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Im Dutzend schneller

Audiodateien via Konsole rippen und konvertieren

MP3 zu OGG und zurück

Um MP3-Dateien ohne gravierenden Qualitätsverlust in das freie Format Ogg-Vorbis umzuwandeln, gilt es einen kleinen Umweg über das Wave-Format zu nehmen. Gehen Sie dabei zunächst vor, wie im vorigen Abschnitt "OGG und MP3 zu WAV" beschrieben, um das Ausgangsmaterial nach WAV zu konvertieren. Um dies Dateien nach OGG umzuwandeln, nutzen Sie den Befehl oggenc -b 224 *.wav. Durch die Option -b 224 legen Sie die konstante Bitrate von 224 kbit/s fest.

Da die meisten portablen Musikspieler und Autoradios mit Ogg-Vorbis nicht zurecht kommen, spielt das Konvertieren von OGG nach MP3 in der Praxis allerdings eine weit größere Rolle. Der Prozess des Umwandelns funktioniert prinzipiell genauso wie von MP3 nach OGG: Zunächst konvertieren Sie die OGG-Dateien in das WAV-Format, um anschließend mit Lame [8] eine MP3-Datei daraus zu machen. Da bestehende Patente auf MP3 das Verteilen auf Distributionen verbietet, gilt es zunächst, die notwendigen Encoder im Netz unter [9] oder [10] zu suchen. Nach der Installation wandeln Sie die Wave-Dateien mit dem Befehl

$ lame -b 224 -h Datei
.wav Datei
.mp3

ins MP3-Format um. Der Parameter -b 224 sorgt auch hier für eine konstante Bitrate von 224 Kbit/s. Anders als Oggenc kann Lame nicht mehrere Dateinamen gleichzeitig als Argument aufnehmen, weswegen Sie wieder die for-Schleife benötigen:

$ for i in *; do lame -b 224 -h "$i" $(basename "$i" .wav).mp3; done

wandelt alle WAV-Dateien innerhalb eines Verzeichnisses in das MP3-Format um.

ID3-Tagging

ID3-Tags enthalten unter anderem den Titel, den Interpreten und das Album, von dem der Song stammt. Wenn Sie eine CD mit Abcde importieren, kümmert sich das Programm selbst um das richtige Taggen. Beim Konvertieren in andere Formate gehen diese Informationen allerdings verloren, denn das bei allen Methoden als Zwischenstation verwendete Wave-Format unterstützt solche Metadaten nicht. Deswegen gilt es, danach die Tags manuell zu reparieren.

Zum Modifizieren von ID3-Tags verwenden Sie auf der Kommandozeile das Tool id3v2, das allen gängigen Distributionen als gleichnamiges Paket beiliegt. Im Wesentlichen verwendet das Programm als Argumente die einzelnen ID3v2-Felder, etwa --artist, --album oder --song. Diese setzen die entsprechenden Tags – also Interpret, Album oder Titelname – in den ID3-Tags des jeweiligen Stückes. Auch hier helfen Ihnen die for-Schleifen, um in einem Ordner mehrere Dateien im OGG- oder MP3-Format gleichzeitig zu taggen:

$ for i in *.ogg; do id3v2 --artist "Bruce Springsteen" $i; done

setzt für alle Dateien mit der Endung .ogg den Wert von "Interpret" auf "Bruce Springsteen". Identisch verfahren Sie mit der Option --album.

Kniffliger wird es beim Setzen der einzelnen Songnamen. Wandeln Sie MP3- oder Ogg-Vorbis-Dateien in das jeweils andere Format um, besitzen diese in der Regel eindeutige Namen. Um diese in die Song-Einträge der ID3-Tags zu setzen, verarbeiten Sie die Dateinamen ebenfalls mit einer Schleife. Der Befehl

$ for i in *.ogg; do id3v2 --song "$(basename "$i" .ogg)"; done

erledigt diese etwas komplexere Konvertierungsaufgabe für Sie in einem Rutsch.

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LinuxUser 06/2012

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