Angetestet

15.01.2009

MtoolsFM, die komfortable Mtools-Variante

Auch in Zeiten von von DVDs und USB-Sticks bewahren Anwender ihre Daten noch auf Disketten auf. Zum Zugriff darauf stellt Linux die Mtools-Suite zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Kommandozeilenprogramme, mit denen der Benutzer Disketten beispielsweise formatiert oder labelt. Erscheint Ihnen das zu unkomfortabel, finden Sie mit MtoolsFM eine grafische Oberfläche, die einen Teil der Funktionen der Mtools-Suite abbildet.

Nach dem Start öffnet Mtools eine klassische zweigeteilte Dateimanager-Ansicht, wie man sie beispielsweise vom Norton Commander kennt, mit dessen Funktionsumfang sie sich jedoch nicht messen kann. Hier haben Sie primär die Möglichkeit, Verzeichnisse zu erstellen, Dateien zu löschen oder umzubenennen. Dabei bedient sich MtoolsFM der Programme mmd, mdel, mren und mcopy aus der Mtools-Suite. Auf mcopy greifen Sie über den Schalter Copy in der Fenstermitte zu und kopiert so vorher ausgewählte Dateien zwischen den Datenträgern. Als Speichermedium wählen Sie zwischen Festplatte und Diskettenlaufwerk. Neben den üblichen Dateioperation unterstützt MtoolsFM auch die Kompression von Dateien mittels Gzip, Bzip2 und Zip sowie Tar. Damit das komprimierte Archiv auf eine Diskette passt, schneidet MtoolsFM es mit split auf Diskettengröße zurecht.

Da das Programm nicht alle Operationen der Mtools-Suite abbildet, müssen Sie zum Formatieren oder Labeln von Disketten oder zum Ändern von DOS-Dateiattributen nach wie vor die Kommandozeile bemühen.

MtoolsFM 1.9.5

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://mtoolsfm.sourceforge.net/

Wertung

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Für das gelegentliche Arbeiten mit den zwischenzeitlich antiquierten Disketten stellt de grafische Oberfläche eine echte Arbeitserleichterung dar, die allerdings nicht alle Funktionen der Mtools abbildet.

Netzwerkschnittstellen einfach verwalten mit Network-Config

Komfortable Tools zur Konfiguration der Netzwerkadapter gehören heute zum Standard bei grafischen Oberflächen wie Gnome oder KDE. Doch auch wenn Sie lediglich einen Windowmanager wie Fluxbox einsetzen, müssen Sie dank Network-config nicht auf eine intuitive grafische Konfiguration verzichten. Bei dem Tool handelt es sich um ein Perl-Skript, das die GTK2-Bindings von Perl zum Generieren der Oberfläche verwendet. Das Programm erlaubt Anwendern mit Root-Rechten, den Netzwerkadapter auf DHCP-Konfiguration umzustellen oder manuell zu konfigurieren.

Die manuelle Konfiguration ermöglicht darüber hinaus auch rudimentäre, vordefinierte Firewalleinstellungen – etwa ob der Rechner als Server oder Client im Netz agieren soll. Sowohl in der DHCP- als auch der manuellen Konfiguration ermöglicht Network-config am Ende des Konfigurationslaufs das automatisierte Starten eines Skripts, beispielsweise um erweiterte Firewalleinstellungen zu laden. Die Konfiguration versehen Sie abschließend optional mit einer Beschreibung, die das Programm in der Datei /etc/network-config/settings.txt ablegt.

Über die grafische Oberfläche lässt sich der Namen der Konfiguration nicht ändern. Da es sich bei der Konfigurationsdatei jedoch um eine reine Textdatei handelt, stellt die Modifikation mit einem Texteditor für versierte Anwender kein Problem dar. Auf diese Weise legen Sie verschiedene, eindeutig benannte Konfigurationen ab. Unabhängig vom Netzwerkinterface haben Sie außerdem die Möglichkeit, den eingesetzten DHCP-Client zu wechseln oder eine IP-Adresse für Verbindungstests zu hinterlegen. Möchte Sie WLAN-Karten mit dem Tool konfigurieren, gilt es zunächst, im Programm den Pfad zur WPA-Konfiguration anzugeben.

Netconfig 0.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://network-config.sourceforge.net

Wertung

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Network-config bietet Konfigurationskomfort für alle, die weder Gnome noch KDE einsetzen. Die Möglichkeit, für ein Device unterschiedliche Konfigurationen zu verwalten, kommt besonders Laptop-Nutzern sehr entgegen.

XLogo, die Rückkehr der Schildkrötenprogrammierung

Älteren Anwender erinnern sich vielleicht noch an die Programmiersprache Logo und deren "Turtlegraphics", bei der der Programmierer eine virtuelle Schildkröte über den Bildschirm bewegen konnte. Aufgrund ihrer kindgerechten Eigenschaften diente die Interpreter-Sprache Ende der 80er Jahre bevorzugt als Programmiersprache im Computerunterricht an Schulen. Mit XLogo kehrt die Schildkröte jetzt zum Pinguin zurück – als auf Java basierender Interpreter mit rudimentärem Skripteditor.

Das Steuern der Schildkröte erfolgt wahlweise über ganze im Editor verfasste Programme oder der interaktiven Steuerung durch Eingabe einzelner Befehle. Ein Nachrichtenfeld im unteren Fensterbereich gibt an, ob XLogo den Befehl ausgeführt hat oder der Interpreter ihn nicht verarbeiten konnte. Finden Sie den eingebauten Editor zu spartanisch, dann erstellen Sie die Programme einfach in der Entwicklungsumgebung Ihrer Wahl und laden anschließend die Textdateien.

Sämtliche XLogo Befehle sind in der jeweiligen Landessprache gehalten, so dass ein Novize sofort loslegen kann. Durch die Turtle-Grafik und die einfache Syntax stellt sich schnell ein Erfolgserlebnis ein und motiviert zum weitermachen. Wie alle Programmiersprachen kennt auch Logo verschiedene Datentypen, Schleifen und Verzweigungen, sodass Einsteiger alle Grundelemente moderner Programmiersprachen erlernen. Selbst Fakultätsberechnungen ermöglicht Logo.

XLogo 0.9.9.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://xlogo.tuxfamily.org/

Wertung

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XLogo ist ein schlichter, auf Java basierender Logo-Interpreter. Da alle Befehle in der Landessprache gehalten sind, eignet er sich hervorragend, um Kindern im Grundschulalter das Programmieren beizubringen.

Benachrichtigungen automatisieren mit Email

Geht es um den Versand von E-Mails, denken die meisten Anwender sofort an Programme wie Evolution, Thunderbird oder vielleicht Mutt. Sieht die Aufgabenstellung jedoch vor, dass eigene Programme oder Skripte den Anwender automatisiert via E-Mail benachrichtigen, kommt dafür nur ein Kommandozeilen-Mailer wie Email in Frage. Das kleine Programm lässt sich vollständig über Kommandozeilenparameter steuern, was es für den Einsatz in Shellskripten oder Cronjobs prädestiniert.

Dabei steht Email in Sachen Funktionsumfang den grafischen Clients in nichts nach. Es beherrscht die Anmeldung am SMTP-Server mit Authentifizierung, unterstützt den Versand an mehrere Empfänger via CC oder BCC und ist sogar in der Lage, Dateianhänge zu verschicken – ideal, um beispielsweise die Log-Datei zur Fehlermeldung mitzusenden. Den Nachrichtentext bezieht das Tool aus der Standardeingabe. Um dabei der Sicherheit genüge zu tun, unterstützt Email auch GPG-Verschlüsselung, damit nur der Empfänger die Nachricht lesen kann. Optional verzichtet die Applikation aber auch vollständig auf den Mail-Body.

Das Adressbuch besteht aus einer Textdatei, in der Email alle Adressaten mit ihrer E-Mail-Adresse und einem Kürzel aufführt. Es ermöglicht auch das Zusammenfassen mehrerer Kürzel zu einer so genannten Mail-Gruppe unter einem neuen Kürzel. Ein Gruppieren nach Funktionen oder Relevanz erlaubt Email nicht. Beim Versenden einer Nachricht muss der Nutzer nur noch das E-Mail-Kürzel als Adressat angeben, um die Nachricht ans richtige Ziel zu leiten.

Alle Optionen und Parameter speichern Sie optional auch in einer Konfigurationsdatei. Eine entsprechende Vorlage liefert Email in den Quellen mit. Anders als beim Aufruf mit Parametern können Sie in der Konfiguration eine Mail-Signaturdatei benennen. Dass Email das GPG-Passwort im Klartext speichert, trübt den ansonsten sehr guten Eindruck des Clients.

Email 3.0.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.cleancode.org/projects/email

Wertung

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Email eignet sich hervorragend zum Einbinden in skriptbasierte E-Mail-Benachrichtigungsroutinen. Das implementierte Adressbuch eröffnet dabei in Kombination mit den Kommandozeilenparametern flexible Einsatzmöglichkeiten.

Dateien 1:n kopieren mit Multi-Copy Device

Nicht nur Raubkopierer, auch Dozenten und Administratoren stehen des Öfteren vor dem Problem, Dateien beliebig oft vervielfältigen oder verteilen zu müssen. Das Programm Multi-Copy Device (mdcp) bietet eine leistungsfähige Alternative für alle, die sich bis dato mit selbstgebauten Skriptlösungen behelfen mussten.

Das Tool wurde ursprünglich mit der Absicht entwickelt, Disketten zu vervielfältigen. Es eignet sich aber auch, um beispielsweise Festplatten-Images zu verteilen. Durch Angabe von Blockgröße und einem Zähler beschränken Sie den Datentransfer auf bestimmte Bereiche eines Images. Die mitgelieferte README-Datei zeigt darüber hinaus in einem interessanten Anwendungsbeispiel, wie man mit mdcp den Festplatteninhalt durch Nullen überschreibt.

Da Linux ohnehin alles als Dateien behandelt, lassen sich auch einzelne davon mit dem Multi-Copy Device vervielfältigen. Allerdings müssen Sie dazu nicht nur den Pfad, sondern auch den Dateinamen für jedes Ziel angeben. Der Vorteil von mdcp gegenüber anderen Lösungen liegt laut seinem Entwickler in der Arbeitsgeschwindigkeit: Da das Programm alle Übertragungen parallel vornimmt, muss es die Quelle nur einmal auslesen. Deswegen begrenzt letztlich nur die Breite des Datenbusses die Übertragungsgeschwindigkeit.

Darüber hinaus verhält sich mdcp im Fehlerfall relativ tolerant: Im Gegensatz zu mancher Eigenentwicklung beendet das Programm nicht alle Übertragungen, falls es auf einem Zieldatenträger Probleme gibt. Auf den restlichen Datenträgern läuft der Transfer unbehelligt weiter.

Multi-Copy Device 0.1.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/mdcp/

Wertung

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Multi-Copy Device eignet sich hervorragend, um vorkonfigurierte Installationen, aber auch einzelne Dateien zeitgleich auf mehrere Datenträger zu verteilen.

Die System-Konfiguration immer gesichert dank iBackup

Spätestens nach dem ersten Datenverlust stellt sich jeder Anwender sich die Frage, welche Backup-Strategie für ihn die richtige ist. iBackup konzentriert sich vorwiegend auf das Sichern der Systemkonfiguration, um nach einem Crash oder Einbruch den Status quo schnell wieder herzustellen. Das Shellskript bedient sich der gängigen GNU-Tools und läuft somit auf jedem Unix-System, also auch auf Solaris oder BSD-Derivaten.

Über einen Kommandozeilenparameter teilen Sie dem Skript mit, auf welchem Betriebssystem es zum Einsatz kommt. Basierend auf dieser Information ermittelt iBackup die verwendete Paketdatenbank und die verfügbaren Tools. Mit diesen sichert das Programm alle Systeminformationen, derer es mit Netstat, Dmesg, Ifconfig, Fdisk und anderen Systemapplikationen habhaft werden kann, in einem Tar-Archiv. Darüber hinaus speichert es auch den kompletten /etc-Ordner sowie Bereiche der Verzeichnisse /boot und /var im Tarball. iBackup gibt jedem Archiv einen eindeutigen Namen und legt die Sicherungsdatei in einem entsprechenden Ordner ab, dessen Namen Sie in der Konfigurationsdatei festlegen. Je nach Einstellung komprimiert und verschlüsselt iBackup das Archiv obendrein, wobei allerdings das Passwort für die Verschlüsselung im Klartext in der iBackup-Konfiguration steht.

Anwender, die nicht das ganze Verzeichnis /etc sichern möchten, weisen das Skript an, nur die Konfiguration bestimmter Dienste zu speichern. Die Palette reicht dabei von Apache, Bind und Squid bis zu kommerziellen Produkten wie Checkpoint oder Citrix. Insgesamt kennt iBackup 19 verschiedene Dienste. Bei Datenbanken sichert das Programm im übrigen nicht nur die Konfiguration, sondern auch die enthaltenen Daten. Sie wählen, ob das Skript die Daten durch ein logisches oder physikalisches Backup sichert. (Uwe Vollbracht/tle/jlu)

iBackup 2.27

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://gnu.ethz.ch/linuks.mine.nu/ibackup/

Wertung

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iBackup sichert zuverlässig die komplette Systemkonfiguration von Unix-Systemen. Das flexible konfigurierbare Programm ermöglicht sogar die Übertragung der gesicherten Daten via Scp auf einen anderen Rechner.

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  • Volkers Editorial
    Beim Austausch von Daten zwischen verschiedenen Systemen geistern immer wieder DOS-Disketten durch die Welt. Mit den Mtools lassen sich diese unter Linux handhaben.
  • Zu Befehl
    Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, wo es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.
  • Dr. Linux
    Komplizierte Organismen, wie Linuxsysteme es nun einmal sind, haben so ihre ganz eigenen Wehwehchen. Dr. Linux beobachtet die Patienten in den Linux-Newsgruppen, stellt an dieser Stelle Rezepte für aktuelle Probleme aus und alternative Heilmethoden vor.
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  • Daten sichern mit Lucky Backup
    Backups, automatisiert und platzsparend – das verspricht Lucky Backup. Das Tool verzahnt Rsync mit weiteren Techniken zu einer komfortablen Applikation zum Sichern von Daten.
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