Griffith gibt es in zwei Varianten zum Download: Einmal direkt über die Homepage der Autoren unter http://griffith.berlios.de, und einmal über das Paketmanagement der jeweiligen Distribution. Unter Ubuntu installieren Sie beispielsweise das gleichnamige Paket mittels sudo apt-get install griffith auf der Kommandozeile. So arbeiten Sie zwar nicht mit den aktuellsten Versionen, die Installation und das Upgrade erfolgen dann aber automatisch. Auf der Website bieten die Entwickler Griffith im Quellcode an, der sich auf jedem System übersetzen lässt, das die gelisteten Voraussetzungen mitbringt.

Konfiguration

Nach der Installation finden Sie das Programm zum Beispiel im Ubuntu-Menü unter Anwendungen | Unterhaltungsmedien | Griffith. Haben Sie noch keine Rechtschreibprüfung eingerichtet, so erscheint beim ersten Programmstart ein Dialog, den Sie jedoch getrost ignorieren dürfen. Bei Bedarf ziehen Sie das fehlende Paket später einfach nach. Direkt nach dem ersten Start enthält die Datenbank noch keinen Eintrag; das Hauptfenster präsentiert sich dem entsprechend unspektakulär (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptfenster bietet beim ersten Programmstart wenig Spektakuläres.

Zuerst konfigurieren Sie das Programm am besten über das Menü Extras | Einstellungen den eigenen Bedürfnissen entsprechend. Unter der Registerkarte Hauptliste legen Sie die Sortierreihenfolge der Filmliste fest. Unter Filmdetails definieren Sie eine Reihe von Voreinstellungen für neue Filme, wodurch Sie lästige Tipparbeit bei der Dateneingabe vermeiden. Abbildung 2 zeigt Beispiele für die gängigsten DVDs. Möchten Sie Ihre Filme bewerten, wählen Sie aus, ob das Programm einen Zähler oder das von MP3-Playern bekannte System mit Sternen verwendet.

Abbildung 2: Die Voreinstellungen für neue Filme ersparen Ihnen Tipparbeit bei der Eingabe neuer Daten.

Unter Module wählen Sie nicht etwa Plugins für Griffith aus, sondern stellen ein, von welchem Internetdienst das Programm Daten zum jeweiligen Film herunterlädt. Das Herunterladen von Covern und Filminformationen liegt rechtlich in einer Grauzone: Ausschlaggebend sind die Lizenzen des jeweiligen Rechteinhabers beziehungsweise die Nutzungsbedingungen des entsprechenden Anbieters. Die Einstellungen unter Verleihen, Listen und Sprachen brauchen Sie, wenn Sie die Software auch zum Verwalten von verliehenen Titeln verwenden oder bei einem großen Datenbestand den Überblick behalten möchten.

Dort tragen Sie zum einen den Mailserver für Benachrichtigungen ein, zum anderen auch die Auswahloptionen zu DVD-Merkmalen wie Codecs, Untertiteln und Sprachen, welche bereits mit den gängigsten Einträgen versehen sind. Zudem konfigurieren Sie unter Datenbank optional einen Server zum Speichern der Filmdaten, wobei die Software derzeit PostgreSQL, MySQL und Microsoft SQL unterstützt.

Pflege von Filmen

Um die noch recht leere Datenbank zu füllen, genügt ein Klick auf das Plus-Zeichen in der Symbolleiste, woraufhin sich die Eingabemaske zum Bearbeiten der Filmdetails öffnet (Abbildung 3). Auf insgesamt acht Registerkarten erfassen Sie diverse Details zum Streifen – unter anderem den Originaltitel und den Titel in deutscher Sprache. Außerdem bewerten Sie den Eintrag auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 die beste Note bedeutet.

Abbildung 3: Über eine kompakte Eingabemaske erfassen Sie die Daten zum Filmtitel.

Bei Bedarf weisen Sie dem Eintrag eine laufende Nummer zum Inventarisieren zu. Außerdem erfassen Sie mit diesem Dialog, ob Sie den Film bereits gesehen haben oder nicht. Nutzen Sie letztere Möglichkeit konsequent, gestalten Sie später über die Funktion Ungesehenen Film vorschlagen unter Extras einen Filmabend mit Überraschungen.

Unter Technische Informationen finden sich die vorab in der Konfiguration getroffenen Voreinstellungen als Standard wieder. Zudem legen Sie hier so genannte Filmsammlungen an, mit denen Sie beispielsweise Eigenproduktionen und Kauf-DVDs gruppieren. Die nächste Registerkarte mit dem Titel Sprachen dient zum Vermerken sämtlicher Sprachversionen des Films.

Durch einen Rechtsklick in die Liste rufen Sie das Kontextmenü auf, um Einträge hinzuzufügen, zu ändern oder zu löschen. Handlung, Darsteller und Notizen gestalteten die Entwickler als Freitext-Feld. Der Konsistenz halber empfiehlt es sich jedoch, hier eine feste Struktur aufzubauen, nach Sie die Einträge gliedern – das erleichtert das Durchsuchen großer Datenbanken.

Nach dem Speichern des Eintrags taucht der Film im Hauptfenster auf (Abbildung 4). Im Test funktionierte dies nicht in allen Fällen zuverlässig. Manchmal war es notwendig, zunächst einen anderen Film auszuwählen und anschließend wieder zum ursprünglichen Eintrag zurückzuspringen, um die Anzeige zu aktualisieren.

Abbildung 4: Nach dem Eintragen der Daten zu einem Film sortiert sich dieser in die Liste ein.

Um bei der Suche nach einem Film eine Vorauswahl zu treffen, stehen über das Menü Ansicht die Filter alle Filme, verliehene Filme oder ungesehene Filme bereit. Zusätzlich erlaubt das Hauptfenster von Griffith es, direkt über das Feld Filter einen Suchbegriff vorzugeben oder die Sortierreihenfolge per Auswahlfeld zu verändern. Haben Ihren Datenbestand mit Sammlungen geordnet, so stehen diese hier nun bereit.

Verleihverwaltung

Wer aus seinem Bestand regelmäßig Titel verleiht, profitiert von der integrierten Verleihverwaltung. Tragen Sie zuerst über das Menü Verleihverwaltung | Personen die Ausleiher ein. Anschließend markieren Sie einen Film als verliehen, indem Sie im gleichen Menü die Funktion Verleihen auswählen. Analog buchen Sie mit Zurückerhalten den Rückerhalt des Films. Griffith hält zu jedem Film eine Historie bereit, wer den Film über welchen Zeitraum ausgeliehen hat (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die Verleih-Historie gibt Auskunft über die Zeiträume, in denen ein Film verliehen war.

Gehen Sie gerne auf Nummer sicher, dann erstellen Sie im Menü Datei mit der Funktion Speichern unter eine Sicherheitskopie der Datenbank als ZIP-Archiv. Über Datei | Importieren besteht die Möglichkeit, andere Datenbestände als CSV-Dateien zu importieren. Darüber lesen Sie beispielsweise die Daten ein, die Sie bislang in OpenOffice in einer Calc-Tabelle gepflegt haben.

Ein Export steht unter Datei | Exportieren bereit. Diese Funktion schreibt die Griffith-eigene Datenbank in verschiedenste Formate, wie PDF oder HTML, aber auch als CSV-Datei zum Import in Tabellen und Datenbanken.

Fazit

Griffith kommt als einfach aufgebautes und dennoch umfangreiches Programm zum Verwalten von Filmen daher. Selbst eingefleischte Cineasten stellt die Software zufrieden, denn die Datenbank erfasst nahezu jedes Detail eines Films. Darüber hinaus glänzt Griffith mit Im- und Export in zahlreiche Formate.

Das Anbinden an einen Datenbankserver, die Suche von ungesehenen Filmen nach dem Zufallsprinzip sowie die Möglichkeit, einen Filmverleih einzutragen, runden das Programm ab. Zwar treten mitunter noch kleine Kinderkrankheiten auf, die den Nutzen des gesamten Programms jedoch in keiner Weise mindern.

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