Angetestet

Aus LinuxUser 07/2008

Angetestet

LinApple bringt das Home-Computer-Feeling zurück

Während für den C-64 oder Amiga zahlreiche gut gepflegte Emulatoren existieren, musste die Apple-II-Fangemeinde lange Zeit darben, da die vorhandenen Emulatoren nicht weiterentwickelt werden und mit modernen Distributionen nicht mehr laufen. LinApple tritt nun an, diese Lücke zu schließen.

Die Portierung des Windows-Programms AppleWin besticht wie das Original durch den Funktionsumfang. So unterstützt das Programm sowohl virtuelle Festplatten als auch virtuelle Diskettenlaufwerke und erlaubt auch den Diskettenwechsel im laufenden Betrieb. Weiterhin wählen Sie zwischen verschiedenen Bildschirmmodi, die vom Bernstein-Display bis zur Farbdarstellung reichen. In einem stichprobenartigen Test zeigte keines der alten Apple-II-Programme Kompatiblitätsprobleme.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, den aktuellen Arbeitsstatus des Emulators als Schnappschuss in eine Datei zu speichern und diese später wieder zu laden. Dabei lassen sich bis zu neun dieser Snapshots auf den Ziffern in der Zahlenreihe hinterlegen, was das Laden und Speichern der System-Snapshots beschleunigt.

Für Spiele-Fans dürfte besonders die stufenlos regelbare Emulationsgeschwindigkeit von Interesse sein. Bei der CPU-Geschwindigkeit heutiger Rechner hätte der Spieler sonst keine Chance zu gewinnen. Die Spielsteuerung über die Tastatur fällt hingegen etwas gewöhnungsbedürftig aus, zumal LinApple eine Tastatur mit englischem Layout emuliert.

LinApple 1.1beta

Lizenz GPLv2
Quelle http://linapple.sourceforge.net/

Wertung

[+++++] Mit LinApple steht Apple-II-Fans endlich ein Emulator zur Verfügung, der durch nützliche Funktionen besticht und auch auf modernen Distributionen läuft.

RSS-Feed-Nachrichten kapern mit Newsbeuter

Wer von der Informationsflut im Internet nicht davongespült werden möchte, vertraut beim Erfassen und Verwalten von Nachrichtenquellen auf so genannte RSS-Reader. Diese oft als Erweiterung für gängige Browser verfügbaren Tools werten die RSS-Feeds der Websites aus und versorgen den Anwender nur mit den wichtigsten Schlagzeilen. Bei Newsbeuter handelt es sich im Gegensatz zu den meisten RSS-Readern nicht um eine Browsererweiterung, sondern um ein eigenständiges Programm. Es besitzt keine X-basierte Oberfläche, wodurch es zügig und auch in der Konsole läuft.

Hinsichtlich des Erscheinungsbilds und Tastaturlayouts lehnt sich Newsbeuter an den Mail-Client Mutt an, was die Bedienung für viele Nutzer Sehr erleichtert. Die RSS-Adressen legt Newsbeuter in einer Textdatei ab, wobei jede Zeile genau eine Adresse enthält. Hinter der Adresse können Sie so genannte Tags angeben: Diese dienen als Filter, um RSS-Feeds nach Kategorien zu gruppieren und anzuzeigen. Dabei lassen sich einem RSS-Feed auch mehrere Tags zuordnen.

Das Einfügen neuer RSS-Feeds oder das Anpassen von Tags müssen Sie jedoch mit einem Editor von Hand vornehmen. Andere RSS-Reader wie Snownews bieten hier mehr Komfort. Beim Verarbeiten von Podcasts hat Newsbeuter hingegen die Nase vorn: MP3-Dateien, die Sie herunterladen möchten, fassen Sie bequem in einer Warteschlange zusammen, die das Zusatzprogramm Podbeuter anschließend dezent im Hintergrund abarbeitet. Podbeuter übernimmt dabei die Funktion eines Download-Managers.

Der Funktionsumfang von Newsbeuter lässt sich außerdem durch Plugins noch erweitern. Dabei unterstützt das Programm sogar die Plugins des Konkurrenten Snownews.

Newsbeuter 0.9.1

Lizenz MIT/X Consortium License
Quelle http://synflood.at/newsbeuter.html

Wertung

[+++] Newsbeuter ist der ideale RSS-Reader für alle, die bereits Mutt als Mail-Client verwenden oder bei RSS-Feeds auf grafischen Overhead verzichten können.

Windows-Rechner remote im Griff dank Rdesktop

Seit Windows XP können Anwender mit Microsoft-Bordmittel den Remotezugriff auf ihren Arbeitsplatz freigeben. Mit Hilfe des Tools Rdesktop greifen jetzt auch Linux-Anwender auf derart freigegebene Windows-Rechner zu. Das Programm unterstützt das Microsoft Remote-Desktop-Protokoll in den Versionen 4 und 5.

Anders als bei Lösungen wie VNC kopiert RDP nicht die Oberfläche des aktuellen Benutzers: Der Remote-Anwender muss sich wie gewohnt am Windows-System anmelden und erhält anschließend seine eigene Oberfläche. Arbeitet bereits ein Benutzer lokal am Windows-System angemeldet, informiert RDP den Remote-Anwender und beendet die Verbindung.

Für den einfachen Remote-Zugriff reicht es, Rdesktop mit dem Namen des Remote-Rechners oder dessen IP-Adresse zu starten. Darüber hinaus bietet das Tool zahlreiche Konfigurationsparameter, die die Arbeit erleichtern. So lassen sich etwa Tastaturbelegung und Bildschirmauflösung unabhängig vom Remote-Rechner definieren. Das erweist sich besonders dann als vorteilhaft, wenn der lokale Rechner eine geringere Bildschirmauflösung als der Remote-Rechner besitzt.

Neben der Umleitung der Remote-Oberfläche auf den lokalen Rechner unterstützt Rdesktop auch die Umleitung von lokalen Geräten an den Remote-PC. Das ermöglicht diesem beispielsweise, auf ein lokales Modem am COM-Port oder den lokalen Drucker zuzugreifen. Über den Parameter -x legen Sie die Bandbreite der Netzwerkanbindungen fest. Je nach Einstellung unterdrückt Rdesktop dann Hintergrundbilder oder animierte Menüs. Über die Parameter Farbtiefe, Kompression und Bitmap-Caching lassen sich Geschwindigkeit und Datenmenge noch weiter optimieren und eingrenzen.

Dieser Funktionsumfang verdeutlicht, dass RDP ursprünglich für den Einsatz mit Terminalservern konzipiert wurde. Standardmäßig verschlüsselt RDP die Kommunikation mit einem 128-Bit-RC4-Schlüssel. Da RC4 mittlerweile überholt ist, sollten Sie auf einen VPN-Tunnel zurückgreifen, sobald die RDP-Kommunikation aus dem lokalen Netz herausführt.

Rdesktop 1.6.0

Lizenz GPLv2
Quelle http://www.rdesktop.org/

Wertung

[++++] Rdesktop bietet einen einfachen und schnellen Weg, um remote auf Windows-Rechner zuzugreifen. Je nach Optimierung und Bandbreite merken Sie nicht einmal, dass Sie gerade remote arbeiten.

Mit Rsyncrypto vertraulich synchronisieren

Das Verschlüsselungsprogramm Rsyncrypto verschlüsselt Dateien oder ganze Verzeichnisse speziell für die Synchronisation mit Rsync verschlüsselt. Da Rsync selbst lediglich die Übertragung sichert, waren Anwender bisher auf Programme wie GPG angewiesen, um die Dateien zu sichern. Aufgrund des verwendeten Verschlüsselungsalgorithmus ist Rsync jedoch nicht in der Lage, nur die partiellen Änderungen zu übertragen, sodass bei jeder Modifikation erneut die gesamte Datei über die Leitung wandert.

Rsyncrypto umgeht dieses Problem, in dem es die Datei vor der Verschlüsselung mit einer für Rsync optimierten Gzip-Version komprimiert. Anschließend verschlüsselt es die Dateien mit einem AES-Algorithmus, wobei es für jede Datei einen eindeutigen Schlüssel erzeugt, den das Programm in einem vorgegeben Verzeichnis ablegt. Bevor Sie jedoch die ersten Dateien verschlüsseln können, müssen Sie einen öffentlichen Schlüssel im X.509-Format anlegen. Wie das am schnellsten mit OpenSSL geschieht, zeigt ein Beispiel in der README-Datei von Rsyncrypto. Jetzt steht der Verschlüsselung ganzer Verzeichnisse nicht mehr im Weg.

Neben den für die Verschlüsselung relevanten Parameter passen Sie bei Bedarf auch das Synchronisationsverhalten von Rsyncrypto an, wie etwa die Verzeichnistiefe oder das Löschen von in der Quelle nicht vorhandenen Dateien. Rsyncrypto gleicht nur lokale Verzeichnissen ab, es versteht sich als pre-Rsync-Tool. Für die Synchronisation mit entfernten Rechnern ist weiterhin Rsync zuständig.

rsyncrypto 1.09

Lizenz GPLv2
Quelle http://rsyncrypto.wiki.sourceforge.net/

Wertung

[++++] Für das Auslagern sensibler Daten stellt Rsyncrypto das Tool der Wahl dar: Es ist auf den Einsatz mit Rsync optimiert und nutzt die Netzwerkresourcen bei guter Verschlüsselung optimal aus.

Immer die richtige Zeichenkodierung dank Uni2ascii

In den Anfängen des Computerzeitalters stellte ASCII den gängigen Standard zur Zeichenkodierung dar. Mittlerweile reichen jedoch 7 Bits nicht mehr aus, um alle verfügbaren Zeichen zu kodieren, sodass moderne Applikationen in der Regel eine Unicode-Kodierung verwenden. Da manche älteren Applikationen mit derart erstellten Dateien nicht umgehen können, braucht der Anwender ein Tool wie Uni2ascii, um seine Dokumente aufzubereiten.

Da die meisten Distributionen nur ältere Versionen von Uni2ascii mitliefern, lohnt es sich, das Programm aus den Quellen zu kompilieren. Für das grafische Tcl-Frontend benötigen Sie außerdem das Paket tablelist, das Sie unter http://www.nemethi.de finden. Es enthält eine Verzeichnisstruktur, die Sie in das Verzeichnis /usr/share/tcltk kopieren. Die Tcl-Oberfläche U2a bietet ein Frontend für die Programme uni2ascii und ascii2uni, welche die eigentliche Konvertierung von und nach UTF respektive ASCII vornehmen.

Wie die Konvertierung erfolgen und welches Unicode-Format verwendet werden soll, legen Sie durch Kommandozeilenparameter fest. Dabei konvertiert das Programm nur diejenigen Zeichen, die in der ASCII-Kodierung nicht vor kommen. Auf Wunsch lassen sich dabei in einem Arbeitsgang auch Leerzeichen oder Zeilenumbrüche entfernen. Für alle, die Unicode-Texte in ein HTML-Dokument einbinden möchten, hat Uni2ascii das Python-Skript uni2html im Lieferumfang. Es kennt keine Konfigurationsparameter, sondern liest Unicode-Dateien aus der Standardeingabe und schreibt das Ergebnis in die Standardausgabe. Damit eignen sich die einzelnen Programme der Uni2ascii-Suite hervorragend zur Integration in eigene Shell-Skripte.

uni2ascii 4.9

Lizenz GPLv3
Quelle: http://billposer.org/Software/uni2ascii.html

Wertung

[+++] Mit Uni2ascii konvertieren Sie mühelos Dateien von und nach Unicode oder ASCII. Für Neulinge oder gelegentliche Nutzer ist die Tcl-Oberfläche eine echte Erleichterung.

Spielend Videos saugen mit YouTubeDownloader

Das Multimedia-Portal YouTube dient als fast unerschöpfliche Quelle von Videos aller Art: Von Comedy über Vortragsmitschnitte bis zu aktuellen Videoclips reicht die Palette der Filmchen, die am online sehen kann. Mit dem YouTubeDownloader speichern Sie die Beiträge Ihrer Wahl auch für den privaten Gebrauch auf die heimische Festplatte.

Die Bedienung des Java-basierten Tools ist mehr als einfach: Sie geben lediglich die URL des gewünschten Videos in das Links-Feld ein. Hier dürfen Sie auch mehrere Adressen angeben, wobei Sie darauf achten sollten, dass in jeder Zeile nur eine Adresse steht. Nun klicken Sie nur noch den Download-Knopf an, um die Übertragung zu starten.

Optional geben Sie noch ein Download-Verzeichnis an, in dem das Programm die Videos speichert. Damit erschöpfen sich die Konfigurationsmöglichkeiten bereits. Sämtliche Einstellungen können Sie YouTubeDownloader auch beim Start als Kommandozeilenparameter übergeben: Damit eignet sich das Programm auch für den Einsatz in eigenen Skripten.

YouTubeDownloader 1.5

Lizenz Freeware
Quelle http://freeyoutubedownloader.net/

Wertung

[+++] YouTubeDownloader archiviert YouTube-Videos auf der heimischen Festplatte und besticht durch seine intuitive Bedienung. Allerdings wären weitere Konfigurationsmöglichkeiten wie etwa eine Proxy-Server-Einstellung in künftigen Versionen ein Vorteil.

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