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Grenzenlos und barrierefrei

Gnome 2.22 im Überblick

Evolution

Bei der Groupware Evolution konzentrierten sich die Entwickler vor allem auf das Reduzieren des Speicherverbrauchs. Im Vergleich zu früheren Versionen benötigt das neue Release wesentlich weniger kostbaren Arbeitsspeicher. Außerdem verbessert es die Filtermechanismen für Spam, die nun schneller arbeiten und präzisere Ergebnisse liefern.

Für viel Unmut sorgten in der Vergangenheit die teilweise wenig aussagekräftigen Fehlerdialoge: Ab sofort zeigt Evolution Fehler in der Statuszeile an, was dem Wildwuchs an Dialogen Einhalt gebietet. Der Support für Google Calendar (Abbildung 6) und eigene Label für E-Mail-Nachrichten kommen als eine nette Zugabe obendrein. Professionelle Benutzer profitieren von der besseren Exchange-Anbindung, die die Entwickler in den nächsten Monaten weiter ausbauen wollen.

Abbildung 6

Abbildung 6: Mit der neuen Version von Evolution gleichen Sie Ihren lokalen Kalender mit Google Calendar ab.

In ferne Welten schweifen

Neben Cheese hat ein weiteres neues Programm in den Desktop Einzug gehalten: Vinagre verbindet Sie mit entfernten Desktops. Das auf dem VNC-Protokoll aufbauende Programm spürt zudem Rechner im lokalen Netzwerk selbstständig auf – Avahi sei Dank. Das Speichern von Sitzungen – bekannt von den Lesezeichen in Webbrowsern – funktioniert ebenso problemlos wie das Erstellen von Bildschirmfotos oder das Verbinden zu mehreren Rechnern. Passwörter brauchen Sie dabei nicht jedes Mal neu einzugeben – Vinagre speichert sie im Gnome-Schlüsselbund.

Detailverbesserungen und Neuerungen

Mit Gnome 2.22 bereinigen die Entwickler nicht nur etliche Fehler, sondern führen auch in zahlreichen Anwendungen neue, nützliche Features ein:

  • Der Notizzettelmanager Tomboy unterstützt nun so genannte Notizbücher: Damit fassen Sie mehrere Notizen übersichtlich zusammen – ein guter Ersatz für den verworfenen Tagging-Support. Das Programm bringt nun auch Vorlagen mit.
  • Sound Juicer versteht sich in der neuen Version mit Metadaten einer CD, wie etwa Disk-Nummer und Erscheinungsjahr. Außerdem beherrscht die Software das Duplizieren von CDs.
  • Das Deskbar-Applet erhält das Knopf-Interface zurück, das die Entwickler in Version 2.20 über Bord warfen. Das intelligente Applet weiß neuerdings auch mit Evolution-Kontakten beziehungsweise Tomboy-Vorlagen umzugehen.
  • Der Dokumentenbetrachter Evince startet und arbeitet spürbar schneller bei gleichzeitig geringerem Speicherverbrauch. Im Präsentationsmodus bietet das Programm Seitenübergangseffekte.
  • Der Gnome-Keyring-Manager musste Seahorse weichen. Da dieses bei allen Funktionen des alten Schlüsselbundprogramms aufgeholt hat, gibt es keine Notwendigkeit mehr, beide Programme parallel auszuliefern.
  • Gnome enthält einen freien Flash-Player: Swfdec ist mittlerweile ausgereift genug, um Youtube-Videos sowie Flash-basierte Seiten und Anwendungen zu verarbeiten. Die Software erzeugt zudem Vorschaubilder von Flash-Dateien.
  • Der Texteditor Gedit verwendet jetzt den Gtk+-Druckdialog.
  • Der Archivmanager Fileroller unterstützt den Archivtyp LZMA.
  • Der Webbrowser Epiphany unterstützt nun die HTML-Rendering-Bibliothek Webkit alternativ zur bisherigen Gecko-Engine des Mozilla-Projekts. Zudem benachrichtigt Sie der Webbrowser beim Herunterladen von Dateien.
  • Beim Brennen einer CD/DVD kam es in der Vergangenheit vor, dass sich der Computer in den Bereitschaftsmodus oder Ruhezustand versetzte. Die Entwickler gewöhnten dem Gnome-Power-Manager dieses Verhalten ab.
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