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Minimalist

Mini-Distribution Puppy Linux 4.0

01.07.2008 Die aktuelle Version 4.0 von Puppy Linux wurde von Grund auf neu entwickelt und ist trotz mehr Zubehör um 10 MByte kleiner als die Vorgängerversion.

Längst hat sich die Live-Mini-Distribution Puppy Linux [1] als ein adäquate Alternative zum Einsatz auf älteren Rechner etabliert – verfügt sie doch neben einer Vielzahl von Programmen über leicht zu bedienende Konfigurationsassistenten, die auch dem Einsteiger beim Arbeiten mit Puppy keine Steine in den Weg legen. Als Hardwaregrundlage genügt ein Rechner mit einer Pentium-166-CPU, 128 MByte Speicher und einem CD-ROM-Laufwerk. Da Puppy Linux komplett aus dem Hauptspeicher heraus läuft, schaden ein paar MByte Hauptspeicher mehr freilich nicht. Ein externes Speichermedium benötigt Puppy nur dann, wenn Sie die persönlichen Daten und die Konfiguration sichern möchten oder die Distribution wegen eines zu kleinen Hauptspeichers einen Swap-Speicher benötigt.

Abbildung 1: Dank des geringen Ressourcenverbrauchs läuft die Mini-Distribution Puppy Linux auch auf älterer Hardware problemlos.

Im Vergleich zum Vorgänger-Release 3.1 hat sich einiges getan. So basiert Version 4 nicht mehr wie die Vorgänger auf Slackware, sondern wurde basierend auf dem T2-Projekt ([2],[3]) komplett aus den Sourcen neu kompiliert. Die Entwickler begründen das mit der Platzersparnis durch weniger Abhängigkeiten. Weiterhin fielen GTK1 und TCL/TK aus Stringenzgründen unter den Tisch: Alle Puppy-Applikationen arbeiten nun mit GTK2. Die Kernelversion blieb mit 2.6.21.7 dieselbe wie in Release 3.1, wurde jedoch mit einem neuen Squashfs-Modul ausgestattet.

Software

Trotz seiner geringen Größe geizt Puppy nicht mit sinnvollen Programmen für fast alle Anwendungsbereiche. So decken Gnumeric, Abiword, Homebank und das Kalenderprogramm Osmo die Büroarbeit ab. Zur Anzeige von Multimediaformaten dient Gxine und Fotox, zum Erstellen und Bearbeiten von Bildern kommen Inkscape light und Mtpaint zum Einsatz.

Für das Internet stellt Puppy zum einen die aus einem Browser und einem Mailclient bestehende Seamonkey-Suite zur Verfügung, zum anderen Pidgin zum Chatten. Mit dem grafischen FTP-Client Gftp transferieren Sie Dateien von und zu FTP-Servern. Auch zum Datentausch über das beliebte Torrent-Netzwerk stellten die Entwickler mit Pctorrent die passende Applikation bereit.

Reicht der Funktionsumfang dennoch nicht aus, hilft der integrierte Paketmanager Puppy package manager (Abbildung 2) weiter. Er erlaubt Ihnen den Zugriff sowohl auf die offiziellen Puppy-Repositories aus auch auf inoffizielle Downloadquellen. Zur Auswahl stehen viele bekannten Applikationen wie MPlayer, Gimp oder Flashplayer, die Sie mit wenigen Mausklicks nachinstallieren.

Abbildung 2: Puppys Paket-Verwaltung erlaubt das problemlose Nachinstallieren zusätzlicher Software.

Bleibende Werte

Wer seinen alten Rechner dauerhaft mit Puppy vermählen möchte, dem stellt die Distribution mit dem Puppy universal installer verschiedene Installationsoptionen bereit. Das Tool erlaubt neben dem Einrichten auf SATA- oder IDE-Festplatten auch die Installation auf USB-Sticks, USB-Festplatten sowie ZIP- oder LS120-Laufwerken.

Möchten Sie Puppy ausschließlich im Live-Modus betreiben, bietet die Distribution am Ende jeder Session die Option, Änderungen entweder auf einer Festplatte zu speichern oder auf eine CD zu brennen. Um die unter Umständen sensiblen Daten vor den Blicken Dritter zu schützen, bietet das Tool das Verschlüsseln der gesicherten Dateien an. Dafür erstellt die Applikation einen Dateicontainer mit einer frei wählbaren Größe zwischen 32 MByte und 1,25 GByte, in dem es alle Daten speichert. Beim Booten sucht Puppy automatisch auf der Festplatte nach diesem und bindet ihn automatisch als Laufwerk ein.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 03/2012

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