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Backups erstellen mit Timevault

Sauber archiviert

Viele Backuplösungen buhlen um die Gunst des Nutzers. Timevault verfolgt ein einfaches Konzept und integriert sich direkt in den Gnome-Desktop an.

Die recht junge Software Timevault [1] liegt derzeit erst in einer Beta-Version vor. Auf den ersten Blick fällt die nur halb übersetzte Oberfläche der Software auf. Nichtsdestotrotz lohnt es, schon einmal einen Blick auf den aktuellen Stand zu werfen. Bedingt durch das noch recht junge Alter des Programms gibt es selbst in aktuellen Distributionen, wie zum Beispiel Ubuntu 8.04, noch keine fertigen Pakete zum Installieren über das Repository.

Allerdings bieten die Ubuntu-Macher fertige Pakete zum Download [2] an, die Sie bei Bedarf händisch installieren. Laden Sie dazu das Paket timevault_0.7.5-1_i386.deb (oder eine entsprechend neuere Version) herunter, und installieren Sie das Programm mittels Doppelklick. Zur Zeit bietet das Projekt nur 32-Bit-Versionen an, die der Paketmanager auf 64-Bit-Systemen nicht akzeptiert.

In diesem Fall schafft ein Trick Abhilfe: Mittels sudo apt-get install python-nautilus python-gobject-dev python-pysqlite2 python-gamin meld installieren Sie die Abhängigkeiten und einem anschließenden sudo dpkg -i --force-architecture timevault_0.7.5-1_i386.deb auf der Kommandozeile integrieren Sie das Paket doch noch ins System.

Gegebenenfalls lösen Sie mittels Apt noch weitere Paketabhängigkeiten auf. Nach der Installation weist Timevault darauf hin, dass die volle Funktionalität erst nach einem einmaligen Ab- und Anmelden vom grafischen System bereit steht.

Bevor Sie dies tun, sollten Sie zunächst noch den so genannten Notifier aktivieren. Unter Ubuntu geht dies über System | Einstellungen | Sitzungen und einem anschließenden Klick auf Hinzufügen. Tragen Sie dann die Einstellungen so ein wie in Abbildung 1 genannt und bestätigen Sie mit OK.

Abbildung 1: Mit einigen wenigen Einstellungen sorgen Sie dafür, dass der Timevault Notifier vom Start der Sitzung an mitläuft.

Nach der erneuten Anmelden sehen Sie das Timevault-Symbol in der rechten oberen Ecke. Es bleibt ausgegraut und als Tooltip erscheint beim drüberfahren mit der Maus der Hinweis, dass Sie das Programm noch nicht konfiguriert haben.

Arbeitsweise

Timevault legt automatisiert in bestimmten Abständen so genannte Snapshots an, dass heißt, das Programm sichert den jeweiligen Zustand und Inhalt von Verzeichnissen und Dateien, um diesen bei Bedarf später wiederzuherstellen. Um Platz zu sparen, speichert das Tool jeweils nur geänderte Dateien innerhalb eines Snapshots. Die übrigen Dateien legt es als Verknüpfung an.

Löschen Sie einen bestimmten Snapshot, oder verlieren Sie diesen durch einen Crash, so gehen nur die darin enthaltenen Dateien im jeweiligen Zustand verloren. Die Entwickler planen eine Integration in den Dateimanager Nautilus. Über die Kontextmenüs erhalten Sie dann direkten Zugriff auf die verschiedenen Versionen einer Datei. Diese recht spannende Funktion findet sich in der aktuellen Betaversion allerdings noch nicht.

Sofern die Software die notwendigen Rechte auf die entsprechenden Dateien hat, steht Timevault jedem Nutzer im System zur Verfügung. Die Konfiguration sowie das Löschen von Snapshots bleibt indes dem Systemverwalter vorbehalten.

Erstkonfiguration

Die Erstkonfiguration starten Sie über einen Rechtsklick auf das Notifier-Icon und die anschließende Auswahl von Einstellungen. Daraufhin fragt das System das Kennwort ab. Nur der Systemverwalter darf die Konfiguration von Timevault verändern. Ihr Benutzer benötigt daher die Möglichkeit, Befehle via sudo auch als root auszuführen. Unter Ubuntu genügt es, wenn der Benutzer zur Gruppe admin gehört, zum Beispiel durch Eingabe von adduser Benutzername admin auf der Kommandozeile (siehe dazu auch Kasten "Wichtiger Hinweis zu Sudo").

Wichtiger Hinweis zu Sudo

Wenn Sie einen Benutzer zur Gruppe admin beziehungsweise wheel hinzufügen, ermöglichen Sie ihm, uneingeschränkt mit den Rechten des Systemverwalters zu arbeiten. Das bedeutet, es wäre ihm also auch möglich, Schaden anzurichten. Sie haben die Möglichkeit, die Sudo-Rechte auch feiner abzustufen. Mehr Informationen hierzu erhalten Sie mit man sudoers.

Das Konfigurationsfenster von Timevault präsentiert sich sehr aufgeräumt (Abbildung 2) und gliedert sich in die vier Registerkarten General, Include, Exclude und Expire. Unter General nehmen Sie allgemeine Einstellungen vor. Zunächst aktivieren Sie das automatische Erstellen von Snapshots mittels Enable automatic snapshots.

Abbildung 2: Über die Einstellungen aktivieren Sie das Erstellen von automatischen Snapshots.

Die Benachrichtigungen bei neuen Snapshots schalten Sie mit dem zweiten Punkt ein oder aus. Unter Snapshots Root Directory stellen Sie das Hauptverzeichnis ein, in dem Timevault die Snapshots speichert. Idealerweise liegt dieses Verzeichnis auf einem separaten Laufwerk. Weitergehende Einstellungen, wie den freizuhaltenden Speicher und die maximale Größe zu sichernder Dateien, nehmen Sie im Reiter Advanced vor, den Sie über das Pfeilsymbol aufklappen.

Auf der Registerkarte Include (Abbildung 3) stellen Sie ein, welche Verzeichnisse das Programm im Snapshot berücksichtigt, und welche Spanne nach Veränderungen gilt. Die Standardvorgabe sichert nur das Verzeichnis /etc mit einer Wartezeit von einer Minute. Alle Änderungen, die innerhalb des Zeitraums anfallen, berücksichtigt der Snapshot.

Abbildung 3: Timevault ermöglicht es, die Verzeichnisse zu konfigurieren, die ein Snapshot sichert.

Über den Knopf Hinzufügen nehmen Sie neue Verzeichnisse mit auf. Analog geben Sie auf der Registerkarte Exclude Dateimuster und Verzeichnisse ein, die Sie nicht sichern möchten. Die Voreinstellung leistet hier gute Dienste und nimmt beispielsweise temporäre Dateien aus. Achten Sie darauf, dass Timevault das Snapshot-Verzeichnis selbst nicht sichert.

Standardmäßig nimmt Timevault dieses beim Sichern automatisch aus (als letzter Punkt der Liste Exclude). Ebenso wenig sollten Sie Ihr gesamtes Homeverzeichnis mit aufnehmen, da Sie sonst unnötig viele temporäre Dateien mitsichern. Es empfiehlt sich, dedizierte Ordner für Dokumente anzulegen und diese zu sichern.

Schlussendlich konfigurieren Sie mit Expire noch, wann das Programm Snapshots automatisch zusammenfasst und löscht. Über Speichern schließen Sie die Konfiguration ab. Bei neu hinzugefügten Verzeichnissen informiert Sie eine Dialogbox.

Wenn nun Dateien zur Aufnahme in den Snapshot anstehen, so informiert der Timevault-Notifier mittels eines kleinen Uhrensymbols darüber. Durch Doppelklick auf den Notifier rufen Sie zudem das Fenster Pending Snapshots auf, das alle Dateien anzeigt, die das Programm zum Sichern vorgemerkt hat (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das Fenster Pending Snapshots zeigt Dateien an, die zum Sichern geplant sind.

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    Überschreibt man versehentlich eine wichtige Datei, ist sie verloren. Dieses Problem geht TimeVault an, indem es automatisch in regelmäßigen Intervallen Snapshots erstellt und geänderte Files in mehreren Versionen vorhält.
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