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Abspecken!

Strom sparen durch Hardware-Optimierung

01.06.2008 Ein fetter Rechner macht normalerweise nicht nur viel Lärm sondern verbraucht auch unnötig viel Strom – Zeit, ein paar Watt abzunehmen.

Für einen Rechner, der bereits im Leerlauf 100 Watt Leistung benötigt und jeden Tag vier Stunden in Betrieb ist, zahlen Sie pro Jahr etwa 50 Euro an Ihren Energieversorger. Für einen Röhrenmonitor kommen nochmal rund 30 Euro dazu. Aktuelle Systeme geben sich bereits mit 50 bis 60 Watt zufrieden, TFT-Bildschirme helfen nochmals, deutlich Strom zu sparen.

Bevor Sie nun aber den großen Umbau planen, sollten Sie zunächst einmal messen, wie viel Strom Ihr Rechner im aktuellen Zustand überhaupt benötigt. Liegt der Verbrauch unter 80 Watt, dann lässt sich vermutlich nicht mehr viel optimieren. Bei Rechnern, die auch im Leerlauf über 100 Watt verbrauchen, gibt es aber vermutlich noch Verbesserungspotenzial. Um die Leistung zu messen, benötigen Sie ein Strommessgerät (Abbildung 1). Einfache Ausführungen, die Sie in die Steckdose stecken, an der der Computer hängt, bekommen Sie bei Plus, Conrad oder Aldi regelmäßig zu einem Preis unter 20 Euro.

Abbildung 1: Ein einfacher Zwischenstecker misst den Stromverbrauch und berechnet auch gleich die Kosten.

Monitor

Am schnellsten und am meisten Strom sparen lässt sich mit einem neuen TFT-Display. So verbrauchen ältere Röhrenmonitore im Betrieb zwischen 60 und 80 Watt, während Flachbildschirme je nach Leuchtstärke und Kontrast mit 25 bis 35 Watt auskommen (siehe Tabelle "Monitor auswechseln"). Möchten Sie auf die guten alte "Röhre" nicht verzichten, sollten Sie den Bildschirmschoner aktivieren und einen leeren Bildschirm wählen. In diesem Modus verbrauchte unser Testmonitor 65 Watt. Selbst wenn der Computer kein Bildsignal mehr sendet (zum Beispiel in einem Schlafmodus) verbraucht ein Röhrenmonitor immer noch einige Watt.

Bei TFT-Displays wirkt sich der Blank-Modus nicht sonderlich auf den Stromverbrauch aus – wohl aber ein Suspend: Aktuelle Flachbildschirme benötigen dann unter einem Watt. Bei einer durchschnittlichen Nutzdauer von 4 Stunden pro Tag verbraucht der CRT-Monitor im Jahr 4 x 365 x 80 Watt, das sind 116 kWh. Über die Standby-Zeiten (20 Stunden x 6 Watt x 365 Tage) kommen noch 44 kWh. Bei einem Strompreis von 20 Cent pro kWh kostet der Röhrenmonitor somit 30 Euro im Jahr, der TFT-Bildschirm hingegen nur knapp 9 Euro.

Monitor auswechseln

15-Zoll-TFT

17-Zoll-CRT

Normalbetrieb 33 Watt 78 Watt
Schwarz/Blank 33 Watt 65 Watt
Standby < 1 Watt 6 Watt

Grafikkarte

Die Grafikkarte zählt neben dem Monitor und der CPU zu den Komponenten, die am meisten Strom verbrauchen. Es lohnt sich deshalb, zu prüfen, welche Grafikkarte im Rechner sitzt und ob man diese überhaupt benötigt. Wer kaum oder gar keine 3D-Programme nutzt, ist mit einem integrierten Grafikchip am besten bedient. Je nach Karte sparen Sie so bis zu 20 Watt im Normalbetrieb.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss des Treibers auf den Stromverbrauch von Grafikkarten. Im Normalfall senken speziell auf die Karte zugeschnittene Treiber den Stromverbrauch, wie LinuxUser bereits bei einem Test der Openchrome-Treiber feststellte [1].

Steckt im Rechner zusätzlich noch eine Grafikkarte, bauen Sie diese einfach aus: Die meisten Mainboards schalten automatisch auf die integrierte Grafik um, sobald Sie die zusätzliche Karte entfernen: Bei einem Testrechner in unserem Labor mit Ami-BIOS mussten wir allerdings explizit von der AGP-Grafik auf die interne umschalten, sonst blieb der Bildschirm schwarz.

Auf einem relativ alten Testrechner mit integrierter Intel GM865-Grafik und einer Radeon-9200-Karte (AGP) sparten wir immerhin fünf Watt, indem wir die Grafikkarte ausbauten und stattdessen den Intel-Chipsatz nutzten. 3D-Anwendungen inklusive Compiz-Fusion funktionieren unter beiden Systemen etwa gleich gut.

Auf einem zweiten Testsystem maßen wir den Stromverbrauch einer ATI Radeon 1600 und einer Nvidia 6600 GT mit verschiedenen Treibern (siehe Tabelle "Grafikkarte auswechseln" und Abbildung 2). Erstaunlicherweise konsumiert die ATI-Karte mit den proprietären Fglrx-Treibern im Normalbetrieb deutlich mehr Strom als mit dem freien Vesa-Treiber. So verbrauchte der Testrechner im Leerlauf ohne Fglrx-Treiber rund 85 Watt, beim DVD-Playback mit mplayer -vo sdl dvd:// stieg die Leistung dann auf 110 Watt an. Dank der 2 GHz schnellen Athlon-CPU kam es aber zu keinerlei Aussetzern oder Bildstörungen. Der gleiche Rechner benötigt mit den proprietären ATI-Treibern von Ubuntu 7.10 bereits im Normalbetrieb 100 Watt. Immerhin steigt hier der Verbrauch beim DVD-Playback nur auf 106 Watt an.

Abbildung 2: Mit dem Vesa-Treiber benötigt die ATI-Karte (links) gleich viel Strom wie die Nvidia-Hardware. Mit den proprietären Treibern zieht sie aber satte 20 Watt mehr als das Geforce-Board.

Die Nvidia-Karte verhielt sich hingegen so, wie das zu erwarten war: Mit dem proprietären Treiber sank der Stromverbrauch im Leerlauf von 85 auf 80 Watt. Während die GPU beim Vesa-basierten DVD-Playback den Stromverbrauch auf 96 Watt ansteigen ließ, blieb er mit dem Nvidia-Treiber bei 86 Watt. Einzig beim 3D-Minibenchmark glxgears schnitt ATI besser ab als Nvidia: Das Radeon-System benötigte nur 120 Watt, um 5600 Frames pro Sekunde anzuzeigen; das System mit Geforce-Karte zog unter Last hingegen 140 Watt, stellte aber auch 7700 Frames dar.S

Grafikkarte auswechseln

Radeon 1600

Nvidia NX 6600 GT

Leerlauf (Vesa) 85 Watt 85 Watt
Leerlauf (proprietär) 100 Watt 80 Watt
DVD-Playback (Vesa) 110 Watt 96 Watt
DVD-Playback (proprietär) 106 Watt 86 Watt
Glxgears (proprietär) 120 Watt 140 Watt
Glxgears (proprietär) 5600 FPS 7700 FPS
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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