Distributionen

15.01.2009

Frühling mit Mandriva

Der französische Distributor Mandriva (http://www.mandriva.com) hat den zweiten Release Candidate von Mandriva Linux 2008 Spring fertiggestellt. Das System basiert auf Mandriva Linux 2008 und bringt aktualisierte Software mit, ohne den Kern der Distribution groß zu verändern. Das System basiert auf Kernel 2.6.24, umfasst das aktuelle X.org 7.3 und bietet die Desktops KDE 3.5.9 und 4.0.2 Gnome 2.22 und XFCE 4.4.2 .

OpenOffice ist in Version 2.4 mit an Bord. Die Entwickler ersetzten das nicht mehr gepflegte TeTeX durch Tex Live und integrierten die freie Java-Laufzeitumgebung IcedTea. Die aktuellen proprietären Treiber von Nvidia und ATI sind ebenso mit von der Partiei wie die aktuellste Version des experimentellen freien Nouveau-Treibers für Nvidia-Grafikkarten. Zusätzlich spendierten die Entwickler der grafischen Oberfläche ein neues Theme.

Mandriva Linux Spring 2008 gehört zu den Kandidaten, die sich für den Eee-PC (http://eeepc.asus.com/de/) qualifizieren. RC2 unterstützt beinahe die komplette Hardware, für die finale Version legen die Entwickler noch einmal Hand an, damit das System den schlanken Laptop zu hundert Prozent unterstützt.

Zu den Neuerungen in Mandriva gehört das von Fedora übernommene Framework Codeina "Code Buddy", das fehlende Multimedia-Codecs automatisch nachzuladen versucht. PulseAudio ist jetzt standardmäßig aktiviert. Zum Synchronisieren von Mobilgeräten mit KDE- und Gnome-Anwendungen integrierten die Entwickler Kitchensync.

Weitere Verbesserungen betreffen das grafische Programm zur Paketverwaltung, das erweiterte Suchfunktionen spendiert bekam. Ein neues LAMP-Metapackage erlaubt die einfache Installation eines Webservers. Läuft alles nach Plan, geben die Entwickler Mandriva Linux Spring 2008 Anfang April frei.

Der zweite Release-Candidate von Mandriva Linux 2008 Spring eignet sich für die Installation auf dem Eee-PC.

Erste Beta von Debian 5.0

Das Debian-Installer-Team hat die erste Betaversion des Installationsprogramms von Debian 5.0 "Lenny" (http://www.debian.org) zum Download freigegeben. Die Beta des Installationsprogramms markiert gleichzeitig die erste Beta des kommenden Debian, das die Entwickler für September 2008 planen.

Als Basis der ersten Beta integrierten die Developer Kernel 2.6.22; bis zum Release heben Sie die Version aber wahrscheinlich auf 2.6.24 an. Das neue Setup erlaubt die Installation von Debian unter Windows. Dabei legt der Installer eine Image-Datei an, in der das System landet. Eine Installation auf Systemen mit SATA-RAID-Konfigurationen gelingt jetzt ebenfalls. Der Installer benötigt in der aktuellen Version weniger Speicher und greift auf Partitionen zu, die Sie mit LUKS verschlüsselt haben.

Bei der Netzwerkinstallation haben Sie die Auswahl zwischen Debian Stable, Testing oder Unstable – jeweils tagesaktuell. Von CD oder DVD gestartet, spielt der Installer ein System mit Stand von Anfang März 2008 auf. Die Entwickler hoffen, die verschiedenen Projekte so releasen, dass Iceweasel 3.0 und KDE 4.1 den Sprung in die Distribution schaffen.

Forsight Linux 2.0

Ken VanDine und das Entwicklerteam von Foresight Linux (http://www.forsightlinux.com) haben die Version 2.0 der Distribution fertig gestellt. Foresight Linux hat das Ziel, stets die aktuellste Version von Gnome zusammen bereit zu stellen. Zugleich streben die Entwickler ein einfach zu bedienendes System an, das auch fortgeschrittenen Anwendern alle Möglichkeiten bietet. Foresight Linux setzt als eine der wenigen Distributionen auf das Paketmanagement Conary (http://wiki.rpath.com/wiki/Conary:Overview), das von Rpath (http://www.rpath.org) übernommen hat. Conary definiert Softwarepakete durch Komponenten und Dateien, die es aus dem Internet bezieht.

Die aktuelle Version von Foresight Linux bringt Gnome 2.22 mit (siehe Artikel ab Seite 70). Die Entwickler integrierten Gnome-Do, ein Werkzeug zur schnellen Suche von Anwendungen, Lesezeichen, Dateien und Kontakten. Außerdem vereinfachten sie die Installation von proprietären Grafiktreibern. Das aktuelle Foresight Linux finden Sie zum Installieren auf der LinuxUser-Heft-DVD. Außerdem liegen verschiedene CD- und DVD-Images auf der Homepage des Projekts zum Download bereit. Über das Online-Update aktualisieren Sie eine ältere Version.

Erste Beta von Fedora 9

Die Entwickler von Fedora (http://fedoraproject.org) haben die erste Beta des kommenden Fedora 9 zum Testen bereit gestellt. Die Beta richtet sich ausdrücklich nicht nur an Entwickler, sondern auch an experimentierfreudige Nutzer, die ausdrücklich zum Einsenden von Fehlermeldungen aufgefordert sind. Fedora 9 Beta 1 basiert auf Kernel 2.6.25-rc5 und enthält die brandneuen Desktops Gnome 2.22 und KDE 4.0.2. KDE bringt das Oxygen-Theme mit, das Multimedia-Framework Photon haben die Entwickler ebenfalls aktiviert. Firefox liegt in Version 3 Beta5 bei.

Das Installationsprogramm beherrscht das Vergrößern und Verkleinern von Partitionen mit Ext2-, Ext3- und NTFS-Dateisystemen. Es unterstützt das Erstellen von und das Installieren in verschlüsselte Dateisysteme. Mit PackageKit gibt es jetzt ein distributionsübergreifendes Paketmanagment, das das Installieren und Warten von Software auf unterschiedlichen Distributionen vereinheitlicht.

Fedora 9 bringt einen sauber zusammengestellten KDE-4-Desktop mit.

Hilfe für Systemadministratoren

Die System Rescue CD (http://www.sysresccd.org) liegt in Version 1.0.0 vor. Das Live-System enthält Werkzeuge zum Einrichten des Systems, zum Verwalten der Hard- und Software sowie zum Retten von Daten. Die Entwickler erstellten das System mit Gentoo Catalyst 2.0.

Version 1.0.0 folgt auf die 0.43 und enthält eine Reihe von Verbesserungen und Aktualisierungen. Das System bringt beispielsweise zwei Kernel mit. Der Standardkernel trägt die Versionsnummer 2.6.24.2, der alternative Kernel die Nummer 2.6.22.18. Das ganze System eignet sich für Rechner mit Prozessoren ab der i486-Architektur. Zusätzlich enthält es die Kernel in einer 64-Bit-Variante, was das Ausführen von 64-Bit-Anwendungen erlaubt.

An Tools enthält SysResc unter anderem QtParted zum Anlegen und Ändern von Partitionen, Partimage zum Sichern von Partitionen, einige Editoren und den Midnight Commander zum Navigieren im Dateisystem. Sfdisk restauriert zerstörte Partitionstabellen. Mit Testdisk finden und testen Sie verlorene Partitionen, die Sie mit den Dateisystemen NTFS, Ext2 und Ext3, ReiserFS und Fat32 formatiert haben. Clam AV ermöglicht die Kontrolle eines Systems auf Viren. Das Programm lädt aktuelle Virendefinitionen aus dem Internet nach.

In der aktuellen Version unterstützt System Rescue CD eine Reihe von WLAN-Chips. Mit der neuen Version gelingt nun der Zugriff auf die Dateisysteme ReiserFS und BTRFS. NTFS-formatierte Partitionen nutzen Sie über NTFS-3g. System Rescue CD liegt als 178 MByte großes ISO-Image auf der Projekt-Homepage. Mit Hilfe eines grafischen Werkzeugs installieren Sie das System auf einem USB-Stick. Ebenfalls auf der Projektseite befindet sich eine ausführliche Dokumentation in Englisch, Französisch und Spanisch. Ein Quick Start Guide auf Englisch und Französisch erleichtert den Einstieg in die Arbeit mit dem System.

System Rescue CD enthält die wichtigsten Werkzeuge zum Einrichten des Systems und Retten von Daten.

Kurz notiert

Der Vorstand der Linux-Distribution Fedora (http://fedoraprojekt.org) hat entschieden, alle Vorkommen von prorietäre Codecs aus Fedora 9 zu entfernen. Seit Fedora 8 hilft das Programm Codeina "Code Buddy" dabei, fehlende Codecs von den Seiten der Firma Fluendo (http://www.fluendo.com) nachzuinstallieren. Die Fluendo-Codecs sind offiziell lizensiert, aber nicht frei. Der Einsatz unfreier Teile stieß auf den Widerstand zahlreicher Nutzer und Entwickler. Lediglich der quelloffene MP3-Codec bleibt im Code Buddy. Der Vorstand fällte die Entscheidung zum Entfernen der Codecs von Fluendo ohne Gegenstimme.

Die Entwickler von Ubuntu sammeln über die Website Ubuntu Brainstorm (http://brainstorm.ubuntu.com) Ideen von Benutzern zum Verbessern der Distribution. Dabei stellen die Nutzer nicht nur Ideen ein, sondern bewerten diese auch. Die Entwickler haben so die Möglichkeit zu sehen, welche Themen den Anwendern wichtig sind. Vorbild für Ubuntu Brainstorm stand die Seite Ideastorm (http://www.dellideastorm.com/) des amerikanischen Computerbauers Dell (http://www.dell.com), der dort Vorschläge zum Verbessern von Dell-Rechnern sammelt.

Während die Entwickler die letzten Arbeiten an Ubuntu 8.04 (http://www.ubuntu.com) durchführen, hat Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth bereits die Ziele für die nächste Version, Ubuntu 8.10 "Intrepid Ibex" (unerschrockener Steinbock) bekannt gegeben. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Arbeit an einem Desktop, der sich für alle Geräte von der Workstation bis zum kleinen Subnotebook eignet. Ferner beschäftigen sich die Entwickler mit dem durchgängigen Zugang zum Internet. Das heißt, Ubuntu soll möglichst alle drahtlosen Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet unterstützen.

Unter dem Namen Lime JeOS (http://en.opensuse.org/LimeJeos) startet nach Ubuntu jetzt auch OpenSuse (http://www.opensuse.org) ein Projekt für eine kleine Linux-Distribution, die als Grundlage für Software-Appliances dient, die in einer virtuellen Umgebung laufen. Lime JeOS steht für "Linux Minimal Edition Just enough Operating System". Beim Erstellen der Appliances kommt der OpenSuse Build-Service zum Einsatz.

Die LPI Academy (http://www.lpi-acadamy.de) ermöglicht das kostenlose Vorbereiten auf die Prüfungen des Linux Professional Institute (LPI) (http://www.lpi-german.de). Die Seiten der LPI Academy enthalten eine Prüfungssimulation und ein Wiki, die beide miteinander verknüpft sind. Hinter LPI Academy steht die Firma Linup Front (http://www.linupfront.de).

Die Entwickler von Debian (http://www.debian.org) weisen darauf hin, dass sie die Updates für Debian 3.1, das vor drei Jahren erschien, am 31. März 2008 ausliefern. Das heißt, dass ab sie diesem Zeitpunkt keine Sicherheitslücken mehr schließen. Die bisherigen Patches bleiben unter http://security.debian.org weiterhin online. Nutzer von Debian 3.1 bringen ihr System mit Hilfe des Paketmanagements auf den Stand von Debian 4.0.

Das Projekt LinuxBIOS hat sich in Coreboot (http://www.coreboot.org) umbenannt. Das Projekt startete vor einigen Jahren mit dem Ziel, ein BIOS zu entwickeln, das vollständig freie Software enthält. Der Grund für den neuen Name liegt darin, dass der alte bei vielen Anwendern zum Trugschluss führte, dass das System nur Linux als Betriebssystem lädt. Coreboot enthält nun kein Linux-System mehr, sondern ausschließlich den Code zum Starten eines Linux-Kernel oder eines Bootloaders. Auf der Homepage des Projekts findet sich das Programm nebst Quelltext und Dokumentation.

Mitglieder der europäischen Nutzergemeinde von Fedora (http://fedoraproject.org) haben den Verein Fedora EMEA (http://fedoraemea.org) gegründet, um Nutzern und Unterstützern von Fedora in Europa, dem Nahen Osten und Afrika eine Anlaufstelle für Information und Unterstützung zu bieten. Vorsitzender des Vorstandes ist Gerold Kassube aus Deutschland, seine Stellvertreter sind Jeroen van Meeuwen aus den Niederlanden und Fabian Affolter aus der Schweiz.

Der Diskettenrouter Fli4l (http://www.fli4l.de) ist in Version 3.2.0 erschienen. Das ausgesprochen kompakte System eignet sich zum Aufsetzen eines Routers ohne Festplatte. Es setzt auf Kernel 2.6.16.56 auf, für den Einsatz als Diskettensystem steht noch Kernel 2.4.32 bereit. Der stark modularisierte Kernel vereinfacht es, nur die wirklich notwendigen Kernel-Module zu installieren. Um Speicherplatz zu sparen, haben die Entwickler den Kernel mit LZMA komprimiert. Das Archiv mit den Dateien für /opt lässt sich ebenfalls komprimieren. Dank Iproute2 erledigt das System auch komplexe Routingvarianten. Das System unterstützt jetzt USB2-Serial-Adapter wowie WLAN-Chips von Ralink und Intel.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

WLAN-Signalqualität vom Treiber abhängig
GoaSkin , 29.10.2014 14:16, 0 Antworten
Hallo, für einen WLAN-Stick mit Ralink 2870 Chipsatz gibt es einen Treiber von Ralink sowie (m...
Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...