Modernes Brasilien
Dreamlinux 3.1 aus Brasilien
Die Schaltzentrale
Die wichtigsten Einstellungen von Dreamlinux nehmen Sie im Dreamlinux Control Panel (DCP) vor. Dabei handelt es sich um ein Gemisch zwischen selbst geschriebenen Mini-Tools und Verknüpfungen auf entsprechende Debian- oder Gtk-Programme. Das Ganze ist in Ruby geschrieben.
Dem Vergleich zu YaST oder anderen Kontrollzentren hält das Dreamlinux-Kontrollzentrum allerdings nicht stand, es bietet eher Ersatz für das KDE-Kontrollzentrum oder die entsprechenden Gnome-Pendants. So fehlen zum Beispiel Module für das Setup des X-Servers oder von Peripheriegeräten wie Scannern, TV- oder Soundkarten. Auch die Powermanagement-Funktionen erweisen sich als sehr beschränkt, was nicht unbedingt für den Einsatz von Dreamlinux auf Notebooks spricht. Das Kontrollzentrum und sämtliche Dreamlinux-Tools sind zudem nicht lokalisiert.
Zu gefallen vermag hingegen das Modul für das Keyboard-Layout. Entgegen den üblichen Methoden will Dreamlinux hier nicht einfach das Land wissen, sondern das Layout. In der unteren Fensterhälfte erscheinen dann nur noch die zum gewählten Layout passenden Länder (Abbildung 4).
Das Ein- oder Ausschalten des 3D-Desktops Compiz-Fusion gleicht im Vergleich zu anderen Distributionen einem Kinderspiel. Klicken Sie dazu einfach im Dreamlinux-Kontrollzentrum auf den Eintrag En/Dis(able) CompizFusion und markieren Sie anschließend den gewünschten Eintrag. Dreamlinux aktiviert ohne Neustart des X-Servers CompizFusion und ersetzt das 2D-Panel durch das 3D-Pendant.
Praxiserfahrung
Wir haben Dreamlinux auf drei Desktop-Rechnern und einem Notebook getestet. Auf einem der Desktop-Rechner gelang die Installation nicht, da das System bereits beim Starten des X-Servers hängen blieb. Auf dem Notebook und den anderen Testsystemen traten hingegen keine Probleme auf. Auf allen Rechnern richtete die Distribution die 3D-Beschleunigung automatisch und korrekt ein, nach wenigen Mausklicks funktionierte auch der 3D-Desktop flüssig.
Schwierigkeiten machte die Distribution bei der Sprachumstellung: Sie merkte sich zwar die Sprache, aber nicht das Tastaturlayout, sodass wir nach jedem Neustart das Layout wieder auf Deutsch umstellen mussten. Da auch der Befehl loadkeys de keine Tastaturänderung bewirkte, mussten wir dazu stets das oben gelobte Modul im DCP verwenden.
In manchen Fällen startet Dreamlinux das Engage-Panel doppelt. Da es sich per Rechtsklick nicht schließen lässt, müssen Sie dann zunächst den passenden Prozess finden und ihn auf der Konsole beenden. Nach der Codec-Installation arbeiten sämtliche Multimedia-Programme einwandfrei, Dreamlinux fährt zudem sehr schnell hoch und herunter.



