witziges Feature sind die "Gadgets": Mit ihnen lassen sich Werte einer Tabelle als eine Art Anzeigeinstrument wie ein Tacho oder Drehzahlmesser, als Bewegungsdiagramm oder auch als interaktives Zeitreihendiagramm darstellen

Der Präsentationseditor von Google Docs kann ärgerlicherweise keine Präsentation im OpenOffice-Format einlesen, zeigt dafür aber unsere Powerpoint-Testdatei so an, wie sie erstellt wurde. Bei Schrift und Grafiken bleibt die hohe Qualität des Originals erhalten, lediglich die Ein- und Überblend-Effekte gehen verloren. Eine Besonderheit des Google-Programms stellt die Möglichkeit dar, die Präsentation online quasi öffentlich abzuspielen. Dazu kann man weitere Personen einladen, die das Werk live im Netz verfolgen dürfen. Als Exportformate zur Offline-Nutzung bietet die Anwendung lediglich das Microsoft-Format sowie HTML an.

Ulteo

Bei Ulteo.com [6] erwartet Sie ein internetbasierter Desktop und ein ebenfalls online nutzbares OpenOffice. Zudem dürfen Sie einen virtuellen Desktop sowie Online-Anwendungen herunterladen und auf der heimischen Maschine installieren. Uns interessierte nur die Ulteo-Office-Anwendung: Um sie zu nutzen, muss wie bei Thinkfree Office das originale Java Runtime Environment (mindestens JRE 5.0) von Sun einschließlich Browser-Plugins installiert sein.

Da es sich bei den Bürosuite von Ulteo um OpenOffice handelt, steht auch dessen kompletter Funktionsumfang zu Gebote. Haben Sie die entsprechenden Dateien via Transfer-Desktop einmal hochgeladen, erweist sich das Arbeiten als recht flüssig. Vor allem das Laden der Dateien geht teilweise schneller, als auf dem lokalen Arbeitsplatz. Ab und zu hakelt die Darstellung zwar, aber das ist bei der Arbeit auf einem entfernt stehenden Server zu erwarten und zu verkraften. Die Systemauslastung auf dem heimischen Rechner fällt mit gestarteter Java-VM und Firefox etwas höher aus als beim Einsatz einer lokale Instanz von OpenOffice.

Die von uns erstellten Dateien wurden durch die Bank weg fehlerfrei importiert und exportiert. OpenOffice auf dem Online-Desktop verhält sich so (Abbildung 12), wie man es von der lokal installierten Instanz kennt – in dieser Hinsicht gibt es also nicht viel zu sagen. Über Ulteos Transfer-Desktop bringen Sie online erstellte Dokumente wieder auf einen lokalen Rechner, der Share-Desktop macht entsprechende Dokumente anderen zugänglich.

Abbildung 11: Wiedererkennungseffekt: Ulteo virtualisiert einen kompletten Linux-Desktop inklusive OpenOffice und macht diesen online zugänglich.

In der von uns getesteten freien Variante bietet Ulteo seinen Nutzern ein Gigabyte Speicherplatz, der sich gegen Entgelt aufstocken lässt. Möchte Sie den Service von Ulteo.com dauerhaft nutzen, sollten Sie auf jeden Fall die Geldbörse zücken und das Projekt finanziell unterstützen: In regelmäßigen Abständen läuft die Zeit der freien Office-Sitzungen ab, und dann geht gar nichts mehr.

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