Aufmacher

ExactImage vs. ImageMagick

Zügiger Wechsel

Manchmal muss man einen ganzen Schwung Bilder am Stück konvertieren. Hier macht ExactImage dem traditionellen ImageMagick Konkurrenz.

ImageMagick fasst als Paket eine ganze Reihe von Programmen zusammen, die das Erzeugen, Editieren oder Zusammenfügen von Bilddateien auf der Kommandozeile ermöglichen [1]. Das gebräuchlichste dieser Programme, convert, bietet zahlreiche Funktionen und Parameter zum Umwandeln von Bildern [2].

Das Paket zählt zum Lieferumfang so gut wie jeder Linux-Distribution und lässt sich daher fast ausnahmslos über die jeweilige Paketveraltung einrichten. Unter Ubuntu befördern Sie ImageMagick 6.2.4 beispielsweise via sudo apt-get install imagemagick auf die Platte.

Der Herausforderer

Auf den Seiten der Berliner ExactCode GmbH findet sich der ImageMagick-Konkurrent ExactImage. Dessen Entwickler berichten auf der Projektwebseite [3], dass ein Grund für ihre Arbeit die geringe Geschwindigkeit von ImageMagick beim Konvertieren von Bilddateien gewesen sei – flotter ginge es mit ihrem Convert-Pendant econvert. Wir nahmen diese Aussage beim Wort und stellten die beiden Rivalen convert und econvert vor ein paar typische Konvertierungsaufgaben.

Bereits vor den ersten Prüfungen handelt sich ExactImage allerdings einen ersten Minuspunkt ein: Während der Klassiker ImageMagick mit praktisch allen gängigen Grafikformaten umgehen kann [4], beschränkt sich der Newcomer auf BMP, RAW, GIF, JPEG, JPEG2000, OpenEXR, PNG, PBM, TIFF, XPM, PS, EPS und PDF [5].

ExactImage installieren

Das aktuelle ExactImage 0.4.2 findet sich unter [6] als Quellcode-Archiv, Binärpakete gibt es nicht. Zur Übersetzung benötigen Sie die Entwicklungspakete ihrer Distribution, die Sie beispielsweise unter Ubuntu via sudo apt-get install build-essential nachrüsten. Damit Econvert später auch mit Vektorgraphiken klar kommt, greift es auf die Anti-Grain-Geometry-Software (kurz agg, [7]) zurück, deren Version 2.44 es aber bereits mitbringt. Nach dem Entpacken des Quelltextarchivs mit tar xvjf exact-image-0.4.2.tar.bz2 installiert der Dreisatz ./configure && make && sudo make install im Quellcodeverzeichnis ExactImage nach /usr/local/bin.

Der Ort des Duells

Econvert und Convert treten auf einem System unter Ubuntu 7.10 mit einem AMD Athlon XP 1900+ und 1,5 GByte Arbeitsspeicher gegen einander an. Die Testbildersammlung (Abbildung 1) stammt von einer Kodak-Digicam des Typs DX7630, die Ausgangsbilder weisen eine Auflösung von 2856 x 1904 Bildpunkten auf und sind zwischen 1,1 und 4,4 MByte groß. Das insgesamt 209 MByte Bildmaterial umfassende Testverzeichnis mit 96 JPEG-komprimierten Dateien liegt auf einer Festplatte, um die Messergebnisse nicht durch das langsamere Lesen von CD-ROM zu verfälschen.

Abbildung 1: Die Testdaten in bildlicher Darstellung: Diese hübschen Blumen und anderes Grünzeug gilt es zu pflücken.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Weniger ist mehr
    Das ursprünglich für die automatische Bildaufbereitung von gescannten Bildern entwickelte ExactImage lässt sich auch im Alltag an verschiedenen Stellen nutzbringend einsetzen.
  • Sicherheitslücke in ImageMagick
    Die Bildbearbeitungssoftware ImageMagick liegt nicht nur vielen Linux-Distributionen bei, sie kommt auch auf Webservern zum Einsatz. Jetzt wurde eine dramatische Sicherheitslücke entdeckt. Ein Update von ImageMagick steht jedoch noch aus.
  • Bildbearbeitung mit ImageMagick
    Wer nicht 1000 Urlaubsbilder von Hand skalieren, normieren, beschneiden oder mit Wasserzeichen versehen möchte, für den führt kein Weg an der Werkzeugsammlung ImageMagick vorbei.
  • Richtig digitalisieren
    Einfach nur Bücher einscannen war gestern. Mit dem richtigen Werkzeugkasten erstellen Sie heute E-Books inklusive Volltextsuche und Inhaltsverzeichnis weitgehend automatisch.
  • Am laufenden Band
    Kommandozeilenprogramme zur Bildbearbeitung punkten gegenüber den Tools mit grafischer Oberfläche durch einen entscheidenden Vorteil: Sie bieten vor allem beim Bearbeiten mehrerer Bilder deutlich mehr Flexibilität.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...