Aufmacher

Klassenraum-Management-Software iTalc

Auf der Schulbank

Mit iTalc haben Sie im digitalen Klassenzimmer alles im Griff und integrieren den PC als Hilfsmittel und Werkzeug sinnvoll in den Unterricht.

Computer gehören heutzutage ebenso zum Schulinventar wie Kreide und Tafel: Die meisten Lehranstalten weisen mindestens ein Computerkabinett auf. Stehen die Rechner jedoch erst einmal und wagen sich die ersten Lehrer sich mit ihren Schützlingen an die neue Technik, weicht die anfängliche Freude häufig einem etwas nüchternen Blick auf die Realität: Neben sinnvollen didaktischen Konzepten mangelt es zumeist auch an Software, mit deren Hilfe der Lehrer den Überblick über den Klassenraum behält.

Eine solche Software beinhaltet vielfältige Funktionen zur Kontrolle der Schülerrechner. Dazu zählt eine einfache Klassenraumübersicht sowie die Möglichkeit, Rechner fernzusteuern, Bildschirme zu sperren oder den Lehrerbildschirm zu Demonstrationszwecken in Echtzeit auf die Schülerbildschirme zu verteilen. Nun ist es ja nicht so, dass es keine Firmen gäbe, die solche sogenannte Klassenraum-Management-Software entwickeln – doch für entsprechende Lizenzen fallen schnell mehrere Tausend Euro an. Zudem setzt solche Software ausschließlich Windows voraus und enthält nicht selten knebelnde Lizenzbestimmungen.

Freie Alternative

In der Open-Source-Welt gab es lange keine brauchbare Alternative, weshalb vor vier Jahren an einer Schule in Chemnitz die Arbeit am Projekt iTalc [1] begann. Dort sah das Kollegium nach dem Umstieg auf Linux das Fehlen einer solchen Software als großes Manko an. Ursprünglich als reine Linux-Software konzipiert, läuft iTalc mittlerweile auch unter Windows, und selbst der Support für OS X steht für dieses Jahr noch auf dem Plan. Mittlerweile gehört iTalc bei Edubuntu als Standardsoftware zum Verwalten von Klassenräumen mit zum Umfang und erfreut sich so weltweit zunehmender Beliebtheit.

Nach der Installation (siehe Kasten "iTalc einrichten") geht es an die Konfiguration, damit iTalc ordnungsgemäß und vor allem sicher funktioniert. Halten Sie sich stets vor Augen, dass jeder Schüler die Möglichkeit hat, die Software selbst herunterzuladen und den Betrieb zu stören beziehungsweise unbemerkt fremde Bildschirminhalte einzusehen. Um genau das zu verhindern, besitzt iTalc einen auf dem Public-Key-Verfahren basierenden Authentifizierungsmechanismus. Auf dem Lehrerrechner befindet sich ein privater Schlüssel, aus dem die Software einen öffentlichen Schlüssel ableitet. Diesen öffentlichen Schlüssel verteilen Sie auf alle Schülerrechner.

iTalc einrichten

Die Installation und Einrichten von iTalc fällt recht leicht, sofern Sie einige Kleinigkeiten beachten. Zunächst einmal laden Sie die Software von der Heft-DVD oder aus dem Netz herunter. Sinnvollerweise beginnen Sie die Installation beim Lehrer-Rechner. Bei Distributionen wie Ubuntu 8.04 (mitsamt Derivaten) oder Debian "Testing"/"Lenny" genügt die Auswahl der Pakete italc-client und italc-master im Paketmanager.

Auch Mandriva [2] und OpenSuse [3] stellen über ihre Education-Repositories entsprechende Pakete zur Verfügung. Achtung: Debian "Etch" und verschiedene andere ältere Distributionen enthalten eine frühe Version von iTalc (0.9.x), die die Entwickler nicht mehr unterstützen.

Verwenden Sie eine Distribution, die keine aktuelle Version von iTalc (möglichst 1.0.7 oder neuer) bereitstellt, empfiehlt es sich, die Software selbst zu kompilieren. Das setzt Qt 4.2.3 oder neuer samt Entwicklerpaketen sowie die Entwicklerpakete der OpenSSL-Bibliothek, die Libjpeg sowie die Zlib voraus. Nach Herunterladen des Quellcodes entpacken Sie das Archiv und wenden den üblichen Dreisatz configure && make && sudo make install an.

Sobald nun ein iTalc-Dienst (Client) auf einem Schülerrechner eine Verbindungsanfrage bekommt, authentifiziert sich der Fragende (im folgenden Master genannt), indem er eine vom Client erhaltene Folge von zufälligen Bytes mit seinem privaten Schlüssel signiert. Der Client erhält die Signatur als Antwort und prüft mit Hilfe des öffentlichen Schlüssels die Gültigkeit der Signatur. Stimmt diese, erhält der Client die Kommunikation aufrecht und der Master darf den Rechner kontrollieren und den Bildschirm auslesen.

Schlüsselfragen

Bei Ubuntu erstellt das System bei der Installation der Software automatisch einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel. Setzen Sie diese Distribution ein, überspringen Sie einfach den nächsten Schritt. In allen anderen Fällen führen Sie den folgenden Befehl als root aus:

# ica -role teacher -createkeypair

Anschließend finden sich in /etc/italc/keys/private/teacher/key und /etc/italc/keys/public/teacher/key der private respektive öffentliche Schlüssel. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Dateiberechtigungen zu setzen: Erlauben Sie beim öffentlichen Schlüssel jedermann den Zugriff, der private Schlüssel darf hingegen nur für eine eingeschränkte Benutzergruppe zugänglich sein. Da die Schlüssel standardmäßig root:root gehören, bietet es sich an, eine Gruppe italcusers anzulegen und mittels chgrp -R italcusers /etc/italc/keys/private/teacher als root die Berechtigungen anzupassen.

Anschließend fügen Sie die entsprechenden Nutzer noch der Gruppe hinzu. Das Verzeichnis mit den öffentlichen Schlüsseln (/etc/italc/keys/public) übertragen Sie nun unverändert auf alle Schülerrechner. Alternativ legen Sie es in geeigneter Weise in ein Netzwerk-Share und verknüpfen es per Symlink. Letztere Vorgehensweise spart insgesamt Aufwand, vor allem für den Fall, dass jemand den privaten Schlüssel kompromittiert.

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