Thinkfree Online

Um Thinkfree Online [2] zu nutzen, müssen Sie erst einmal die komplette Java Runtime Environment (JRE) von Sun nebst passenden Browser-Plugins einspielen. Danach zeigt Thinkfree ein Office aus Textverarbeitung ("Thinkfree Write"), Tabellenkalkulation ("Thinkfree Calc") und Präsentationseditor ("Thinkfree Show"), das sehr an Microsoft Office 2003 erinnert. Ein Blick auf die nutzbaren Dateiformate verstärkt diesen Eindruck. Nur die proprietären Vertreter unserer Testdateien konnten wir im- und exportieren, dafür aber auch im OpenXML-Format. Ergänzend zum Office stellt Thinkfree den so genannten Workspace bereit. Dort kann man seine Mitarbeiter zur gemeinsamen Arbeit an Dokumenten einladen oder Dateien der Öffentlichkeit zugänglich machen kann.

Beim Start der einzelnen Office-Komponenten macht die Anwendung darauf aufmerksam, dass sie das Offline-Plugin nicht finden kann. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Java-Applikation, die das lokale Bearbeiten von Dokumenten ermöglicht. Ein entsprechender Installer steht auch für Linux-Systeme bereit. Da wir jedoch ausschließlich die Online-Fähigkeiten testen wollten, verzichteten wir darauf, die Applikation auszuprobieren.

Klickt man den Hinweis weg, lädt Thinkfree die benötigten Java-Module. Dieser Vorgang dauert bei allen drei Komponenten beim ersten Start eine ganze Weile. Bei erneuten Aufruf einer Anwendung erfolgt der Start dann aber in Sekundenschnelle. Jedes Dokument öffnet sich in einem neuen Browserfenster und ermöglicht es so, an mehr als einem Dokument gleichzeitig zu arbeiten.

Der Import unserer vorbereiteten Dateien in Thinkfree Write, Thinkfree Calc und Thinkfree Show funktioniert nahezu perfekt. Die Anwendungen erkennen alle Einstellungen korrekt, Bilder, Tabellen und Formeln sitzen an der richtigen Stelle (Abbildungen 4 und 5) beziehungsweise funktionieren wie gewünscht (Abbildung 6). Beim Export das selbe Bild: Alles sitzt und funktioniert offline wie zuvor online angelegt. Nur eine Einschränkung gibt es: Die Effekte in Präsentationen bleiben auf der Strecke.

Abbildung 4: Geradezu perfekt: Thinkfree Write importiert das Testdokument absolut fehlerfrei.
Abbildung 5: Wie gehabt: Thinkfree Calc verarbeitet das Excel-Spreadsheet ohne Schwierigkeiten.
Abbildung 6: Problemlos: Auch Thinkfree Show hat keine Probleme beim Daten-Import.

Auf der klar strukturierten Bedienoberfläche aller drei Anwendungen finden sich auch Anfänger schnell zurecht – vor allem, wenn sie Microsofts Office-Produkte kennen. Aber auch OpenOffice-Nutzern erschließt sich die Bedienung von Thinkfree völlig problemlos. Aufgrund des großen Funktionsumfangs der einzelnen Komponenten lassen sich auch komplexe Dokumente, Tabellen oder Präsentationen (ohne Effekte) erstellen. Die Zusammenarbeit mit anderen Anwendern sowie das Veröffentlichen von Dokumenten erfolgt per Mausklick über das Menü (Abbildung 7).

Abbildung 7: Gut gelöst: Die Freigabe der Dokumente unter Thinkfree ist durchdacht.

Ajax13

Bei Ajax13.com [3] finden Sie eine Textverarbeitung ("AjaxWrite"), eine Tabellenkalkulation ("AjaxXLS"), eine Präsentationssoftware ("AjaxPresents"), ein vektorbasiertes Grafikprogramm ("AjaxSketch") sowie einen Musikplayer ("AjaxTunes"). Mit Opera oder Konqueror brauchen Sie die Ajax13-Applikationen gar nicht erst aufzurufen: Die Suite setzt einen auf der Gecko-Engine basierenden Browser wie Firefox oder Galeon voraus. Sowohl die Textverarbeitung als auch die Tabellenkalkulation sollen laut Beschreibung ODF- wie MS-Office-Dateien importieren und exportieren können.

Die Textverarbeitung AjaxWrite präsentiert sich auf den ersten Blick recht übersichtlich und aufgeräumt (Abbildung 8). Dass das erscheinende leere Dokument sich nicht sofort bearbeiten lässt, irritiert etwas, aber nach einem Klick auf das Icon New lässt sich der Text erwartungsgemäß eingeben. Solange man es dabei belässt und sich zudem noch auf einfache Dokumente beschränkt, scheint AjaxWrite recht brauchbar.

Abbildung 8: Weniger ist mehr: AjaxWrite präsentiert sich klar strukturiert und aufgeräumt.

Doch schon bei Unterstreichungen stößt die Anwendung an ihre Grenzen. Beim Einfügen von Bilder ist eine Positionierung so gut wie gar nicht möglich. In unserem Fall brachte AjaxWrite sogar sogar Firefox zum Absturz, sobald wir das Bild über die Dokumentmarkierung zogen. Auch die Arbeit mit Tabellen war alles andere als eine Freude, denn das Programm passt dynamisch die Spalten an und entmündigt den Anwender dabei komplett. Wer dagegen viel mit Aufzählungen zu tun hat, kann sich freuen, denn diese lassen sich im Dokument problemlos einbauen.

Außer rudimentären Funktionen hat AjaxWrite aber nichts zu bieten. Das Programm verfügt weder über eine Rechtschreibprüfung noch über eine Möglichkeit, das Papierformat auszuwählen, sodass man nie ganz sicher ist, wie das gedruckte Schriftstück letztendlich aussieht. Die Upload-Funktion, die es möglich machen soll, auf dem lokalen Desktop abgespeicherte Textdateien in AjaxWrite weiter zu bearbeiten, ließ sich nicht zur Mitarbeit überreden. Daher lässt sich nicht sagen, wie gut die Anwendung Texte im ODF- oder MS-Office-Format importiert. Auch die Tatsache, dass sich ein online erstelltes Dokument weder speichern noch exportieren ließ, sorgte für einigen Frust. Aufgrund dieser doch nicht ganz unerheblichen Mängel müssen wir feststellen, dass sich AjaxWrite derzeit nicht für den produktiven Einsatz eignet.

Mit den in der Textverarbeitung gewonnenen Erfahrungen gingen wir an den Test der Präsentationsanwendung. Hier versuchten wir allerdings, sofort eine fertige Datei zu importieren und ein geöffnetes Dokument zu speichern. Weder das eine noch das andere funktionierte, so dass wir den Test abbrachen. Die Tabellenkalkulation ajaxXLS konnten wir nicht einmal öffnen, weil die entsprechende Anwendung schlichtweg nicht zu erreichen war.

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