Grenzenlos und barrierefrei
Gnome 2.22 im Überblick
Mehr Kontrolle
Die bereits in Gnome 2.20 begonnene Vereinfachung des Kontrollzentrums führten die Entwickler in der aktuellen Version fort. Mit der vor einem halben Jahr gestarteten Aufräumaktion möchten die Entwickler das teilweise recht unübersichtliche Kontrollzentrum für den Benutzer überschaubarer und logischer aufbauen. So finden sich Tastaturbelegungen und Einstellungen zur Barrierefreiheit nun in einem Dialog (Abbildung 7). Einen Kritikpunkt gibt es jedoch: Weiterhin verbleiben die Tastenkombinationen in einem eigenen Dialogfenster.
Bekanntermaßen hat Gnome im Bereich Barrierefreiheit bislang sehr viel getan. Sun hat dazu maßgeblich beigetragen, dass Gnome als Desktop auch körperlich beeinträchtigten Menschen offen steht. Bereits seit Gnome 2.20 gehört die Bildschirmleser-Technologie Orca zum Standardumfang. In Zusammenarbeit mit der Mozilla-Foundation steckten und stecken die Entwickler viel Arbeit in den kommenden Firefox 3, der sich nun leichter bedienen lässt als zuvor.
Gnome führt aber auch einen neuen Konfigurationsdialog Barrierefreie Maus ein und baut damit die Accessibility kontinuierlich aus. Mit dem Konfigurationswerkzeug haben körperlich beeinträchtigte Menschen die Möglichkeit, den Mauszeiger in bestimmten Bildschirmbereichen einzufangen, Kontextmenüs mit nur einer Maustaste – durch längeres Drücken der linken Taste – zu öffnen oder durch Mausgesten bestimmte Klickvarianten wie den Doppelklick zu simulieren.
Policykit
In einige Anwendungen hat auch das plattformübergreifende Sicherheitssystem Policykit Einzug gehalten. Durch eine einheitliche Benutzerauthentifikation möchten die Entwickler dem derzeitigen Chaos bei der Rechtevergabe Einhalt gebieten. Das neue System erlaubt es dem Administrator, Benutzern Rechte zum Aktualisieren des Systems oder zum Administrieren des Netzwerks zu geben. Über das passende Programm (Abbildung 8) nehmen Sie die gewünschten Einstellungen für die Benutzer vor.
Die Gnome-System-Tools setzen als eines der ersten Programme auf Policykit auf (Abbildung 9). In der neuen Version überwachen sie die Konfigurationsdateien und zeigen Änderungen, die der Administrator an Dateien vornimmt, sofort an. DSL-Nutzer profitieren von der Tatsache, dass das Netzwerkadministrationswerkzeug sich nun auf PPPoE versteht. Es hilft außerdem beim Aufbau von Breitbandverbindungen über GPRS.



