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Schlanker Baukasten

Entwicklungsumgebung Pida für Python-Projekte

01.07.2008
Statt komplexer IDEs reicht für ein einfaches Python-Projekt auch Pida. Ein intelligentes Pluginsystem hilft hier weiter, wenn die Grundfunktionen nicht mehr ausreichen.

Richtig gute Entwicklungsumgebungen speziell für Python existieren derzeit nur wenige. Zwar gibt es Plugins für die großen Umgebungen (siehe Kasten "IDEs"), doch sind sie teilweise nicht so ausgereift, wie es wünschenswert wäre. Derzeit reicht lediglich die Python-IDE Eric [1], ausgehend vom Funktionsumfang, an ihre großen Brüder im C/C++ oder Java-Umfeld heran.

Die IDE Pida [2] geht im Gegensatz zu den Platzhirschen einen gänzlich anderen Weg: So macht das Programm durch einen schlanken Kern auf sich aufmerksam, den Sie leicht durch Plugins erweitern. Auf der Webseite stehen derzeit zwölf Erweiterungen für die aktuelle Version 0.5.1 bereit. Pida möchte das Rad nicht neu erfinden und bindet daher die bekannten Editoren Vim beziehungsweise Emacs ein. Arbeiten Sie gerne mit einem der beiden Editoren, brauchen sich also nicht umzugewöhnen, mit allen Vorzügen – und selbstverständlich auch Nachteilen – des Lieblingseditors.

IDEs

Integrierte Entwicklungsumgebungen (IDE) spielen in der Entwicklerszene eine große Rolle. Allen voran bietet das von IBM initiierte Eclipse [5] einen großen Funktionsumfang – selbst geübte Anwender kennen nicht jedes Detail des Programms. Die anfangs nur für Java konzipierte Umgebung kommt seit einiger Zeit auch mit C/C++ oder Python zurecht. Dabei zeigt sich aber recht schnell, dass Eclipse die Sprachen lange nicht so gut unterstützt wie Java. Die dominanten Linux-Desktops Gnome und KDE bringen die angepassten Umgebungen Anjuta [6] respektive KDevelop [7] mit. Obwohl für C respektive C++ ausgelegt, erlauben beide Programm das Erweitern durch Plugins.

Eine Sonderrolle nimmt Monodevelop [8] ein: Das vor einiger Zeit als Fork aus Sharpdevelop hervorgegangene Programm konzentriert sich naturgemäß eher auf das .NET-Framework samt allen darauf aufbauenden Sprachen, darunter C#. Die IDE steht derzeit in Version 1.0 zur Verfügung.

Einstieg

Beim ersten Programmstart wählen Sie zuerst den einzubindenden Editor – Vim oder Emacs (Abbildung 1). Setzen Sie auf Vim, zeigt sich Pida im Anschluss daran sehr aufgeräumt, der Hintergrund des Editors dominiert das Programmfenster. Links davon finden Sie drei Knöpfe: Buffers zeigt eine Liste der derzeit in Pida geöffneten Dateien, was ein schnelles Umschalten ermöglicht. Mit Files sehen Sie die Dateien, die sich im aktuellen Projekt befinden. Projects liefert eine Liste von Pida-Projekten inklusive der Pfadangaben.

Abbildung 1: Pida stellt Sie vor die Wahl, welchen der beiden Editoren Vim oder Emacs die IDE als Standardeditor verwendet.

Im oberen Teil befindet sich die Werkzeug- und Menüleiste, die Sie über View | Show Toolbar beziehungsweise View | Show Menubar ein- und ausblenden. Manchmal ist es hilfreich, in einem Terminal zu arbeiten: Pida bettet eines im unteren Bereich des Hauptfensters ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Pida bettet Terminalfenster, zwischen denen Sie über entsprechende Schaltflächen umschalten, in das Hauptfenster ein.

Mittels Tools | Run Shell rufen Sie ein neues Terminal auf. Dabei erlaubt es die IDE, in mehreren Terminals parallel zu arbeiten. Um etwaige Fehler in Pida schneller zu melden, hat das Programm bereits ein Report-Werkzeug fest eingebaut, das Sie über Tools | Bug report erreichen (Abbildung 3). Einstellungen und Shortcuts erreichen Sie im Menü Edit.

Abbildung 3: Fehler melden einfach gemacht: Pida enthält ein Report-Werkzeug, mit dem Sie Bugs direkt an die Entwickler melden.

Neues Projekt

Da die Entwickler Pida auf Einfachheit getrimmt haben, erstaunt es nicht, dass das Erstellen von neuen oder das Arbeiten mit bereits vorhandenen Projekten leicht fällt. Dazu wählen Sie aus dem Menü Project | Add Project aus. Bei schon vorhandenen Projekten geben Sie im Dateiauswahldialog den Pfad an und bestätigen mit OK. Pida fragt im Anschluss, ob Sie eine Projektdatei erstellen möchten (Abbildung 4). Das Prozedere gleicht dem Anlegen eines neuen komplett neuen Projekts: Sie fügen neue Dateien mittels File | Create file hinzu. Vergessen Sie dabei nicht, in das richtige Verzeichnis zu wechseln, da Pida die Datei sonst am falschen Ort erstellt.

Abbildung 4: Pida fragt beim Anlegen von Projekten nach, ob Sie eine Projektdatei erstellen möchten.

Ihr Programm, egal in welchen Stadium der Entwicklung es sich gerade befindet, führen Sie mit Hilfe so genannter Controller aus. Dazu wählen Sie Project Properties aus dem Menü Project und geben einen Namen für den Controller an. Anschließen klicken Sie Hinzufügen. Im unteren Bereich geben Sie nur noch den Befehl zum Ausführen und optional das Arbeitsverzeichnis an (Abbildung 5).

Abbildung 5: Über so genannte Controller führen Sie ein Projekt aus.

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