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Zentrale Schaltstelle

Programme und Aktionen mit Gnome Do ausführen

01.07.2008 Alle Informationen zentral zur Hand und die richtigen Aktionen gleich parat – bei Gnome Do verschmelzen Suchmaschine und Anwendungstarter zu einem neuen Komfortwerkzeug.

Der flexible Anwendungsstarter Gnome Do [1] orientiert sich vom Konzept an Quicksilver [2] für Mac OS X. Durch eine Tastenkombination gestartet, öffnet sich ein Fenster, in dem Sie das gewünschte Programm durch die Eingabe des Namens starten. Es reicht einen Teil des Namens einzugeben, denn Gnome Do vervollständigt die Eingabe automatisch. So startet die Eingabe von text beispielsweise den Texteditor. Es orientiert sich dabei an der Schreibweise im Startmenü.

Doch Gnome Do leistet noch mehr, als nur Programme zu starten. Es sucht nach Musik, die in den Datenbanken von Rhythmbox, Amarok oder Banshee liegt, Kontakte aus Evolution oder GMail oder dem Instant Messenger Pidgin. Auf Wunsch startet es bei letzterem gleich einen Chat mit der entsprechenden Person. Das Tool beherrscht auch Dateioperationen und noch vieles mehr. Durch eine Reihe von Plugins rüsten Sie leicht zusätzliche Funktionen nach.

Die Installation von Gnome Do gelingt recht einfach. Die Autoren stellen für alle gängigen Distributionen von Arch bis Ubuntu Pakete, Paketquellen oder weiterführende Informationen bereit [3]. Brandneue Distributionen, wie Ubuntu 8.04 "Hardy Heron" enthalten Gnome Do direkt in den Paketquellen. Hier genügt es, die Pakete gnome-do, gnome-do-plugin-rhythmbox, gnome-do-plugins über das Paketmanagement zu installieren.

Haben Sie das Programm auf die Platte gehoben, finden Sie unter Anwendungen | Zubehör | GNOME Do den Eintrag, um das Programm zu starten. Als erstes erscheint das Anwendungsfenster. Klicken Sie mit der Maus auf eine beliebige Stelle des Desktops, oder führen Sie andere eine Aktion aus, so verschwindet Gnome Do, bleibt aber im Hintergrund aktiv. Möchten Sie das Tool wieder in den Vordergrund holen, so tun Sie dies zum Beispiel mit der Tastenkombination [Windows]+[Leertaste].

Sitzung erweitern

Damit Sie Gnome Do nicht immer manuell zu starten brauchen, fügen Sie das Programm zum Beispiel zur aktuellen Sitzung von Gnome hinzu. Dies geht in der Sitzungsverwaltung, die Sie unter System | Einstellungen | Sitzungen finden. Hier tragen Sie Gnome Do über Hinzufügen ein. Mit dem Befehl gnome-do --quiet stellen Sie sicher, dass das Programm im Hintergrund startet (Abbildung 1.

Abbildung 1

Abbildung 1: So läuft Gnome Do nach dem Starten der Sitzung als aktives Programm im Hintergrund.

Gnome Do benutzt keine herkömmlichen Anwendungsfenster. Das Fenster erscheint rahmenlos und transparent, falls der eingesetzte Fenstermanager so genanntes Compositing beherrscht. Dies bieten beispielsweise Compiz oder Metacity aus der gerade im März erschienenen Version 2.22 von Gnome. Da die Metacity-Entwickler diese Funktionalität jedoch noch nicht als ausgereift erachten, haben Sie diese üblicherweise deaktiviert.

Über den Befehl gconftool-2 -s --type bool /apps/metacity/general/compositing_manager true schalten Sie das Compositing ein. Aktuell hat dies jedoch bei Ubuntu zur Folge, dass Compiz als Fenstermanager nicht mehr startet. Möchten Sie Compiz nutzen, deaktivieren Sie das Compositing von Metacity wieder, indem Sie in dem Befehl true gegen false tauschen.

Das Hauptfenster besteht aus bis zu drei Bereichen. Beim Start sehen Sie davon zwei. Geben Sie einen Begriff ein, so erscheint automatisch eine zu dem Suchbegriff passende Aktion im zweiten Bereich. Geben Sie zum Beispiel texte ein, so wählt Gnome Do automatisch Run zum Ausführen des Programmes aus (Abbildung 2). Führen Sie die Aktion mit [Eingabe] aus, so startet der Texteditor von Gnome.

Abbildung 2

Abbildung 2: Mit Gnome Do starten Sie alle Programme durch die Eingabe des Namens aus dem Applikationsmenü.

Es verwirrt allerdings etwas, dass Gnome Do die Namen der Einträge im Startmenü benutzt, um Anwendungen zu identifizieren. Das Binary des Gnome-Texteditors heißt gedit. Geben Sie dies in Gnome Do ein, so findet das Programm keinen einzigen Treffer. Sie sollten also immer den Namen aus den Anwendungsmenüs suchen.

Geben Sie stattdessen den Namen einer Datei oder eines Verzeichnisses aus dem Homeverzeichnis ein und wechseln mit [Tab] in den Bereich mit den Aktionen, so stehen Ihnen mit [Pfeil unten] weitere Aktionen, wie Verschieben oder Kopieren, bereit (Abbildung 3). Nach der Auswahl einer Aktion erscheint der dritte Bereich, in dem Sie ein Ziel für diese Aktion bestimmen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Geben Sie einen Datei- oder Ordnernamen ein, so stehen Ihnen sogar Dateioperationen zur Verfügung.

Das Bedienprinzip zieht sich durch Gnome Do wie ein roter Faden. Zuerst tippen Sie den Suchbegriff ein, dann wechseln Sie mit [Tab] in den nächsten Bereich und wählen dort mit [Pfeil unten] die gewünschte Aktion aus.

Plugins

Bei Bedarf erweitern Sie Gnome Do durch eine Reihe von Plugins [4]. Jedes Plugin besteht aus einer Bibliothek, deren Dateiname für Linux-Anwender etwas ungewohnt auf dll endet. Legen Sie das Plugin einfach ins Verzeichnis .local/share/gnome-do/plugins im Homeverzeichnis uns starten Sie die Anwendung neu, damit das Tool das Plugin erkennt.

Abbildung 4

Abbildung 4: Gnome Do durchsucht die Musikdatenbank von Rhythmbox nach Künstlern und Alben und bietet passende, kontextbezogene Aktionen an.

Auf diese Weise rüsten Sie zahlreiche Funktionen nach. Gnome Do durchsucht so die Bookmarks von Firefox oder Epiphany und öffnet gespeicherte Links im Browser. Er wühlt sich durch die Musik aus Rhythmbox, Amarok oder Banshee und fügt diese auf Wunsch einer Playlist hinzu (Abbildung 4). Auch die Kontakte aus Pidgin oder Evolution binden Sie auf diesem Weg in den Starter ein. Regelmäßig kommen neue Plugins hinzu. Entwicklern, die Mono zugetan sind, steht eine ausführliche Dokumentation bereit, um eigene Ideen zu verwirklichen.

Glossar

Compositing

Fenstermanager mit Composition-Funktionen benutzen die Graphikprozessoren moderner Grafikkarten zum Darstellen der Oberfläche. Sie beherrschen einfache Effekte wie transparente Fensterleisten bis hin zu aufwändigen Effekten, wie der beim Verschieben wabbelnde Fenster.

Metacity

Windowmanager, der seit Gnome 2.22 Compositing beherrscht. Er gehört bespielsweise zum Desktop in der aktuellen Ubuntu-Version 8.04 "Hardy Heron". Metacity ist als Windowmanager aktiv, wenn unter System | Einstellungen | Erscheinungsbild | Erscheinungsbild | Erscheinungsbild keine Desktop-Effekte aktiviert wurden.

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