Distributionen

15.01.2009

Puppy Linux 4 jetzt auf T2-Basis

Maintainer Berry Kauler hat Puppy Linux 4.00 (http://puppylinux.com) fertig gestellt. Erstmals entstand die Distribution aus den Paketen des T2-Projekts und nicht mehr als Slackware-Paketen. Dadurch fällt das Image der Distribution 12 MByte kleiner aus als das des Vorgängers, obwohl Kauler dem System neue Funktionen spendierte. Puppy Linux 4.00 verwendet statt GTK 1 und Tcl/Tk jetzt GTK 2. Der Linux-Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.21.7 und unterstützt nun Scanner und Digitalkameras. Abiword 2.4.6 und Gnumeric 1.7.13 liegen für die Büroarbeit bei, Seamonkey 1.1.8 und Sylpheed 2.4.6 dienen dem Zugriff auf Word Wide Web und E-Mail. Als Windowmanager findet Dingo JWM Verwendung. Puppy Linux steht in Form eines nur 87 MByte großen ISO-Images auf der Projekthomepage zum Download bereit.

TinyME für alte Rechner

TinyME (http://tinyme.mypclinuxos.com), ein Derivat von PCLinuxOS, (http://www.mypclinuxos.com) ist in Version 2008.0 erschienen. Es richtet sich vor allem an Benutzer älterer oder schwach ausgestatteter PCs, die ein modernes, einfach zu installierendes System einsetzen möchten. Das System nutzt den Windowmanager Openbox, LXPanel steuert das Panel bei und IDesk verwaltet die Icons auf dem Desktop.

Auch die Programme gehen sparsam mit den Systemressourcen um: Als Textverarbeitung dient Abiword, als Webbrowser liegt ein aktueller Opera bei, als E-Mailprogramm kommt Sylpheed zum Einsatz. GThumb dient als Bildbetracher und zum Verwalten der Bildarchive. Ein übersichtlich und einfach zu bedienendes distributionseigenes Controlcenter erleichtert das Verwalten des Systems.

Das Live-System lässt sich mit Hilfe eines grafischen Programms auf der Festplatte installieren und geht auch noch auf Systemen mit 500 MHz Prozessortakt und 256 MByte Arbeitsspeicher flott ans Werk. TinyME 2008.0 liegt in Form eines ISO-Images auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern zum Download via HTTP/FTP oder Bittorrent bereit.

Wer ein schlankes System bevorzugt, liegt mit TinyMe 2008 genau richtig.

Ear OS für Multimediafreunde

Das neue Ear OS (http://www.earos.dk) aus Dänemark reiht sich in den Reigen der audiophilen Linux-Distributionen ein. Es basiert auf Kernel 2.6.24 mit Realtime-Eigenschaften, so dass die Wiedergabe von Ton und Bild flüssig vonstatten geht. Das distributionseigene Ear Media Center spielt CDs und Filme ab, hilft beim Sortieren und Durchsuchen des Musikarchivs und unterstützt Sie beim Digitalisieren von LPs und Musikkassetten durch die entsprechenden Tools.

Firefox, Thunderbird und Pidgin ermöglichen den Zugriff auf die wichtigsten Dienste des Internets. Fotos verwalten Sie F-Spot, Bildmanipulationen erledigen Sie mit Gimp. Der distributionseigene grafische Paketmanager erlaubt das Nachinstallieren von etwa 1500 Programmen aus den verschiedensten Bereichen aus dem Fundus von Ear OS.

Als nützliches Feature haben die Entwickler Wine in der aktuellen Beta-Version bereits integriert. Auf diese Weise gelingt es, einige Windows-Spiele und -Programme zu installieren und zu benutzen. Die Entwickler von Ear OS versprechen, das System für die nächsten drei Jahre mit Updates und Sicherheitsaktualisierungen zu versorgen. Auf der Homepage von Ear OS liegt das System zum Download via Bittorrent bereit.

Ear OS verbindet Multimediafähigkeiten mit einer sauberen Oberfläche und der Möglichkeit, Windows-Programme auszuführen.

Aus der Hosentasche auf den Desktop

Die auf Slackware (http://www.slackware.com) basierende Distribution Easys (http://easys.gnulinux.de) liegt in Version 4.1 erschienen. Die Distribution erschien bis Version 2.0 unter dem Namen Pocketlinux. In der aktuellen Version erfuhr sie einige größere Änderungen, die die fast zwei Jahre zurückliegende letzte Version auf den aktuellen Stand bringen. Easys verhält sich jetzt kompatibel zu Slackware 12.1. Das System bringt das Installations- und Konfigurations Framework Alice ("Advanced Linux Installation and Configuration Environment") mit, das zusammen mit den Entwicklern von Darkstar Linux (http://www.darkstarlinux.ro) entstand. Es hilft bei der Installation und erleichtert das Administrieren des Systems.

Die CD enthält die Partitionierungs-Software Disk Manager, die Sie bei Bedarf separat starten. Disk Manager verfügt in etwa über den Funktionsumfang von GParted, basiert aber auf dem Toolkit Qt. Beim Verwalten von Softwarepaketen greift Ihnen das grafische Programm Pkgwizard unter die Arme. Die Entwickler von Easys stellen Metapakete bereit, die Ihnen dabei helfen, komplexe Programme, wie das aktuelle OpenOffice, mit einem Mausklick zu installieren.

Als Grundlage für Easys dient ein Kernel in Version 2.6.24.3, X DRI und ein modulares X.org ermöglichen den 3D-Support, sofern ein zur Grafikkarte passender Treiber bereit steht. Als Desktop kommt KDE 3.5.9 zum Einsatz. Die Distribution liegt in Form eines einzigen 700 MByte großen ISO-Images auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern zum direkten Download bereit.

ArkLinux 2008.1 für den Desktop

Die Entwickler von Ark Linux (http://www.arklinux.org) haben Version 2008.1 der Distribution fertig gestellt. Die Besonderheit der freien Distribution für den Desktop-Einsatz machen laut Projekt die besonders einfache Installation und Administration aus.

Als Grundlage für das aktuelle Release dienen Kernel 2.6.25.3, Glibc 2.8 und der GCC in Version 4.3. Anders als zunächst geplant bauten die Entwickler noch einmal KDE 3.5.9 als Desktop ein. Erst die nächste Version enthält voraussichtlich KDE 4.1. Die Integration von Windows-Programmen geschieht über das freie Wine, das als Release-Kandidat beiliegt. Flash-Animationen in Webseiten zeigt der freie Gnash-Player an.

Ark Linux kommt in zwei Geschmacksvarianten daher: Eine CD-Version ermöglicht die einfache Installation auch für Nutzer mit wenig Linux-Know-how. Die Live-CD eignet sich ideal zum Ausprobieren des Systems sowie zur Systemrettung. Auf der Homepage von Ark Linux liegen neben diesen beiden CDs auch Medien mit zusätzlichen Sprachpaketen, weiteren Programmen, Spielen und Software für Server zum Download bereit.

Gnewsense ohne unfreie Bestandteile

Die Free Software Foundation (FSF) hat Version 2.0 der Distribution Gnewsense (http://www.gnewsense.org) zum Download freigegeben. Das System entstand ursprünglich als Arbeit der irischen Entwickler Brian Brazil und Paul O'Malley. Sie hatten begonnen, eine Distribution auf der Basis von Ubuntu (http://www.ubuntu.com) zu schaffen, aus der sie alle unfreien Teile entfernten. Seit einiger Zeit fördert die FSF die Arbeit an Gnewsense.

Die Software befindet sich auf dem Stand von Ubuntu 8.04 LTS. Die Entwickler entfernten unfreie, binäre Firmwaredateien für Gerätetreiber und das Software-Repository restricted, das einige unfreie Programmpakete enthält. Auch unfreie Teile aus GLX in Mesa mussten weichen. Das Artwork von Ubuntu ersetzten die Macher durch eigene Designs.

Das RepositorY Universe haben die Gnewsense-Entwickler aktiviert, was das Installieren von Software erleichtert. Das Metapaket build-essential finden Sie standardmäßig im System. Es enthält alle Programme, die Sie zum Übersetzen von Sourcecode brauchen. Beim Erstellen der Distribution gibt es keine Abhängigkeiten zum unfreien Werkzeug Launchpad, das beim Zusammenstellen von Ubuntu zum Einsatz kommt.

Gnewsense liegt in Form eines ISO-Images für eine Live-CD auf dem Server des Projekts zum Download oder als Torrent bereit. Ein weiteres ISO-Image enthält die Quellen der Distribution. Mithilfe der Quellen und einer speziellen Softwareauswahl stellen Sie sich bei Bedarf eine angepasste Variante von Gnewsense zusammen.

Mit Gnewsense fördert die Free Software Foundation ein Linux-Distribution, die lediglich auf freien Bestandteilen basiert.

Sugar kommt auf den EeePC

Der ehemalige OLPC-Mitarbeiter Walter Bender hat die Sugarlabs (http://www.sugarlabs.org) gegründet, die die Arbeit an der für den XO-Laptop (http://www.laptop.org) entwickelten grafischen Oberfläche Sugar forcieren möchte. Bender schied vor kurzem aus dem Entwicklerteam des XO aus. Mit den Sugarlabs möchten die Entwickler eine verlässliche Basis bereitstellen und regelmäßig Updates veröffentlichen. Außerdem wollen Sie Sugar auf verschiedene Linux-Distributionen und weitere Laptops, insbesondere den Eee PC von Asus, portieren. Die nächste Version von Sugar, Scucrose 0.82, planen Sie für Anfang August 2008.

Ubuntu im Bilderrahmen

Die US-Firma Red Post (http://www.theredpost.com) hat Ubuntu so weit abgespeckt, dass es als Betriebssystem für die digitalen Bilderrahmen von Red Post funktioniert. Red Post nennt sein System "Wicker". Es passt in den 1 GByte großen Flash-Speicher des digitalen Bilderrahmens. Bisher setzte Red Post auf Damn Small Linux, Ubuntu unterstützt jedoch eine größere Auswahl an Hardware und verfügt über eine größere Entwicklergemeinde und bekam darum den Zuschlag. Zur Konfiguration stecken Sie lediglich eine USB-Tastatur, um das System einmalig einzurichten. Die Konfiguration nehmen Sie über eine in PHP geschriebene Oberfläche vor, in dem Sie auch die Zeiten einstellen, in denen der Bilderrahmen sich abschaltet.

Kurz notiert

Die Entwickler von OpenSuse 11 (http://www.opensuse.org) haben die voraussichtlich letzte Beta-Version der Distribution zum Download freigegeben. Das System beruht auf Kernel 2.6.25.3, Glibc 2.8 und GCC 4.3. In der aktuellen Beta haben die Entwickler mehr als 700 Fehler behoben. Geht alles gut, liegt OpenSuse 11 am 19. Juni fertig auf den Servern. Die aktuelle Beta steht als Live-CD, jeweils mit Gnome oder KDE als Desktop und als vollständiges System auf einer DVD auf der Homepage bereit.

Kaum liegt Ubuntu 8.04 (http://www.ubuntu.com) fertig auf den Server, steht schon der Zeitplan für die Freigabe der nächsten Version, Ubuntu 8.10 "Intrepid Ibex". Danach erscheint die Distribution Ende Oktober 2008. Welche Änderungen in das System einfließen, steht allerdings noch nicht fest. Eine erste Alpha-Version von Ubuntu 8.10 erscheint voraussichtlich am 12. Juni.

Die Verwaltung des US-Bundesstaates New Mexico hat die Gentoo-Stiftung (http://www.gentoo.org) wieder aktiviert, nach dem sie sie letzten Jahr stillgelegt hatte. Die Gentoo Foundation läuft als eine von der Steuer befreite Stiftung, die die Copyright- und Markenrechte der Distribution verwaltet. Durch einen Fehler der Stiftungsleitung hatte die Organisation ihren Status im letzten Jahr verloren. Mittlerweile reichten die Verantwortlichen die notwendigen Unterlagen nach, die Stiftung ist wieder handlungsfähig.

Slackware (http://www.slackware.com), der Dinosaurier unter den Distributionen, ist in Version 12.1 erschienen. Es setzt auf Kernel 2.6.24.5 und enthält die Desktops XFCE 4.4.2 und KDE 3.5.9. Das modulare X.org 7.3 ist ebenso dabei wie Firefox 2.0.0.14 und Thunderbird 2.0.0.12. Slackware 12.1 steht auf dem Server des Projekts und einigen Spiegelservern zum Herunterladen bereit.

Der Distributor RPath hat Version 2.0 von RPath Linux (http://www.rpath.com/rbuilder/project/rpath zum Download freigegeben. Dahinter verbirgt sich keine fertige Distribution für den Desktop, sondern ein minimales System für reale oder virtuelle Appliances. Als Basis für ein Komplettsystem eignet sich RPath ebenfalls, wie sich am Beispiel von Foresight Linux zeigt. RPath bringt mit Conary ein eigenes Paketmanagement mit, das allerdings außer bei Foresight in keinem anderen System zum Einsatz kommt.

Der amerikanische Distributor Red Hat hat sein für den Unternehmenseinsatz bestimmtes Red Hat Enterprise Linux 5.2 (http://www.redhat.com/rhel/) fertig gestellt. Das aktuelle Release bringt Verbesserungen beim Hardwaresupport und erhöht die Zahl der unterstützten Prozessoren auf 64. Der Energieverbrauch des Systems fällt jetzt geringer aus, bei gleichzeitig höherem Arbeitstempo. Auch die Skalierbarkeit haben die Entwickler verbessert.

Ulteo (http://www.ulteo.com), die Firma des Mandriva-Gründers Gael Duval, hat mit Ulteo Virtual Desktop ein Produkt vorgestellt, das es erlaubt, Linux-Programme direkt unter Windows auszuführen. Ulteo setzt auf das Open-Source-Projekt Colinux auf. Das bietet einen Port des Linux-Kernels an, der unter Windows läuft. Ulteo Virtual Desktop arbeitet dementsprechend schnell, da es nur teilweise virtualisiert und das Starten einzelner Programme erlaubt. Auch der Zugriff auf Drucker und Netzwerk steht den unter Windows laufenden Linux-Programmen offen.

Der taiwanesische Computerbauer Asus integriert das Mini-Linux Splashtop (http://www.splashtop.org) in den Flash-Speicher seiner Mainboards. Asus nennt das System Express Gate. Dahinter verbirgt sich ein Produkt des Herstellers DeviceVM. Nach dem Einschalten des Rechners haben Sie die Wahl, ob Sie das System von der Platte oder das minimalistische Linux-System starten wollen. Mit Splashtop steht innerhalb von fünf Sekunden ein Desktop bereit, der einen Webbrowser mit Flash-Plugin und Internettelefonie mit Skype enthält. Splashtop hat jedoch keinen Zugriff auf die im Rechner verbaute Hardware, was ein Speichern der Daten ausschließt.

Nachdem die Produktion des XO-Laptops des One Laptop Per Child-Projekts (OLPC) (http://www.laptop.org) allmählich anläuft, präsentierte Nicholas Negroponte, Initiator des OLPC-Projekts, den Nachfolger des XO. Der XO-2 soll 2010 auf den Markt kommen und im Design mit seinem Vorgänger brechen. Am neuen XO suchen Sie eine Tastatur vergebens: Zwei Touchscreens ersetzen die Eingabehardware. Der Laptop öffnet sich wie ein Buch und blendet auf dem Bildschirm eine Tastatur ein. Auch der Stromverbrauch des neuen Geräts liegt voraussichtlich deutlich unter dem des Vorgängers. Negroponte hofft, den Preis des XO-2 auf 75 US-Dollar pro Stück zu drücken.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...