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Den Pager Less im Alltag effektiv nutzen

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Der Pager Less zeigt schnell und zuverlässig Textdateien an. Wir zeigen, welche Features den Alltag noch ein Stückchen einfacher machen.

Als Anwender kommen Sie mit Less am ehesten in Kontakt, wenn Sie schnell und unkompliziert eine Textdatei ansehen möchten. So zeigt Ihnen das Kommando less ~/.bashrc die lokale Konfigurationsdatei Ihrer Shell an. Angenommen, Sie möchten die in Less geöffnete Datei nun mit einem Texteditor bearbeiten, so braucht es nur einen Tastendruck. Less zu beenden und anschließend die Datei im Editor zu öffnen, wäre ein viel zu umständlicher Weg. Drücken Sie einfach [V], um den Editor der Wahl über Less mit dessen aktuellen Inhalt zu starten.

Der Pager wertet zwei Umgebungsvariablen der Shell aus, um den von Ihnen gewünschten Editor ausfindig zu machen: Zuerst die Variable VISUAL. Sollte diese nicht von Ihnen definiert sein, schaut Less in der Variable EDITOR nach. Findet sich dort ebenfalls nichts, nimmt der Pager kurzerhand den Texteditor Vi. Damit startet also zumeist Vim, Elvis, Nvi oder ein anderer Klon, den die jeweilige Distribution einsetzt.

Umgebungsvariablen

Haben Sie also einen Lieblingseditor, zum Beispiel Gedit, machen Sie ihn über die Konfigurationsdatei der Shell, zum Beispiel .bashrc im Home-Verzeichnis, mit folgendem Eintrag dem System bekannt:

export VISUAL=gedit
export EDITOR=gedit

Mit LESS gibt es eine weitere Shell-Variable, die Less beim Aufruf auswertet. Über sie geben Sie die Parameter mit auf den Weg, die der Pager bei jede Start zusätzlich zu denen auf der Kommandozeile verwendet. Um den Dateibetrachter zu einer umfangreicheren Statusanzeige zu überreden, nutzen Sie die Option -M als Wert für die Variable:

export LESS="-M"

Nun verrät das Programm in Zukunft den Namen der geöffneten Datei, den angezeigten Zeilenbereich, die Gesamtsumme der Zeilen und den prozentual dargestellten Inhalt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit der Option -M verrät Less, wieviele Zeile das Dokument hat und welche Sie davon gerade sehen.

Manpages

Natürlich wartet Less noch mit weiteren Parametern auf, die sich für den Einsatz in der Variable eignen. Wollen Sie tiefer in die Materie mit den Optionen einsteigen, hilft die Manpage weiter, die Sie mit folgendem Befehl starten:

$ man -P"less +'/^[ ]*OPTIONS'" less

Diese Befehl sieht zugegebenermaßen etwas anders aus, als ein schlichter Aufruf von man less in einer Textkonsole. Folgen Sie aber dem Beispiel, landen Sie sofort nach Eingabe des Befehls im Abschnitt Options der Manpage von Less, um sich dort umzusehen. Mit dem Parameter -P geben Sie explizit an, welchen Pager Sie zusammen mit dem Programm Man verwenden möchten.

Meistens nutzt Man ohnehin Less zum Anzeigen der Hilfsseiten. Aber in diesem Falle geben Sie dem Pager eine weitere Option mit auf den Weg, und zwar +'/^[ ]*OPTIONS'. Zum besseren Verständnis lohnt es sich, die Zeichenkette aufzuschlüsseln. Das Pluszeichen + leitet ein Kommando ein, das Less nach dem Start ausführt. Das Kommando beginnt mit dem Slash (Schrägstrich), also sucht das Programm vorwärts im Dokument nach dem Muster, das auf den Schrägstrich folgt.

Das Muster folgt im Beispiel den gängigen Regulären Ausdrücken und bedeutet: Erkenne ab dem Zeilenanfang (Symbol: ^) Null oder mehrere Leerzeichen (Symbol: [ ]*) mit der daran anschließenden Zeichenkette OPTIONS. Genau das tut Less mit obigem Kommando für Sie und zeigt nach dem Start die angegebene Stelle. Kommen Ihnen die Regulären Ausdrücke nicht regulär, sondern spanisch vor, bietet das Artikel-Archiv von LinuxUser online [1] weiteres Material und Hilfestellungen zum Thema an.

Etwas weniger kryptisch als obiger Befehl, aber ebenso wirkungsvoll, funktioniert das Weiterleiten der Programmausgabe via Pipe mit man ls | less -p color in der Shell. Auf die Weise gelangen Sie zum ersten Vorkommen der Zeichenfolge color in der Handbuchseite von Ls. Mit der Option -p (engl. pattern, dt. Muster) weisen Sie Less an, wonach Sie Ausschau halten wollen. Durch die Fundstellen, die Less hervorhebt, springen Sie mit [N].

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