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Auf der Schulbank

Klassenraum-Management-Software iTalc

Grundfunktionen

Um den Bildschirm eines Schülers in voller Größe zu erhalten, klicken Sie mit der rechten Maustaste in das betreffende Fenster und wählen im Kontextmenü Live anschauen (Abbildung 2). Anschließend schaltet die Software in den Vollbildmodus für den betreffenden Client um und Sie können alle Aktivitäten in Echtzeit verfolgen. Sobald Sie den Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand bewegen, erscheint eine Werkzeugleiste mit diversen Aktionen – unter anderem schalten Sie hier in den Fernsteuermodus um.

Abbildung 2: Bei Bedarf holen Sie sich den Bildschirm eines Clients großformatig auf Ihren Desktop und verfolgen die Aktivitäten an diesem Rechner ganz genau.

Direkten Zugriff erhalten Sie übrigens auch mit einem Doppelklick auf das entsprechende Client-Fenster. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, von einem Bildschirm einen Screenshot zu erstellen, beispielsweise zum Sichern von Beweisen im Falle unerlaubter Aktivitäten. Das geschieht entweder über den Schnappschuss-Knopf in der Vollbildansicht oder dem entsprechenden Eintrag im Kontextmenü des Client-Fensters (Abbildung 3). Anschließend finden Sie die Aufnahmen im Schnappschuss-Arbeitsbereich wieder, wo Sie sie bei Bedarf auch wieder löschen.

Abbildung 3: Per Schnappschuss sichern Sie ganz einfach einen Beweis eines Rechners, auf dem gerade Unfug geschieht.

Zu den herausragenden Funktionen von iTalc gehört der Demo-Modus. Wie der Name schon sagt, haben Sie damit die Möglichkeit, etwas zu vorzuführen. Falls im Computerkabinetten kein Beamer bereit steht oder dessen Einsatz gerade nicht zweckmäßig erscheint, übertragen Sie mit einem Klick auf Vollbild-Demo oder Fenster-Demo den Lehrerbildschirm auf alle Schülerbildschirme.

Der Unterschied zwischen den beiden Modi besteht darin, dass im Vollbildmodus sämtliche Eingabegeräte gesperrt sind und die Schüler keine Möglichkeit haben, sich der Demo zu entziehen. Im Gegensatz dazu erlaubt es die Fenster-Demo dem Schüler, diese zu minimieren, in den Hintergrund zu schieben oder zu schließen, um Gezeigtes gleichzeitig nachzuvollziehen. Um die Demo wieder zu beenden, genügt ein Klick auf den Knopf Übersicht.

Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Lösungen lastet die Demo das Netzwerk nicht vollkommen aus. Stattdessen ermöglichen intelligente Komprimierungsverfahren eine Demo in Echtzeit auf 16 Clients mit einer Netzlast von durchschnittlich 1 bis 2 MByte/s. Zudem beschränkt sich der Demo-Modus (wie auch alle anderen Funktionen) nicht auf ein Subnetz, sondern arbeitet dank direkter TCP/IP-Verbindungen (einige kommerzielle Lösungen setzen UDP-Broadcasts ein) über Subnetzgrenzen hinweg. Das ermöglicht es Schülern, von zu Hause über einen VPN-Tunnel am Unterricht teilzunehmen.

Wenn es gilt, die Aufmerksamkeit der Schüler nach vorne statt auf die Computer zu lenken, sperren Sie einfach die Bildschirme. Neben den Knöpfen für die Demo-Modi befindet sich in der Werkzeugleiste ein Knopf mit einem Schloss-Symbol. Ein Klick darauf sperrt die Eingabegeräte auf den Schüler-PCs und schaltet den Bildschirm dunkel. Auch diesen Modus beenden Sie mit einem Klick auf den Knopf Übersicht.

Massenabfertigung

Es existieren eine Reihe weiterer Funktionen, die gerade bei einer großen Anzahl von Rechnern die Arbeit vereinfachen. Dazu gehört beispielsweise das zentrale Anschalten aller Rechner. Diese Funktion setzt voraus, dass die Client-Rechner WOL-fähige Netzwerkkarten haben und dass Sie Wake-on-LAN im BIOS oder mittels Ethtool aktiviert haben. iTalc ermöglicht ebenfalls ein zentrales Herunterfahren aller Rechner auf Knopfdruck.

In Umgebungen, in denen Nutzer keinen eigenen Account besitzen, sondern gemeinsame Benutzerkonten für den ganzen Klassenraum zum Einsatz kommen (zum Beispiel in Grundschulen), hilft außerdem die Funktion Ferngesteuerte Anmeldung, schneller zum eigentlichen Thema zu kommen. Dazu schalten Sie vor Stundenbeginn alle Rechner zentral ein und melden sich kurze Zeit später mit dem entsprechenden Account an. Je nach Konfiguration und verwendetem Anmeldemanager funktioniert diese Feature allerdings unter Linux zum Teil nicht richtig.

Für Administratoren dürfte die Funktion Befehl ausführen sehr hilfreich sein. Diese Option finden Sie jedoch nicht in der Werkzeugleiste, sondern im Kontextmenü eines Klassenraums in der Klassenraumverwaltung. Das Feature ermöglicht es, eine Reihe von Befehlen auf allen Rechnern auszuführen. Sofern ICA auf diesen PCs als User root läuft, dürfen Sie sogar alle möglichen Systembefehle und -programme starten. Andernfalls laufen Programme mit Rechten des angemeldeten Nutzers – was wiederum zum Beispiel hilft, bei allen Nutzern einen Browser mit einer bestimmten Seite zu öffnen.

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LinuxUser 06/2012

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