Angetestet

15.01.2009

LinApple bringt das Home-Computer-Feeling zurück

Während für den C-64 oder Amiga zahlreiche gut gepflegte Emulatoren existieren, musste die Apple-II-Fangemeinde lange Zeit darben, da die vorhandenen Emulatoren nicht weiterentwickelt werden und mit modernen Distributionen nicht mehr laufen. LinApple tritt nun an, diese Lücke zu schließen.

Die Portierung des Windows-Programms AppleWin besticht wie das Original durch den Funktionsumfang. So unterstützt das Programm sowohl virtuelle Festplatten als auch virtuelle Diskettenlaufwerke und erlaubt auch den Diskettenwechsel im laufenden Betrieb. Weiterhin wählen Sie zwischen verschiedenen Bildschirmmodi, die vom Bernstein-Display bis zur Farbdarstellung reichen. In einem stichprobenartigen Test zeigte keines der alten Apple-II-Programme Kompatiblitätsprobleme.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, den aktuellen Arbeitsstatus des Emulators als Schnappschuss in eine Datei zu speichern und diese später wieder zu laden. Dabei lassen sich bis zu neun dieser Snapshots auf den Ziffern in der Zahlenreihe hinterlegen, was das Laden und Speichern der System-Snapshots beschleunigt.

Für Spiele-Fans dürfte besonders die stufenlos regelbare Emulationsgeschwindigkeit von Interesse sein. Bei der CPU-Geschwindigkeit heutiger Rechner hätte der Spieler sonst keine Chance zu gewinnen. Die Spielsteuerung über die Tastatur fällt hingegen etwas gewöhnungsbedürftig aus, zumal LinApple eine Tastatur mit englischem Layout emuliert.

LinApple 1.1beta

Lizenz GPLv2
Quelle http://linapple.sourceforge.net/

Wertung

[+++++] Mit LinApple steht Apple-II-Fans endlich ein Emulator zur Verfügung, der durch nützliche Funktionen besticht und auch auf modernen Distributionen läuft.

RSS-Feed-Nachrichten kapern mit Newsbeuter

Wer von der Informationsflut im Internet nicht davongespült werden möchte, vertraut beim Erfassen und Verwalten von Nachrichtenquellen auf so genannte RSS-Reader. Diese oft als Erweiterung für gängige Browser verfügbaren Tools werten die RSS-Feeds der Websites aus und versorgen den Anwender nur mit den wichtigsten Schlagzeilen. Bei Newsbeuter handelt es sich im Gegensatz zu den meisten RSS-Readern nicht um eine Browsererweiterung, sondern um ein eigenständiges Programm. Es besitzt keine X-basierte Oberfläche, wodurch es zügig und auch in der Konsole läuft.

Hinsichtlich des Erscheinungsbilds und Tastaturlayouts lehnt sich Newsbeuter an den Mail-Client Mutt an, was die Bedienung für viele Nutzer Sehr erleichtert. Die RSS-Adressen legt Newsbeuter in einer Textdatei ab, wobei jede Zeile genau eine Adresse enthält. Hinter der Adresse können Sie so genannte Tags angeben: Diese dienen als Filter, um RSS-Feeds nach Kategorien zu gruppieren und anzuzeigen. Dabei lassen sich einem RSS-Feed auch mehrere Tags zuordnen.

Das Einfügen neuer RSS-Feeds oder das Anpassen von Tags müssen Sie jedoch mit einem Editor von Hand vornehmen. Andere RSS-Reader wie Snownews bieten hier mehr Komfort. Beim Verarbeiten von Podcasts hat Newsbeuter hingegen die Nase vorn: MP3-Dateien, die Sie herunterladen möchten, fassen Sie bequem in einer Warteschlange zusammen, die das Zusatzprogramm Podbeuter anschließend dezent im Hintergrund abarbeitet. Podbeuter übernimmt dabei die Funktion eines Download-Managers.

Der Funktionsumfang von Newsbeuter lässt sich außerdem durch Plugins noch erweitern. Dabei unterstützt das Programm sogar die Plugins des Konkurrenten Snownews.

Newsbeuter 0.9.1

Lizenz MIT/X Consortium License
Quelle http://synflood.at/newsbeuter.html

Wertung

[+++] Newsbeuter ist der ideale RSS-Reader für alle, die bereits Mutt als Mail-Client verwenden oder bei RSS-Feeds auf grafischen Overhead verzichten können.

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