LTS ist Trumpf

Die Ubuntu-Entwickler haben die Kurve noch einmal gekriegt: Nachdem zahlreiche Bugs in der letzten Version selbst eingefleischte Fans zum Zweifeln brachten, lässt "Hardy Heron" die meiste Kritik wieder verstummen.

Allerdings unterstreicht das lediglich die Tatsache, dass der ursprüngliche Plan, jedes halbe Jahr eine aktuelle Version ganz ohne Stabilitätseinbußen herauszubringen, gescheitert ist. Seit der letzten LTS-Release vor knapp zwei Jahren brachte jede neue Ausgabe der Distribution neue Features, aber auch neue Bugs mit sich. Ubuntu 8.04 LTS spart bei beidem: Die neue Version stabilisiert vor allem Neuigkeiten, die in 7.10 noch einen experimentellen Status hatten.

Dessen ungeachtet ist Ubuntu 8.04 rundweg zu empfehlen, insbesondere ein Update vom Vorgänger bringt manche Erleichterung. Für die Zukunft erlaubt "Hardy Heron" das Fazit: Wer sein reibungslos laufendes System nicht riskieren möchte, aktualisiert besser erst bei der nächsten LTS-Release, statt schon in einem halben Jahr – und nimmt damit auch eine Wartezeit ungewisser Länge in Kauf. Debian lässt grüßen.

Glossar

Freedesktop.org

Dieses Projekt entwickelt grundlegende Standards für Linux-Desktopumgebungen. Deren Implementation erleichtert es, Anwendungen unabhängig vom Desktop benutzen. KDE, Gnome und XFCE streben deshalb an, die Freedesktop.org-Standards einzuhalten. Sie betreffen beispielsweise den Umgang mit dem Desktop-Bereich, dem Mülleimer und mit dem Panel, damit Applets unter allen Arbeitsumgebungen gleichermaßen funktionieren.

VNC

Virtual Network Computing. Über dieses Protokoll kann man über das Netzwerk an einem anderen Rechner arbeiten, als säße man direkt vor dessen Bildschirm. Voraussetzung ist eine entsprechende Freigabe am Ziel-PC sowie eine Client-Software.

Bittorrent

Das Bittorrent-Protokoll eignet sich, um große Dateien an viele Benutzer zu verteilen. Rechner, die die entsprechenden Dateien herunterladen, geben bereits erhaltene Teile an andere Downloader weiter. Dadurch verteilt sich die Last auf viele Leitungen und eine begrenzte Server-Kapazität führt nicht zwingend zu Geschwindigkeitseinbußen.

KVM

Kernel-based Virtual Machine. Das im Kernel enthaltene Modul ermöglicht die Verwendung von Virtualisierungstechniken in einigen Prozessoren von Intel (VT) und AMD (AMD-V) ermöglicht. Das soll Virtualisierungssoftware wie Qemu, Vmware oder Virtualbox beschleunigen.

Infos

[1] Ubuntu: http://www.ubuntu.com

[2] Debian: http://www.debian.org

[3] Gnome: http://www.gnome.org

[4] KDE: http://www.kde.org

[5] XFCE: http://www.xfce.org

[6] Kubuntu: http://www.kubuntu.org

[7] Xubuntu: http://www.xubuntu.org

[8] Gnome 2.22: Christian Meyer, "Grenzenlos und barrierefrei", LinuxUser 05/2008, S. 70, http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/05/070

[9] Transmission: http://www.transmissionbt.com

[10] Firefox 3 Beta: Christoph Langner, "Optik und mehr", LinuxUser 04/2008, S.70, http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/04/070

[11] Virtual Machine Manager: http://virt-manager.et.redhat.com

[12] Wubi: "Wer hat Angst vorm Pinguin", Thomas Leichtenstern, Linux-User 01/2008, S. 64 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/01/064/

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