Home / LinuxUser / 2008 / 05 / Grenzenlos und barrierefrei

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(243 Punkte bei 15 Stimmen)
Re: War doch klar...
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Grenzenlos und barrierefrei

Gnome 2.22 im Überblick

01.05.2008 Netzwerktransparenter Dateisystemzugriff, bessere Benutzbarkeit, neue Programme: Unser Überblick zeigt, was das brandneue Gnome 2.22 mitbringt.

Bekannte IT-Größen, allen voran Nokia, Red Hat, Novell oder Sun, setzen entweder Teile der modularen Architektur von Gnome [1] in ihren Produkten ein oder integrieren die Oberfläche vollständig in ihre Produkte. Als Anwender haben Sie beispielsweise den Vorteil, dass die Programme auf mobilen Geräten, wie dem Nokia N800, und auf dem Arbeitsrechner reibungslos miteinander kommunizieren.

Diverse Freedesktop-Standards [2] gewährleisten die Interoperabilität selbst mit Software, die nicht aus der Gtk+- oder Gnome-Welt stammt. D-Bus[3] und HAL[4] zählen zu den Beispielen für die mittlerweile gute Zusammenarbeit zwischen Gnome, KDE und XFCE. Auf der anderen Seite erstaunt, dass trotz der teilweise sechs Jahre alten Komponenten innerhalb des Gnome-Stacks die Entwickler immer neue Möglichkeiten finden, den Desktop mit neuen Features auszustatten.

Lokal oder entfernt

Noch einem Monat vor dem Release stritt Mitte Februar eine Gruppe von Entwicklern darüber, ob die neue GVFS-Bibliothek für virtuelle, netzwerktransparente Dateisysteme rechtzeitig fertig würde. Auf der Mailingliste [5] schlugen einige Diskussionsteilnehmer vor, GVFS nicht zu integrieren und stattdessen das alte Gnome-VFS weiter zu verwenden. Dieser Vorschlag stieß allerdings auf den erbitterten Widerstand von Alexander Larsson, der mehr als eineinhalb Jahren an der Bibliothek gearbeitete hatte.

Als mögliche Alternative kam daher auch eine Verschiebung von Gnome 2.22 ins Gespräch. Dies wiederum quittierte der Ubuntu-Hersteller Canonical mit der Anmerkung, dann müsse man wohl in Betracht ziehen, in Ubuntu 8.04 – dem anstehenden LTS-Release mit 3 Jahren Desktop-Support – statt Gnome 2.22 noch einmal die ältere Gnome-Version vom Herbst 2007 auszuliefern.

Die Wogen glätteten sich allerdings sehr schnell wieder, da glücklicherweise Benjamin Otte, ein Entwickler hinter der freien Flash-Implementation Swfdec, für das fehlende GVFS-FTP-Backend in die Bresche sprang. Letzteres wurde nach einem zweiwöchigen Coding-Marathon [6] noch rechtzeitig zur Release fertig. Trotzdem fehlen in der aktuellen Version noch das Themen- und das Schriften-Backend. Die FTP- und HTTP(S)/WebDAV-Implementationen eignen sich zwar bereits für den Alltagsbetrieb – völlig ausgereift sind allerdings beide noch nicht.

GVFS besteht im wesentlichen aus zwei Komponenten: Zum einen stellt GIO als Bestandteil der Glib eine API für GFVS bereit. Zum anderen arbeitet GVFS mit den konkreten Protokollen, wie (S)FTP, ObexFTP, HTTP(S)/WebDAV (Abbildung 1), SMB und SSH. Statt wie früher reine Posix-I/O-Aufrufe zu bedienen – was bei Gnome-VFS viele Probleme verursachte – präsentiert sich GVFS als sehr moderne Schnittstelle.

Abbildung 1: Das neue Gespann GIO/GVFS ermöglicht einen noch reibungsloserer Zugriff auf WebDAV-Server.

GVFS bringt nicht nur Methoden zum Lesen und Schreiben mit, sondern auch solche zum Überwachen und zur asynchronen Ein-/Ausgabe. Zwar gab es schon seit längerem einen Hintergrunddienst, der eingehängte externe Speicher überwachte. In der neuen Version kümmert sich nun aber ein eigener Dienst um jeden Speicherort, sodass Abstürze einer Ressource nicht mehr andere Dienste mit in den Abgrund reißen – das Gesamtsystem bleibt davon unberührt.

In der Vergangenheit verursachten vor allem solche Anwendungen Probleme beim Zugriff auf entfernte Rechner, die auf anderen Toolkits als Gtk+ basieren. Der Einsatz von Fuse löst diese Probleme weitgehend: So verbinden Sie sich mit einem beliebigen Mediaplayer, der keinerlei Netzwerkfähigkeit besitzt, via SMB oder SSH auf einen anderen Computer und hören so Ihre Lieblingslieder. Neben den bekannten Protokolle implementierten die Entwickler zwei neue Pseudo-Protokolle: Über cdda:// greifen Sie auf die Audio-Titel einer CD in Form der WAV-Dateien zu. Dank gphoto2:// lesen Sie eine angeschlossene Digitalkamera aus.

Bereits zum Redaktionsschluss haben die Entwickler mehr als zwei Drittel der Gnome-Anwendungen auf GIO/GVFS portiert; für weitere zehn Programme stehen Patches bereit. Bei dem im Herbst angekündigten Gnome 2.24 möchten die Entwickler komplett umgestellt haben, was angesichts der intuitiven API realistisch erscheint.

Nutznießer Nautilus

Allen voran profitiert der Dateimanager Nautilus von der neuen Abstraktionsschicht und bringt eine Reihe neuer Features mit. Beim Kopieren mehrerer Dateien kombiniert Nautilus diese in einem Dialog. Informationen zu Übertragungsrate, Übertragungsvolumen und noch verbleibender Kopierzeit finden sich dort ebenso wie die Möglichkeit, Kopiervorgänge abzubrechen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Kopiervorgänge fasst Nautilus in einem Dialog zusammen. Informationen zu Übertragungsrate, Volumen und Restdauer bereitet der Dialog übersichtlich auf.

Eine Neuerung, die dem Anwender erst auf den zweiten Blick auffällt, versteckt sich im Reiter Datenträger des Einstellungsdialogs (Abbildung 3) von Nautilus: Der Dateimanager bietet für externe Medien, wie CDs oder DVDs, eine Auswahl von Programmen an, aus denen Sie eine Aktion konfigurieren. So startet der Dateimanager beispielsweise beim Anschließen eines iPods den Musik-Player Rhythmbox. Nautilus kümmert sich jetzt selbst um das Einhängen der Geräte; die Frage, welche Rolle der Gnome-Volume-Manager in Zukunft spielt, bleibt daher offen.

Abbildung 3: Nautilus kümmert in der neuen Version selbst um das Einhängen von externen Medien und bietet dafür eine Auswahl von Programmen an.

Der Dateimanager unterstützt aktuell auch die Trashcan-Spezifikation [7] von Freedesktop.org – mit dem Vorteil, dass sowohl Gnome als auch KDE die gelöschten Dateien finden. Neben obligatorischen Fehlerbereinigungen verbesserten die Entwickler auch den Support für die Nautilus-Erweiterungen.

TIPP

Falls Sie Interesse haben, Gnome 2.22 intensiver zu testen, können Sie sich den neuen Desktop anhand des auf der Heft-DVD befindlichen Foresight Linux 2.0 genauer ansehen. Im Lauf des Aprils erscheinen außerdem Mandriva 2008.1, Ubuntu 8.04 und Fedora 9 mit Gnome 2.22 ansehen. Auch das für Juni geplante OpenSuse 11.0 bringt den neuen Gnome-Desktop mit. Auf der Gnome-Torrent-Seite [9] kündigten die Entwickler zu Redaktionsschluss eine Gnome-Live-CD an, die bei Erscheinen dieser Ausgabe verfügbar sein sollte.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1060 Hits
Wertung: 89 Punkte (7 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 0 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...
Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
Klaus Sigerist, 05.02.2012 11:39, 3 Antworten
Hallo Gemeinde! Ich bin nur ein einfacher Nutzer und habe Probleme mit der Installation von Skyp...
8! Anfängerfrage :) Wie finde ich in Ubuntu die Datenträger (Bild, Text)
samuel leusam, 04.02.2012 15:53, 2 Antworten
Ich habe neu Ubuntu. Wenn ich die SD Karte im Laptop einstecke, erkennt er sie und gibt ihr den N...