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Licht mit viel Schatten

Bildbearbeitung mit Fotox

HDR/DRI selbst gemacht

Und so ließe sich der Mantel des Schweigens über Fotox breiten; schließlich reißen einen die hinlänglich von anderen Anwendungen bekannten Funktionen ebenso wenig vom Hocker wie das nervige Bedienkonzept. Den Konjunktiv verwenden wir aber dennoch, denn Fotox bietet noch eine andere Seite, die sich durch zwei Spezialfunktionen auszeichnet: HDR und Panoramaaufnahmen.

Als HDR-Bilder bezeichnet man Fotos mit einem sehr großen Dynamikumfang zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Punkt. Das menschliche Auge erkennt bis zu 100 000 solcher Abstufungen, eine Digitalkamera schafft dagegen gerade einmal 1000 Kontrastwerte. Noch einmal deutlich schlechter lösen gängige Monitore diese Differenzierung: Bei mäßigen 256 Stufen ist Schluss [2]. Echtes HDR zu Consumerpreisen gibt es noch nicht: Für geeignete Monitore wandern beispielsweise stolzen 50 000 Euro über den Ladentisch. Die Bilder, die Sie möglicherweise als beeindruckende HDR-Fotos gesehen haben, sind in Wirklichkeit nur Fotos, die sich diesem Ideal über DRI annähern.

"Dynamic Range Increase" [3] ist ein Verfahren, das ein Bild aus mehreren Fotos mit dem selben Motiv, aber unterschiedlichen Belichtungsstufen errechnet. Fast jede moderne Digitalkamera beherrscht solche Belichtungsreihen – unter Umständen in der Bedienungsanleitung auf englisch "Exposure Bracketing" genannt. Das manuelle Herstellen von DRI-Bildern ist kompliziert, weil man aus den Einzelaufnahmen jeweils die besten Kontraste herauskopieren und für das neue Bild verwenden müsste. Glücklicherweise gibt es dafür Spezialanwendungen, die diese mühsame Arbeit erledigen.

Bei Fotox funktioniert das nach folgendem Muster: Sie wählen über Öffnen oder aus der Ansicht Ordner das erste Bild einer Belichtungsreihe aus und fügen über die Schaltfläche HDR anschließend das zweite Bild der Reihe hinzu. Dann rechnet Fotox aus, wie sich die Kontraste beider Bilder ergänzen; je nach Auflösung dauert das bis zu zwei Minuten. Anschließend öffnet Fotox ein Fenster mit dem bürokratischen Namen HDR Bild-Beitragsgewichtung. Hier regeln Sie über Schieberegler oder Schalter das Verhältnis zwischen Ausgangs- und Zusatzbild. Mit fertig übernehmen Sie die Einstellung und wiederholen diese Schritte mit allen weiteren Bildern, die zu Ihrer Belichtungsreihe gehören. Passt alles, erhalten Sie ein Bild von entrückter Schönheit, das Sie in der Realität so sicher noch nicht gesehen haben (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Ein großer Dynamikumfang sorgt für Bilder von entrückter Schönheit – hier die neue jüdische Synagoge in München bei Nacht.

Am Ergebnis gemessen, funktioniert das Erstellen von DRI-Bildern mit Fotox recht gut, doch was das Tool dabei mit Ihren Bildern anstellt, bleibt komplett im Dunkeln. Das Übereinanderlegen von Bildern ist nur die halbe Miete: Die andere Hälfte besteht aus dem so genannten Tone Mapping, das die übergroßen Dynamikumfänge der Ausgangsbilder für die Ausgabe auf Monitor oder Drucker komprimiert [4]. Programme wie das Gimp-Zusatztool Exposure Blend [5] bieten dafür eigene Werkzeuge an, mit denen man diese Einstellungen nach Sicht vornehmen kann. Fotox verzichtet darauf komplett.

Panoramaaufnahmen

Für das Anfertigen breitbandiger Panoramaaufnahmen gibt es Spezialisten wie Hugin [6]. Dessen ungeachtet bietet auch Fotox dafür eine Funktion, die ähnlich wie das HDR-Tool arbeitet: Sie suchen ein Mutterbild als Grundlage des Panoramas aus und klicken anschließend auf Pano., um weitere Fotos an das Ausgangsbild anzunähen. Damit das möglichst übergangslos geschieht, stellen Sie zusätzliche Parameter für diese Vereinigung ein.

Zunächst rücken Sie das hinzugefügte Bild mit gedrückter linker Maustaste grob an die erste Abbildung heran. Möchten Sie es im Verhältnis zum Mutterbild kippen, fassen Sie es am rechten Bildrand an. Finden Sie das zu grobmotorisch, nehmen Sie stattdessen die Pfeiltasten zuhilfe und bewegen damit das anzufügende Bild millimetergenau an die richtige Position. Anschließend stellen Sie die Werte für Linse mm und Linse Bogen ein, um die beiden Bilder optimal aneinander zu hängen. Linse mm krümmt das Bild am oberen und unteren Rand, Linse Bogen biegt es rechts und links symmetrisch nach innen oder außen.

Über die Schaltfläche Suchen beauftragen Sie das Programm, automatisch die besten Krümmungswerte zu ermitteln. Dann klicken Sie auf Weiter, um zusammenzufügen, was zusammen gehört. Das Bild blinkt für einen Moment an den Nahtstellen rot auf, und anschließend können Sie in einem Extra-Dialog einzelne Farben und Helligkeitswerte einander angleichen. Haben Sie hier alles eingestellt, klicken Sie auf Anwenden und Fertig, um den Vereinigungsprozess abzuschließen. Dieses Prozedere wiederholen Sie anschließend mit allen Teilbildern, die Sie für Ihr Panorama benötigen.

Das Zusammennähen einzelner Bilder auf Kante funktioniert prima, das Resultat kann sich sehen lassen (Abbildung 4). Allerdings sollten Sie das Zielbild über Schnitt an den Rändern noch begradigen.

Abbildung 4

Abbildung 4: Ansehnliche Ergebnisse: Mit der Panoramafunktion lassen sich leicht einzelne Bilder zu einem raumfüllenden Querformat zusammenfügen.

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