Distribits

15.01.2009

DSL 4.4 ist da

John Andrews hat Damn Small Linux 4.4 (http://www.damnsmalllinux.org) zum Download freigegeben. Die Urmutter aller Mini-Distributionen bringt in der aktuellen Version wenig tiefgreifende Neuerungen mit. Neu ist die Integration der GUI-Bibliothek FLTK. Der auf Firefox basierende, mit Gtk 1.x neu compilierte Browser Netrik unterstützt jetzt wieder alle Suchmaschinen, die auch in Firefox integriert sind. Ein frisches Theme und ein neuer Hintergrund, die weniger Systemressourcen verbrauchen, runden die aktuelle Version ab. ->DVD

Neues von Debian "Lenny"

Die Debian-Entwickler (http://www.debian.org) haben eine neue Beta-Version des "Etch"-Nachfolgers zum Download freigegeben. Sie installiert einen Kernel in Version 2.6.24 und unterstützt mit ARM-Little-Endian-Geräten eine zusätzliche Prozessorarchitektur. Die Umstellung auf GCC 4.3 ist inzwischen ebenfalls erfolgt.

Der Installer erlaubt erstmals das Anlegen verschlüsselter Partitionen. Ein neues Startmenü stellt den Anwender vor die Wahl, eine grafische oder textbasierte Installation zu starten. Wer den KDE- oder XFCE-Desktop installieren möchte, hat jetzt die Möglichkeit, Pakete gezielt zur Installation auszuwählen, wie das für den Gnome-Desktop schon länger der Fall ist. Die ISO-Images für die aktuelle Beta von Debian liegen auf dem Server des Projekts und zahlreichen Spiegelservern zum Download bereit.

Neues von Arch Linux

Arch Linux (http://archlinux.org) ist in Version 2008.6 erschienen. Das System richtet sich vor allem an erfahrene Anwender, die verstehen wollen, was sich in ihrem System abspielt. Die Konfiguration von Arch Linux geschieht fast vollständig über Textdateien. Dabei verbindet Arch Linux den Aufbau eines Slackware-Linux mit einer an Debian angelehnten Paketverwaltung und einem Build-System in Gentoo-Manier. Die Software von Arch Linux 2008.6 ist auf dem aktuellen Stand: Als Systembasis dienen der Kernel 2.6.25.6, Glibc 2.8, GCC 4.3 und X.org 7.3. Für den Desktop bringt die Distribution KDE 3.5.9, Gnome 2.22.2, Firefox 3.0, Seamonkey 1.1.9 und OpenOffice 2.4.1 mit.

Die Installation von Arch Linux erfolgt aus einem Live-System, das von CD oder USB-Stick startet. Arch Linux 2008.6 steht auf der Homepage der Distribution und einigen Spiegelservern für 32- und 64-Bit-Systeme zum Download bereit. Neben ISO-Dateien für das Brennen auf CD gibt es auch Images für USB-Sticks.

ZevenOS für den Desktop

ZevenOS (http://www.zevenos.com) ist eine neue Distribution auf der Basis von Ubuntu 8.04 und liegt derzeit als Beta 5 vor. ZevenOS soll als Desktop-System eine gute Hardware-Unterstützung und hohe Leistung bieten sowie für Einsteiger gut zu bedienen sein. Als Desktop dient Icewm 1.2.33, das mit Systemressourcen sparsam umgeht. Die Entwickler liefern eine Reihe von Themes mit, die dabei helfen, die Oberfläche den eigenen Vorlieben anzupassen. Der ZevenOS-Programmstarter Magi präsentiert die Anwendungen nach Einsatzgebieten sortiert.

Neben den in Ubuntu 8.04 enthaltenen Programmen bringt ZevenOS für die Büroarbeit Abiword 2.6 und Gnumeric 1.8.2 mit, als Browser kommen Epiphany 2.22.1.11 und Firefox 3 Beta 5 zum Einsatz. Sylpheed 2.4.8 kümmert sich um E-Mails. Gambas 2.5 dient zum Erstellen von Basic-Programmen, Gimp 2.4.5 zur Bearbeitung von Grafiken. Die meisten Programme nutzen Gtk+ als Toolkit.

Alle Anwendungen geben sich beim Verbrauch von Speicher und Rechenleistung recht sparsam, so dass ZevenOS auch auf älterer Hardware gut läuft. ZevenOS liegt in Form eines CD-Images auf der Homepage des Projekts zum direkten Download oder als Bittorrent-Datei bereit.

ZevenOS bietet ein schnelles System unter einer übersichtlichen Oberfläche.

PC/OS 2008 mal drei

Das Ubuntu-Derivat PC/OS (http://www.pc-os.org) entstand mit dem Ziel, ein System zusammenzustellen, das einfach zu installieren, zu warten und zu benutzen ist. Wichtig war den Entwicklern auch die Unterstützung älterer Hardware, so dass PC/OS auch auf Rechnern mit weniger als 2 GHz Takt läuft. Die Distribution enthält alle Programme des aktuellen Xubuntu (http://www.xubuntu.org) sowie einige Anwendungen, die die Benutzung von Webinhalten vereinfachen.

Als Desktop dient XFCE in einer aktuellen Version; Gnome, KDE und TWM lassen sich nachinstallieren. Firefox haben die Entwickler bereits mit Plugins für die Darstellung von Flash-Inhalten ausgerüstet, das integrierte Mono bietet Unterstützung bei der .Net-Entwicklung. Das System enthält Codecs für die wichtigsten Multimedia-Inhalte, sodass sich Filme und Musik direkt abspielen lassen.

PC/OS 2008 gibt es in drei Varianten, alle für die x86-Prozessorarchitektur: "Minimal Install" enthält die wichtigsten Programme und kommt als installierbares Live-CD-System daher. Das knapp 9 GByte große "Full Install" umfasst die komplette Software-Auswahl. Als "Server System" bringt PC/OS Dienste für Datenbanken, File/Print- und Multimedia-Server mit. Diese Version ist nur knapp 250 MByte groß.

Für den November 2008 planen die Entwickler die Freigabe von PC/OS DesktopWorkstation 2008, der ersten kostenpflichten Version von PC/OS. Sie soll 49 US-Dollar kosten und neben den Programmen des kostenlosen Systems Realbasic Professional, Crossover Office sowie LinDVD enthalten.

PC/OS ist einfach zu bedienen und sieht dabei auch noch gut aus.

Linux Mint 5

Auch bei Linux Mint 5 (http://www.linuxmint.com) handelt es sich um eine der zahlreichen Ubuntu-8.04-Varianten, die sich Benutzerfreundlichkeit sowie einfache Installation und Verwaltung zum Ziel gesetzt haben. In der aktuellen Version verbesserten die Entwickler die distributionseigenen Tools mintMenu, mintUpdate und mintInstall. Ferner arbeiteten Sie an der Internationalisierung, so dass Linux Mint jetzt mehr Sprachen unterstützt. Ein neues Theme lässt die Oberfläche jetzt frischer aussehen. Um die Ausführungsgeschwindigkeit des Systems zu erhöhen, haben die Entwickler den Speicherverbrauch der wichtigsten Anwendungen und es Gnome-Desktops verringert.

Zur Installation von Software steht CNR (http://www.cnr.com) von Linspire (http://www.linspire.com) ebenso zur Verfügung wie ein Linux Mint-eigenes Softwareportal. Die Entwickler möchten Linux Mint zwei Jahre lang mit Software-Updates und Backports aktueller Software der kommenden Version Linux Mint 6 versorgen. So haben die Nutzer des stabilen Linux Mint 5 die Möglichkeit, aktuelle Software zu nutzen.

Linux Mint 5 steht in Form von Live- und Installations-CDs auf der Homepages des Projekts zum Download bereit. Zusätzlich zur "Main" genannten Gnome-Version existiert noch eine "Light"-Variante, die vollständig auf den Einsatz proprietärer oder von Softwarepatenten bedrohter Software verzichtet.

Linux Mint 5 verbindet aktuelle Software mit einer wohl gestalteten Oberfläche.

Ubuntu für Netbooks und Mobile Internet Devices

Canonical, die Firma hinter Ubuntu Linux hat mit dem Ubuntu Netbook Remix (http://www.ubuntu.com/news/netbook-remix) ein System für kleine Notebooks oder Netbooks in Arbeit. Es ist speziell für Geräte mit einer Bildschirmgröße bis zu 10 Zoll gedacht. Als Zielplattform visiert Canonical Geräte mit Intels neuem Atom-Prozessor an, der besonders stromsparend arbeitet. Ubuntu nutzt dabei von Intel für die Initiative Mobilin.org (http://www.mobilin.org) geschaffene Technologien. Das System richtet sich zur Zeit weniger an Anwender als an die Hersteller kleiner Notebooks, die Geräte mit vorinstalliertem Ubuntu ausliefern wollen und ihre Geräte für Ubuntu zertifizieren lassen möchten.

Die Softwareausstattung konzentriert sich auf den Einsatz als mobiler Begleiter. Als Browser dient Firefox 3, als Instant Messenger Pidgin, Thunderbird kümmert sich um E-Mail und News. Das Betrachten, Organisieren und Verwalten von Fotos erledigt F-Spot, die Büroarbeiten OpenOffice. Canonical hat alle Programme für die Benutzung auf kleinen Bildschirmen angepasst.

Die Ubuntu Mobile Internet Device Edition (http://www.canonical.com/products/mobile) soll auf Geräten mit einer Bildschirmdiagonale von vier bis sieben Zoll laufen und lässt sich komplett über einen Touchscreen steuern. An Software bringt die Distribution einen auf Mozillas Gecko-Engine basierenden Browser, ein E-Mailprogramm, einen Media-Player sowie ein Kalenderprogramm mit. Die Programme lassen sich über einen Launcher genannten Programmstarter auswählen.

Die aktuelle Version der Ubuntu Mobile Internet Edition soll Entwicklern die Möglichkeit geben, ihre Anwendungen an das System anzupassen, und Hardware-Hersteller ermöglichen, ihre Geräte anzupassen. Schon im Herbst will Canonical eine stabile Version veröffentlichen, die dann einen sechsmonatigen Entwicklungszyklus parallel zu Ubuntu bekommt.

Kurz notiert

Das OpenSuse-Projekt hat die drei bisher nebeneinder existierenden Foren Suseforums.net, Suselinuxsupport.de und OpenSuse Novell Support Forum zum OpenSuse Supportforum (http://forums.opensuse.org) zusammengefasst. Die neue Site bietet hilfesuchenden Anwender einen zentralen Anlaufpunkt für alle (An-)Fragen.

Die Entwickler von Fedora (http://fedora.redhat.com) weisen darauf hin, dass Fedora Core 7 seit Mitte Juni 2008 nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Anwender von Fedora 7 sollten auf die aktuelle Version Fedora 9 umsteigen: Auch der Support für Fedora 8 läuft in vier Monaten aus.

Das auf Debian Sid basierende Live-System Sidux (http://www.sidux.com) ist in Version 2008-02 erschienen. Das aktuelle Release verwendet Kernel 2.6.25.9 und aktualisiert die enthaltene Software auf den Stand von Debian "Sid" vom 25. Juni 2008. Das Installationsprogramm kann jetzt mit komplexen Partitionierungsschemas umgehen und unterstützt LVM2. Sidux enthält ausschließlich freie Software nach den Debian-Richtlinien und ist für x86- und x86_64-Architekturen erhältlich. Nach der Installation lässt sich Sidux mit Paketen aus dem Pool von Debian "Sid" erweitern.

Die Macher von CentOS (http://www.centos.com) haben Version 5.2 der Distribution zum Download freigegeben. CentOS basiert auf den freien Quellen von Red Hat Enterprise Linux 5.2. Das Release enthält im Wesentlichen Updates der vorhandenen Pakete, neue Software ist nicht hinzugekommen. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Verbesserung der Hardware-Unterstützung und die Senkung des Energieverbrauchs. Für den Desktop kam eine Vorabversion von Firefox 3 ins System, OpenOffice liegt jetzt in Version 2.3 bei, Thunderbird in Version 2.0.

Ubuntu (http://www.ubuntulinux.org) erhält in der kommenden Ausgabe eine Installationsoption für ausschließlich freie Software erhalten. Das entsprechende Derivat Gobuntu wird daher nach Erscheinen der Version 8.04 eingestellt. In Zukunft lässt sich aus dem Ubuntu-Installationprogramm heraus eine Option wählen, die ein System ohne proprietäre Software, Treiber und Artwork installiert. Auch das von der Free Software Foundation unterstützte vollständig freie Gnewsense (http://www.gnewsense.org) verwendet Ubuntu als Grundlage.

Die Macher von Slackintosh (http://workaround.ch) haben Version 12.1 der Distribution für PowerPC-Rechner fertig gestellt. Das Slackware-Derivat basiert auf Kernel 2.6.24.5, Glibc 2.7 und X.org 7.3 und bringt als Desktops KDE 3.5.9 und XFCE 4.4.2 mit. Als Office-Paket dient KOffice 1.6.3. Im aktuellen Release integrierten die Entwickler zudem HAL.

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