Gezielte Einschnitte
Videos schneiden mit Kdenlive
Effekte
Stimmt die Reihenfolge sämtlicher Clips, würzen Sie das Ergebnis wahlweise mit Effekten nach. Kdenlive kennt davon zwei Typen. Zum einen gibt es Effekte, die einen ganzen Clip beeinflussen: Die warten im Register Effekt-Liste. Die Auswirkungen eines Effektes verrät ein Klick auf seinen Namen, der – zumindest unter OpenSuse – rechts unter Description eine kleine Beschreibung hervorruft.
So macht Sepia beispielsweise aus einem Clip einen vergilbten Super8-Streifen. Um den Effekt anzuwenden, markieren Sie zunächst den Filmstreifen in der Zeitleiste und doppelklicken auf den Effektnamen. Kdenlive wechselt automatisch zum Effekt-Magazin. Das Register führt alle Effekte auf, die zum gerade markierten Filmstreifen gehören; in Abbildung 4 ist dies nur der Sepia-Filter. Die auf der rechten Seite angebotenen Parameter hängen am jeweiligen Effekt und helfen beim Fein-Tuning. Um einen Effekt vorübergehend abzuschalten, entfernen Sie den Haken vor seinem Namen in der Effekt-Magazin-Liste. Um ihn endgültig zu entfernen, klicken Sie in der linken Symbolleiste auf das rote Kreuz.
So weisen Sie einem Clip beliebig viele Effekte zu – die sich mitunter gegenseitig beeinflussen. In Abbildung 5 wurde das Bild sowohl an der Diagonalen geSpiegelt, als auch seine Farben in ein Negativ verwandelt. Als kleine Informationshilfe tackert Kdenlive zusätzlich die Namen der angewandten Effekte an den Filmstreifen in der Zeitleiste.
Überblendungen
Die zweite Effekt-Gruppe kümmert sich um die Übergänge zwischen zwei Clips, wie etwa die beliebte Überblendung. Um einen Übergang zu basteln, brauchen Sie zunächst die zwei betroffenen Clips in der Zeitleiste. An dieser Stelle kommt nun die zweite Video-Spur (Spur 1) ins Spiel, denn beide Clips müssen leicht überlappen. Dazu ziehen Sie den zweiten Clip bei gedrückter Maustaste auf die Spur 1, leicht versetzt unter das Ende seines Vorgängers. Das Ergebnis sollte dem aus Abbildung 6 ähneln. Der Übergang dauert im fertigen Film so lange, wie sich die beiden Filme überlappen.
Markieren Sie nun den oberen Clip auf der Spur 0 und wählen Sie aus dem Kontextmenü der rechten Maustaste unter dem Punkt Übergang hinzufügen einen Effekt aus. Hinter Crossfade versteckt sich etwa die einfache Überblendung. Zwischen der Spur 0 und Spur 1 erscheint jetzt ein kleiner Kasten, der die Überblendung repräsentiert. Ziehen Sie ihn mit der Maus zum Anfang des unteren Clips, wo er einrastet. Wenn Sie nun probeweise die Vorschau im Zeitleisten-Monitor starten, sehen Sie bereits das Ergebnis – das sehr wahrscheinlich noch nicht die richtige Länge aufweist.
Um dies zu korrigieren, fahren Sie mit der Maus über das Ende der Überblendung. Sobald sich der Zeiger verändert, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen den Kasten bis zum Ende des oberen Clips auf. Auch dort rastet er automatisch ein. Das Ergebnis sollte wie in Abbildung 7 aussehen. Lassen Sie die Maustaste los und prüfen Sie die fertige Überblendung im Zeitleisten-Monitor.
Im Falle des Crossfade fehlt der Überblendung noch etwas. Werfen Sie einen Blick auf das Effekt-Rechteck in der Zeitleiste: Dort zeigt ein Pfeil an, welcher Clip sich in welchen Filmstreifen verwandelt. Im Moment zeigt er von unten nach oben – also überblendet Kdenlive den unteren Clip in den oberen. Um das umzukehren, markieren Sie das Effekt-Rechteck, wechseln auf das Register Übergang im linken oberen Bereich und suchen dort in der Liste Crossfade. Rechts erscheinen die Einstellungen für den Übergang, wo Sie die Überblendungsrichtung umkehren. Sie kreuzen das Kästchen an und starten die Vorschau erneut.
Um einen versehentlich hinzugefügten Übergang zu löschen, markieren Sie das Rechteck und wählen aus dem Kontextmenü Übergang | Übergang löschen.
Wem gehört die Überblendung?
Verwirrenderweise gehört in Kdenlive ein Übergang immer zu dem Clip, der in der Spur über dem anderen sitzt. Um also beispielsweise die Berge in der unteren Spur in die Seilbahn auf der Spur darüber zu überblenden, müssen Sie Crossfade der Seilbahn zuweisen – und dann nur entsprechend weit nach vorne schieben. Jeder Clip darf beliebig viele Überblendungen besitzen, was zahlreiche Kombinationen ermöglicht. Experimentieren Sie am besten mit verschiedenen Einstellungen.



