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Videorekorder trifft PC

01.07.2008
Mit einer Videokarte und der freien Software VDR werten Sie selbst einen bescheiden ausgestatteten PC zum vollwertigen Videorekorder auf.

Mit einem aktuellen Linux und den passenden VDR-Paketen [1] machen Sie aus jedem Rechner einen voll funktionsfähigen Videorekorder. Bei vielen Distributionen finden Sie die dafür notwendigen Pakete bereits auf den Installationsmedien oder in den Standard-Repositories. Wollen Sie Ihren Rechner ausschließlich als Videorekorder einsetzen, verwenden Sie eine spezielle VDR-Distribution, bei der Sie nur die Pakete nutzen, die Sie zum Empfangen und Speichern von TV- und Radio-Programmen wirklich brauchen.

Voraussetzungen und Möglichkeiten

Die gute Nachricht: VDR läuft auch auf älteren Rechnern mit einem Prozessortakt ab 166 MHz und einer TV-Karte für den Fernsehempfang. VDR schickt die empfangenen Daten wahlweise auf ein angeschlossenes TV-Gerät oder auf den Computermonitor.

Mit einer VDR-Distribution steuern Sie VDR bequem über die Tastatur oder mit einer Infrarot-Fernbedienung vom Sofa aus. Die elektronische Programmzeitung (EPG) erspart die Suche in der Fernsehzeitschrift, die Daten nutzen Sie zugleich für die Programmierung des Aufnahme-Timers. Trotz der bescheidenen Hardwareanforderungen gibt VDR Tondaten in Dolby-Digital-Qualität aus, wobei der Klang letztlich von der Soundkarte des eingesetzten Rechners abhängt.

VDR benötigt zum Dekodieren von Videosignalen eine Full-Featured- oder DXR3-Karte [2], bei der die Hardware den Datenstrom entschlüsselt. Allerdings unterstützen manche VDR-Distributionen auch Budget-Karten[3]. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Xine- oder Softdevice-Plugin zu verwenden, das dafür sorgt, dass der MPEG2-Datenstrom von der TV-Karte direkt beim Plugin landet. Das Umwandeln der Daten in Bildinformationen übernimmt dann die Software. So erledigt das Plugin die Arbeit des auf einer Full-Featured-Karte vorhandenen MPEG-Decoders. Dafür reicht ein alter PC aber nicht aus. Im Test kam eine WinTV-Nexus-S TV-Karte zum Einsatz, die wir mit verschiedenen VDR-Distributionen auf einem herkömmlichen PC getestet haben.

VDR nebenher

Die neuesten stabilen Versionen von VDR und passende Plugins finden Sie für die meisten Distributionen entweder direkt in der mitgelieferten Auswahl von Paketen oder in externen Paket-Repositories. Bei Redaktionsschluss gehörte die Version 1.4.7 bei OpenSuse 10.3 und Ubuntu 7.10 schon zum Lieferumfang. Für andere Distributionen binden Sie die externen Paketquellen beispielsweise über YaST, Zypper, Adept oder Synaptic ein. So müssen Sie die Pakete nicht einzeln herunterladen, Abhängigkeiten löst diese Methode auch gleich automatisch auf.

Auf den Medien von OpenSuse 10.3 (Abbildung 1) verstecken sich die VDR-Pakete in verschiedenen Paketgruppen. Suchen Sie daher in YaST einfach nach vdr und installieren Sie die gefundenen Pakete vdr, vdr-plugins, dvb (wenn Ihre TV-Karte noch nicht läuft) sowie die Bibliothek libdvdread3.

Abbildung 1: Bei OpenSuse finden Sie die VDR-Pakete über das Stichwort vdr. Um die Abhängigkeiten der Pakete kümmert sich Ihre Distribution.

Anwender von Fedora 8 und Ubuntu 7.10 finden in den Paketen ihrer Distribution neben vdr auch das Webinterface vdradmin-am. Das erlaubt die Steuerung des digitalen Videorekorders über ein Browserfenster. Bei Ubuntu liegen die VDR-Pakete ansonsten im Universe-Repository, Mandriva-Nutzer finden sie unter [4].

Einige Distributionen verwenden UTF-8 für die Zeichencodierung. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass VDR überhaupt nicht läuft. Abhilfe schafft die Eingabe von zwei Befehlen auf der Konsole:

$ export LANG=de_DE.iso8859-1
$ export LC_CTYPE=de_DE.iso8859-1

Wollen Sie eine experimentelle neue Version ausprobieren, müssen Sie diese selbst kompilieren. Ratschläge dazu liefert das VDR-Wiki [5], unter [6] finden Sie zudem die Entwickler-Versionen von VDR. Die bringt zwar die neuesten Features mit, stürzt dafür aber in der Regel noch häufig ab.

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