Aufmacher

Lineares Umwandeln

Vektografiken konvertieren und weiterverarbeiten

01.05.2008
Die unter Windows und Mac OS verbreiteten Zeichnungsformate von Adobe Illustrator, Corel Draw und Co. bereiten unter Linux Probleme. Wir zeigen, wie Sie die Formate weiter bearbeiten.

Beim Austausch von Grafiken zwischen Linux und Windows respektive Mac treten häufig Probleme auf: Bei einer mit Adobe Illustrator oder Corel Draw erstellten Datei gelingt schon das Öffnen unter Linux kaum – von der Weiterverarbeitung ganz zu schweigen. Es gilt also, die Daten in ein Format zu wandeln, auf das sich die Grafikprogramme unter Linux verstehen.

Inkscape [1], OpenOffice Draw [2] und das schon etwas betagte Skencil [3] unterstützen jeweils eine unterschiedliche Zahl von Formaten. Das recht neue Kommandozeilentool Uniconvertor [4], das im Zusammenhang mit dem Grafikprogramm SK1 [5] entstand, hilft beim Umwandeln von Grafiken in kompatible Formate.

Allzweck-Werkzeug

Für alle geplagten Grafiker, die unter Linux arbeiten oder dorthin umsteigen wollen, stellt Uniconvertor ein wichtiges Werkzeug dar. Es entstand, als die Entwickler von SK1 vor dem Problem standen, nach ihrem Umstieg auf Linux bereits vorhandene Grafiken weiterzubearbeiten. Das Kommandozeilenprogramm liest und schreibt eine ganze Reihe von Grafikformaten: Die Tabelle "Unterstützte Formate" listet auf, mit welchen die Software klarkommt.

Neben den bereits implementierten Formaten arbeiten die Entwickler von Uniconvertor zur Zeit am Support von Freehand- und Micrografx-Draw-Grafiken, sodass es in absehbarer Zeit alle wichtigen Vektorzeichenformate unterstützt. Als Testdateien kamen unterschiedlich komplexe Illustrationen aus den Programmen Corel Draw, Adobe Illustrator und Corel Designer zum Einsatz.

Unterstützte Formate

Format Import Export
Corel Draw (CDR) +
Adobe Illustrator (AI) (bis Version 9) + +
Postscript (PS) +
Encapsulated Postscript (EPS) +
Computer Graphics Metafile (CGM) +
Windows Metafile (WMF) + +
Xfig +
Scalable Vector Graphics (SVG) + +
Skencil/Sketch/SK1 (SK and SK1) + +
Acorn Draw (AFF) +

Uniconvertor steht für Ubuntu, Fedora, Debian und OpenSuse auf der Homepage des Projekts fix und fertig gepackt bereit, sodass Sie die Installation schnell erledigt haben. Für Benutzer in heterogenen Umgebungen steht eine Windows-Variante zum Download bereit. Zu Redaktionsschluss war Uniconvertor 1.1.2 aktuell. Falls Sie Uniconvertor aus dem Quelltext installieren möchten, benötigen Sie neben dem Archiv von der Homepage noch eine aktuelle Python-Installation [6] sowie die Python Image Library [7].

Uniconvertor benutzen Sie auf der Kommandozeile mit der simplen Syntax uniconv EingabedateiAusgabedatei, wobei das Programm das Format der Grafik an der Dateiendung erkennt. Das macht es notwendig, für Dateien, die von einem Macintosh-System kommen, zunächst eine passende Dateiendung zu vergeben. Im Test ergab das Umwandeln dann durchaus brauchbare Ergebnisse, die sich bis auf wenige Einschränkungen problemlos weiterbearbeiten ließen.

Corel Draw

Zu den unproblematischeren Kandidaten gehören Corel-Draw-Daten. Probleme treten lediglich dann auf, wenn Schriften auf dem Zielsystem fehlen. Zum Teil bereiten auch mehrseitige Dokumente Probleme: Dann liegen die einzelnen Seiten in einem Stapel übereinander, lassen sich aber wieder auseinanderziehen.

Zeichnungsebenen setzt Uniconvertor je nach Ausgabeformat korrekt um, auch Gruppierungen von Objekten beachtet das Programm. Selbst Strichstärken und Layer erkennt das Tool, so dass das Aussehen der Zeichnungen weitgehend erhalten bleibt. Einige Probleme verursachen jedoch Haarlinien, die im Zieldokument nicht korrekt erschienen (Abbildung 1). Schwierigkeiten gibt es auch noch beim Papierformat – teilweise erscheinen Zeichnungen statt im Hoch- plötzlich im Querformat. Zur Zeit beherrscht Uniconvertor Corel Draw nur als Eingabeformat.

Abbildung 1: Uniconvertor und SK1 unterschlagen Haarlinien aus Corel-Draw-Dateien. Das Bild sollte einen Güterwagen zeigen.

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