Nicht nur steigende Strompreise bieten einen guten Grund, am heimischen PC Strom zu sparen: Mit Notebooks hat man die Freiheit, auch unterwegs die Arbeit oder das digitale Vergnügen fortzusetzen. Läuft aber der Akku leer, ist damit auch hier Schluss.
Der Energieverbrauch eines Computers teilt sich auf seine mehr und weniger stromhungrigen Komponenten auf: Da wären neben rein elektronischen Bauelementen wie CPU, Hauptspeicher und Mainboard auch mechanische Komponenten wie das optische Laufwerk und die Festplatte. Zu den größten Stromfressern zählen der Bildschirm, der Prozessor, die mechanischen Komponenten und die Grafikkarte.
Grundsätzlich geben sich Notebooks viel genügsamer, verbauen die Hersteller doch in Hinblick auf die Akkulaufzeit stromsparendere Hardware. Kommt ein portabler PC mit durchschnittlich 20 Watt aus, verbucht selbst ein sparsamer Desktop-PC rund 80 Watt – den Monitor nicht gerechnet.
Der Linux-Kernel und viele Anwendungen stellen verschiedene Features bereit, mit denen Sie den Stromverbrauch absenken können – sei es, um die Akkulaufzeit zu erhöhen oder den Geldbeutel zu schonen. Bis vor kurzem galt der Energiehunger von Desktop-PCs als uninteressant. Anders verhält es sich dahingegen bei Notebooks, da diese eine nur sehr begrenzte Stromquelle besitzen: den Akku. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Stromsparfunktionen und -software fast ausschließlich auf den Notebook-Betrieb abzielen.
Verbrauch messen
Um sich über den Energieverbauch eines Notebooks im Akkubetrieb zu informieren, haben Sie die Wahl zwischen bereits in den Desktop integrierten Tools und zusätzlicher Software. Unter Gnome teilt Ihnen die Energieverwaltung, deren Icon (ein Batteriesymbol) Sie im unteren Panel finden, den Verbrauch mit (Abbildung 1). Unter KDE kompilieren und installieren Sie beispielsweise den KThinkBat-Monitor [1], der neben der Restladung von bis zu zwei Akkus auch den Energiekonsum des Notebooks in Watt anzeigt (Abbildung 2).
Am Desktop-PC hilft nur der Anschluss eines externen Strommessgeräts, um den Verbrauch zu messen und so Sparmaßnahmen zu testen. Mit der einfachen Formel Verbrauch in Watt * Tägliche Betriebsdauer in Stunden * 0,365 * Strompreis pro kWh erhalten Sie ein ungefähres Maß dessen, was der Rechner an Stromkosten im Jahr verursacht.
Strom sparen
Das Display und die CPU erweisen sich meist als die größten Stromfresser, wobei sich der Energiehunger beider Komponenten bis zu einem bestimmten Grad recht einfach minimieren lässt. Über die Stromspar-Applets von Gnome und KDE weisen Sie mit wenigen Mausklicks externe LC-Displays und CRTs an, nach einer bestimmten Leerlaufdauer des Rechners abzuschalten. Zum Einsatz kommt dabei DPMS. Auf Notebooks wächst die Funktionalität von KPowersave (Abbildung 3) oder des PowerManagers (Paket kde-guidance-powermanager) und des Helligkeitsapplets von Gnome um einiges an: Hier regeln Sie nicht nur das An und Aus der Anzeige, sondern dimmen das LCD. Bereits das Herunterregeln der Helligkeit spart über 10 Prozent Energie des Testrechners (Lenovo X61s).



