Noch mehr Software

Wie die meisten modernen Linux-Distributionen nutzt auch Fedora ein Paketmanagementsystem, das neben den lokalen Installationsquellen auch Online-Repositories zulässt. Dabei setzen die Entwickler auf Yum. Die grafischen Helferlein pirut und pup (Update) mussten allerdings weichen, um dem Gnome-Packagekit [4] das Feld zu überlassen. Damit umgeht das Fedora-Projekt die Wartung eines eigenen graphischen Yum-Frontends.

Die spartanische Software erreichen Sie über System | Administration | Software Hinzufügen / Löschen. Aktualisieren Sie zuerst die Softwarelisten, indem Sie auf den Menüeintrag System | Refresh Application lists klicken. Das Packagekit kennt lediglich die thematische Sortierung der Pakete und benutzt nur einfache Filter, wie nur installierte Software oder nur textbasierte Software anzeigen. Eine Versionsverwaltung kennt das Tool ebensowenig wie die Möglichkeit, einzelne Pakete zu sperren.

Um weitere Software zu installieren, vor allem die von Fedora verschmähten proprietären Programme, benötigen Sie externe Repositories. Eine vielgenutzte und meist verlässliche Quelle finden Sie in den Livna-Repositories [5]. Ein Klick auf das RPM-Paket livna-release-9.rpm installiert die Softwarequelle und aktiviert diese auch gleich, sodass Sie nun Zugriff auf MP3-Support und diverse Video-Codecs erhalten. Mit Atrpms [6] steht eine weitere interessante Onlinequelle vor allem für multimediale Programme zur Verfügung.

Der Root-Modus

Wie Abbildung 6 zeigt, ist Fedora so eingerichtet, dass Sie nur einmal pro Sitzung das Root-Passwort eingeben müssen. Wenn Sie das nicht wünschen, sondern jedesmal das Passwort neu eingeben wollen, dann müssen Sie das Häkchen beim Passworteingabedialog vor Remember authorization entfernen.

Sie managen diese Berechtigungen über das Schildsymbol am oberen Bildschirmrand, indem Sie auf Authorisierung vergessen/beibehalten klicken (Abbildung 7). Tendieren Sie zur Vergesslichkeit oder arbeiten Sie in einer ungeschützten Umgebung, sollten Sie auf diese Funktion aber verzichten.

Abbildung 6: Fedora merkt sich auf Wunsch Ihr Root-Passwort …
Abbildung 7: … bis Sie anderweitiges befehlen.

Fazit

Fedora 9 räumt mit einigen alten Krankheiten auf, schafft sich aber selbst durch zu aktuelle Pakete neue Probleme. Die Schwierigkeiten mit X-Server und den Treibern von Nvidia und ATI und das Fehlen jeglicher proprietärer Tools, selbst wenn diese als patentrechtlich unbedenklich gelten, empfehlen die Distribution eigentlich nicht für Neueinsteiger aus dem Windows-Umfeld.

So muss der Nutzer entscheiden, ob er das noch verbleibende Supportjahr für Fedora 8 abwartet und in einer höheren Version wieder einsteigt oder gerade eben diese Aktualität der Software schätzt. In jedem Fall muss das Fedora-Projekt als "große Distribution" aufpassen, in puncto Benutzerfreundlichkeit nicht den Anschluss an Ubuntu, OpenSuse und Mandriva zu verlieren.

Infos

[1] Deutsche Projektseite: http://www.fedora.de/

[2] Download der Image-Dateien: http://www.fedora.de/download/

[3] Ext4: http://fedoraproject.org/wiki/Features/Ext4

[4] Packagekit: http://www.packagekit.org

[5] Livna-RPM: http://rpm.livna.org/livna-release-9.rpm

[6] Atrpms: http://atrpms.net/dist/f9/

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Akademisch
    Red Hats Basis, das Fedora-Projekt, veröffentlicht die zehnte Version des auf Aktualität und neueste Technologien zielenden Betriebssystems. Wir haben für Sie getestet, ob sich ein Umstieg lohnt.
  • Fedora Core 6 im Test
    Vor kurzem erblickte Fedora Core 6 (Codename: "Zod") das Licht der Welt. LinuxUser hat die aktuelle Version der von Red Hat geförderten Community-Distribution unter die Lupe genommen.
  • Im Zeichen des Löwen
    Nach gut sechs Monaten Entwicklungszeit lässt nun auch das Fedora-Projekt wieder neueste Linux-Technologien in seine Distribution einfließen. Wir haben uns angeschaut, wie nützlich die Features für den Anwender wirklich sind.
  • Der Werwolf im Mondschein
    Mit dem, für große Linuxdistributoren zwanghaft gewordenen Halbjahres-Release-Karussell, gibt es nun auch bei Red Hat den neuesten Open-Source-Sprössling zu bewundern: Fedora Core 8, Codename Werewolf. Wir zeigen Ihnen, ob der Wolf Zähne hat und ob ein Upgrade auf Fedora 8 lohnt.
  • Tipps und Tricks zu Fedora Core 6
    Gewußt wie: Beuen Sie Fedora Core 6 mit Paketen aus den besten Quellen weiter aus und nutzen Sie den 3D-Desktop auch unter KDE oder XFCE.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 3 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.