Probleme mit USB

Während der Ralink-Treiber rt2860sta für die PCI- und Cardbus-Karten in den Tests keine Schwierigkeiten bereitete, gelang es uns nicht, über den entsprechenden USB-Treiber (rt2870sta) eine WPA-Verbindung aufzubauen. Für die Tests benutzten wir die Version 2008_0506_RT2870_Linux_STA_v1.3.0.0.tar.bz2. Beim RT2870-Projekt [3] gibt es aber einen aktuelleren, alternativen Treiber, dessen Verwendung wir empfehlen. Er ist der einzige, der bei der Ausgabe von iwconfig das Gerät als 802.11bgn deklariert: Alle anderen 802.11n-Treiber zeigen nur 802.11g an.

Wechseln Sie zum Kompilieren nach dem Entpacken der Datei rt2870-project.tar.gz ins Verzeichnis Module und führen Sie hier make aus. Haben Sie bereits den Treiber von der Ralink-Homepage installiert, müssen Sie diesen zunächst entfernen, sonst kommt es zu einem Konflikt beim Laden des passenden Kernelmoduls. Dazu führen Sie im Verzeichnis 2008_0506_RT2870_Linux_STA_v1.3.0.0 als Root den Befehl make uninstall aus. Danach installieren Sie den RT2870-Project-Treiber über make install im Verzeichnis rt2870-project. Beim Anschließen eines passenden USB-Sticks lädt der Kernel dann das Modul rt2870 (ohne sta im Modulnamen), als Interface legt der Treiber die Schnittstelle wlan0 an. Eine WPA-Verschlüsselung legen Sie analog wie bei den PCI-Karten an, den Code in Listing 1 können Sie mit kleinen Änderungen übernehmen.

Für die älteren 802.11g-Adapter mit Ralink-Chipsatz bringt der Kernel zwar alle Treiber mit, aber nicht unbedingt die Firmware. Je nach Distribution gehört diese schon zur Standardinstallation (Fedora 9, Ubuntu 8.04) oder sie müssen sie nachinstallieren. Unter OpenSuse 11 spielen Sie die Firmware aus dem NON-OSS-Repository mit folgendem Befehl ein:

zypper install ralink-firmware

Die 802.11g-Modelle mit Ralink-Chipsatz lassen sich komplett über den Netzwerkmanager einrichten.

Nur mit Ndiswrapper

Nur drei Geräte im Testfeld benötigten zwingend den Windows-Treiber, um unter Linux zu funken. Bei keinem der drei Adapter müssen Sie im Internet nach entsprechenden Treibern suchen oder über Wine irgendwelche setup.exe-Dateien ausführen, um an die passenden Treiber zu gelangen. Die benötigte INF-Datei liegt jeweils ungepackt auf der beiliegenden Treiber-CD. Für den Linksys USB300N finden Sie sie im Verzeichnis WUSB300N/Drivers. Sie installieren den Treiber über den Befehl

ndiswrapper -i XP_2K/netmw245.inf

Danach laden Sie als Root den Ndiswrapper über den Befehl modprobe ndiswrapper. Den Treiber für den Cardbus-Adapter WLI-CB-AG300N von Buffalo finden Sie im Verzeichnis Bin/Driver/CBAG300N, die Installation erfolgt über ndiswrapper -i netag3n.inf. Beim USB-Stick von AVM liegt die passende Datei fwusbn.inf im Hauptverzeichnis der Treiber-CD. Das Setup gestaltet sich analog zu den genannten zwei Karten.

In den Tests verursachte der Netag3n-Treiber des Buffalo-Adapters am meisten Schwierigkeiten. Ein Test-Notebook mit OpenSuse 10.3 stürzte beim Laden des Ndiswrapper-Moduls reproduzierbar ab, auch unter der Beta3 von OpenSuse 11 kam es ab und zu zu kompletten Hängern mit dem Marvell-Treiber. Für den Atheros-Chipsatz AR9001/AR9160 des Fritz-Sticks gibt es zwar einen binären Linux-Treiber [4]. Dieser ist jedoch für Kernel 2.6.21 kompiliert und unterstützt nur Mini-PCI-Karten, keine USB-Geräte. Der Ath5k-Treiber unterstützt den Chipsatz nicht. Der 802.11n-Stick von AVM funkt nicht nur in b-, g- und n-Netzen, sondern auch nach dem Standard 802.11a (siehe Kasten "A-Netze").

A-Netze

Von vielen Anwendern kaum beachtet hat sich neben dem 802.11g-Standard für Funknetze mit einer Geschwindigkeit von maximal 54 MBit/s auch der Standard 802.11a durchgesetzt. Er bringt in etwa die gleichen Parameter wie 802.11g mit (ca. 2 MByte/s Datendurchsatz, ca. 35 Meter Reichweite in Gebäuden), sendet aber im 5-GHz-Band anstelle des üblichen 2,4-GHz-Bereichs. Um die gleiche Reichweite wie 802.11g-Adapter zu erzielen, benötigen 802.11a-Geräte eine höhere Sendeleistung, was jedoch auch einen höheren Stromverbrauch bedeutet.

Der Einsatz eines 802.11a-Netzes empfiehlt sich in Umgebungen mit sehr vielen Störfaktoren (Mikrowelle, Babyfon, viele WLAN-Netze). Die Geräte kosten in der Regel etwas mehr als "herkömmliche" Adapter; bei den meisten Sticks, Routern und Karten handelt es sich aber Kombigeräte, die auch mit 801.11b- und 802.11g-Netzen zurecht kommen. Von den Testgeräten beherrschen nur zwei Cardbus-Karten von Buffalo sowie der USB-Stick von AVM den 802.11a-Modus.

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