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Ordnung!

Datenbankprogramm Tellico 1.3 im Test

Tellico ist das Werkzeug der Wahl für Jäger und Sammler: Durch Ordnen und Katalogisieren hilft es, die Objekte der Leidenschaft im Blick zu behalten.

Optimalerweise verrichtet der Computer ohne Murren seine Dienste im Haushalt. Zu denen gehört traditionell auch das Archivieren und Verwalten der Video-DVDs oder zahllosen Briefmarken aus aller Welt. Nun gibt es Datenbankprogramme für alle möglichen vorgefertigten Einsätze zuhauf: für das heimische Bücherregal die Literaturverwaltung, für die Küche die Rezeptdatenbank – doch nie für die geliebte Modelleisenbahnhängersammlung oder die seltenen Schmetterlingsexponate. Auch möchte der sammelnde Computerfreund weder zu jedem Thema ein neues Programm studieren, noch mag er sich in die Komplexität echter Datenbankprogramme einarbeiten – was für seine bescheidenen, aber wichtigen Datensätze auch überdimensioniert wäre.

An dieser Stelle setzt die datenbankähnliche Verwaltungssoftware Tellico [1] an. Unseren Lesern kommt das Programm eventuell bekannt vor, denn wir berichteten bereits 2003 über die Vorgängerversion Bookcase und 2006 über die damalige Programmversion. Anfang 2008 ist nun die aktuelle Version 1.3 erschienen: Grund genug, die Fortschritte der sammelwütigen Software erneut zu begutachten.

Installation

Als Musterbeispiel einer erfreulich problemlosen Installation wartet Tellico nicht nur mit dem obligatorischen, aber gut gepflegten Quellcode auf, die Entwickler bieten zusätzlich fertige Binärpakete für alle wichtigen Distributionen. Mandriva, Debian und Gentoo haben das Programm bereits in die Repositories eingepflegt. Unter OpenSuse bemühen Sie den KDE-Backports-Ordner [2], um an ein Paket für die aktuellen Chamäleon-Derivate zu gelangen.

Tellico nutzt als reine KDE-Applikation Qt ab Version 3.3 und KDE 3.3.1 oder höher. Die benötigten Pakete libxml2, libxslt, sowie taglib, libkcddb, libkcal, yaz2 oder yaz3 (OpenSuse: libyaz) und python sind für gewöhnlich bereits auf dem Computer installiert. Falls nicht, fordert das Tellico-Paket sie an, sofern die Distribution das unterstützt. Selbstverständlich übersetzen Sie über ./configure && make && sudo make install die Quellen auch selbst. Achten Sie dabei auf die nötigen Devel-Pakete der genannten Abhängigkeiten.

Gut eingerichtet

Ein erster Start der Software präsentiert Ihnen ein klassisches dreigeteiltes Fenster (Abbildung 1). Die geladene Datenbankvorlage Meine Bücher erlaubt den sofortigen Start. Klicken Sie entweder auf das Buch-Icon, um über eine Eingabemaske selbst ein neues Werk der Datenbank hinzuzufügen, oder nutzen Sie die neu implementierte Internetabfrage. Die Suche über ISBN.com funktionierte zwar bei keinem der Bücher im Test, dafür war jedoch der Suchmodus mit Amazon.com sehr hilfreich. Tellico beherrscht aber das neue ISBN-Format noch nicht, bei dem allen Einträge Nummer mit 978 beginnen. Das System vermeidet ein X in der Prüfsumme. Geben Sie ISBN-Nummer daher nach der alten Schreibweise ein.

Abbildung 1: Tellico begrüßt Sie mit einem übersichtlichen Fenster, welches sofort zum Eingeben der persönlichen Bücher einlädt.

Um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit zuerst auf die Einstellungsdialoge, die Sie unter Einstellungen | Tellico einrichten finden. Im Abschnitt Datenquellen markieren Sie den Eintrag Amazon (USA) und klicken auf Ändern. Im darauf erscheinenden Dialog wählen Sie bei Land:Deutschland aus und entfernen der richtigkeithalber in Name der Quelle noch das (USA).

Kehren Sie nun zur Internetsuche zurück und wählen die Suchweise aus. Die Vorlage Meine Bücher erlaubt das Stöbern über ISBN-Nummern, Titeln, Autoren (hier als Person übersetzt) oder über Schlüsselbegriffe. Wählen Sie ISBN, setzt Tellico übrigens die Bindestriche selbstständig zwischen die Zahlen.

Suchergebnisse schicken Sie mit einem Mausklick (Eintrag hinzufügen) in Ihre Datenbank oder rufen diese direkt über einen Link auf Amazon.de auf (Abbildung 2). Informationen, wie Seitenzahl, Herausgeber, Verlag oder Einband, übernimmt die Software dabei genauso selbstverständlich wie eventuell bei Amazon hinterlegte Kommentare oder Bucheinführungen inklusive Coverbild. Einfacher und kompletter richten Sie keine Datenbank ein. Online-Datenbanken zum Befüllen der DVD- oder Schallplattensammlungen stehen in Form der Internationalen Filmdatenbank (IMDB) respektive von Yahoo Music ebenfalls bereit.

Abbildung 2: Die neue Internetsuche erleichtert das sonst sehr mühselige Befüllen der eigenen Datensätze.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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