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Grüner Zwerg

Kontron KT690/mITX im Test

01.07.2008 Mainboards nach dem von Via eingeführten Mini-ITX-Standard bieten bei kleinen Maßen oft eine überraschende Funktionsvielfalt – so auch das KT690/mITX von Kontron.

Dass nicht nur große Boards viel Funktionalität mitbringen, stellt die Firma Kontron mit dem neuen KT690/mITX [1] (siehe Abbildung 1) im Mini-ITX-Format [2] eindrucksvoll unter Beweis. Es vereinigt auf kleinstem Raum das, was man normalerweise nur von teuren ATX-Boards erwartet (siehe Kasten "KT690/mITX: Eigenschaften") und spart dabei gleichzeitig Strom.

Bisher war primär die Firma Via dafür bekannt, für einen erschwinglichen Preis sehr stromsparende Boards anzubieten. Via liefert die Winzlinge mit integrierter Grafik und Sound und bestückt sie mit hauseigenen CPUs. Als problematisch erwies sich dabei oft der verbaute Grafikchip: Da Via die Spezifikationen bis heute nicht offenlegt, muss man sich unter Linux entweder mit experimentellen, quelloffenen Treibern bescheiden oder zähneknirschend auf die proprietären zurückgreifen. Vor kurzem gab das Unternehmen allerdings bekannt, mit der Open-Source-Gemeinde enger kooperieren zu wollen. Die Klippe Grafikchip umschifft Kontron von vornherein, indem es beim KT690/mITX auf die unter Linux besser unterstützten und weiter verbreiteten Radeon-Chips von ATI zurückgreift.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das neue Kontron KT690/mITX-Board hat alles, was die großen ATX-Brüder auch bieten. Durch den schlanken Formfaktor passt es bequem in kleine Gehäuse.

KT690/mITX: Eigenschaften

Das Kontron-Board bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten, die man im Mini-ITX-Formfaktor nur selten findet. Auf der Rückseite finden sich folgende Anschlüsse (Abbildung 2):

  • PS/2-Anschlüsse für Tastatur und Maus
  • VGA-Ausgang, DVI-D-Ausgang, S-Video-Ausgang (1)
  • Audio-Eingang, Audio-Ausgang, Mikrofon-Eingang
  • 6 x USB 2.0
  • 2 x Realtek 8111B GBit-Ethernet (RPL/PXE-Unterstützung)

Auf der Platine bietet das KT690/mITX folgende Anschlüsse:

  • LVDS-Ausgang (Video) (1)
  • Floppy, ATA-133, 4 x SATA (mit RAID 0/1/10)
  • Compact Flash-Sockel
  • PCI (2.3), PCI-Express x8 in 16x-slot (1.1a), Mini PCI-Express (Unterseite)
  • S1-Prozessorsockel
  • 4 x USB 2.0
  • 2 x RS232, paralleler Anschluss
  • 8 GPIOs (General Purpose I/Os), über Feature-Connector abgreifbar
  • CDROM-Audio-Eingang
  • Anschluss für CPU- und Gehäuse-Lüfter
  • 2 x DDR2 SODIMM-Speichersockel (533/677 MHz)

Daneben bringt das Board die folgenden Komponenten in integrierter Form mit:

  • Realtek ALC888 7.1 und 7.2 Audio (Front, Rear, Side, Center, Subwoofer, S/PDIF Ein-/Ausgang)
  • ATI Radeon X1250 Grafikchip
  • TPM (Trusted Platform Module)

(1) Es lassen sich nur zwei der Ausgänge gleichzeitig nutzen; S-Video nur optional.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Rückseite des Boards zeigt sich äußerst anschlussfreudig: Hier befinden sich unter anderem sechs USB- und zwei GBit-Ethernet-Anschlüsse.

Board-Komponenten

Kontron integrierte den AMD M690T (Northbridge) und den ATI SB600 (Southbridge) auf dem Board. Die Northbridge enthält unter anderem den Grafikprozessor (kurz: GPU) ATI Radeon X1250 und die zwei GBit-Ethernet-Schnittstellen. Die zwei Ethernet-Schnittstellen glänzen mit Gigabit- sowie RPL/PXE-Unterstützung und lassen sich im BIOS deaktivieren. Die GPU ist, wie bei Chipsatzgrafik üblich, nicht die stärkste. Sie genügt aber für einfache Spiele und Desktop-Effekte, wie sie etwa Compiz bietet. Wie andere integrierte Grafikchips verfügt sie über keinen eigenen Videospeicher; stattdessen greift sie auf den Hauptspeicher zurück. Die Größe des Grafikspeichers regeln Sie bei Bedarf im BIOS nach, die Standard-Einstellung passt jedoch in den meisten Fällen. Sehr positiv fällt die Möglichkeit auf, zwei Monitore anzuschließen, die die Hardware unabhängig voneinander ansteuert.

Dank Hardware-Unterstützung für die RAID-Level 0, 1 und 10 in der Southbridge stellt der Betrieb von Festplattenverbünden kein Problem dar, im RAID-BIOS stellen Sie die von Ihnen gewünschte Konfiguration ein. Ein weiteres Highlight stellen die zehn USB-Ausgänge dar, von denen sechs auf der Board-Rückseite herausgeführt sind. Auch dem Audiogenuss steht mit der Unterstützung von 7.1- und 7.2-Systemen nichts im Wege. Das Board bietet nach außen jedoch nur einen Audio-Ausgang sowie zwei entsprechende Eingänge (Mikrofon und Line-In) an, die übrigen Audio-Ausgänge lassen sich nur mit einem optional erhältlichen Kabel nutzen [3].

Eine Besonderheit, die man bei anderen Mini-ITX-Boards nur selten antrifft, ist der integrierte CF-Sockel (Compact Flash, Abbildung 3) des KT690/mITX. Vor allem bei Wohnzimmer-PCs, bei denen jede Lärmquelle stört, kommt dieser Festplattenersatz sehr gelegen und spart gleichzeitig bis zu 10 Watt Leistungsaufnahme. Allerdings lässt sich beim Einsatz einer CF-Karte der IDE-Anschluss – etwa für ein CD/DVD-Laufwerk – nicht nutzen. Abhilfe schafft entweder ein externes USB-Laufwerk oder eines am SATA-Controller. Bei maximaler Belegung steuert das Board insgesamt sechs interne Laufwerke an – genug, um einen kleinen Server damit zu betreiben.

Abbildung 3

Abbildung 3: Auf dem Board können Sie statt einer gewöhnlichen Festplatte auch eine handelsübliche CompactFlash-Karte einsetzen.

Stromsparen einfach gemacht

Heute verbrauchen Computer selbst im Leerlauf schon erstaunlich viel Strom: Werte um 50 Watt sind selbst bei kleinen PCs normal. Ein Rechner, der ein Jahr lang in diesem Zustand läuft, verursacht Kosten von rund 60 Euro. Bei einer aktiven Nutzung von sechs Stunden pro Tag kommen jährlich mindestens 75 Euro zusammen. Bei immer weiter steigenden Energiepreisen verspricht das Kontron-Board hier Linderung: Die kleinste von AMD derzeit erhältliche CPU braucht maximal 9 Watt. Gepaart mit einem effizienten Netzteil, wie etwa der Pico-PSU (Abbildung 4), sparen Sie im Jahr rund 50 Euro.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Pico-PSU sitzt direkt auf dem BTX-Anschluss des Boards. Sie arbeitet vollständig geräuschlos und hat gleichzeitig einen sehr hohen Wirkungsgrad.

Die Tabelle "KT690/mITX: Stromverbrauch" enthält dazu eine kleine Übersicht. Im Test kamen eine 90-Watt-Pico-PSU [4], ein AMD Sempron 2100+ [5], ein 512-MByte-Speicherriegel, eine handelsübliche Festplatte und eine 4-GByte-CF-Karte zum Einsatz. Ein Monitor oder LCD-Fernseher, zusätzlich angeschlossene Festplatten und sonstige Laufwerke berücksichtigt die Messung nicht, zudem unterliegen Energiekosten regionalen Schwankungen. Unter [6] können Sie Ihre persönlichen Energiekosten exakt berechnen.

Zum Vergleich zogen wir ein IBM Thinkpad T41 heran, das im Leerlauf und Normalbetrieb einen ähnlichen Stromverbrauch aufweist, aber unter Last 40 bis 42 Watt aus der Steckdose zieht. Allerdings braucht alleine das Display – je nach eingestellter Helligkeit – bereits zwischen vier und acht Watt. Insgesamt stellte sich heraus, dass das Kontron KT690/mITX in Sachen Stromverbrauch in etwa auf dem Stand herkömmlicher Laptops liegt.

Das Board verfügt zwar nur über einen BTX-Anschluss, dieser ist aber voll kompatibel zum üblichen ATX-Standard. In Abbildung 4 erkennen Sie, dass die vier linken Kontakte frei bleiben. Erforderlich hingegen ist die 12V-Versorgung für die CPU, ohne sie startet das Board nicht. Beim Einstecken können Sie nichts verkehrt machen: Die genormten Anschlüsse machen ein falsches Anschließen unmöglich.

KT690/mITX: Stromverbrauch

Laufwerk Leerlauf (Idle) Normaler Betrieb Volllast Kosten (p.a.)
Festplatte 26 Watt 30 Watt 31 bis 36 Watt 30 Euro
CF-Karte 17 Watt 20 Watt 23 bis 25 Watt 20 Euro
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