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Aus der Tasche gezaubert

Mini-Live-System Slax im Test

01.05.2008 Mit der Live-Distribution Slax zaubern Sie ein auf USB-Stick oder MP3-Player installiertes Linux-System aus der Tasche. Wir zeigen, was in dem Winzling steckt.

In sehr frühen Linux-Zeiten basierten einige der bekanntesten Distributionen, wie Suse oder Red Hat, auf dem Urgestein Slackware, das wiederum das Fundament der Mini-Live-Distribution Slax [1] bildet. Anders als beispielsweise Knoppix zielt Slax nicht alleine auf das Kennenlernen von freier Software oder deren externer Administration, sondern eignet sich für all jene, die ihr Linux-System gern in der Hosentasche mitführen. Einmal eingerichtet, nutzen Sie mittels USB-Stick jeden moderneren Rechner zur Arbeit, ohne dessen Festplatte zu verändern.

Zwei Wege

Slax beziehen Sie von der Heft-DVD oder aus dem Web [1] als Download. Die Entwickler bieten zwei Dateien an. Hinter dem ISO-File verbirgt sich die Version zum Bannen auf eine CD. Das Tar-Archiv benötigen Sie für eine Installation auf einen USB-Datenträger. Beide Dateien sind rund 192 MByte groß.

TIPP

Anstatt eines USB-Sticks eignet sich auch jedes andere USB-Gerät, das sich am Computer als Mass-Storage-Gerät anmeldet, als Zielmedium. So booten Sie Slax beispielsweise bequem von Digitalkameras, MP3-Playern und Mobiltelefonen.

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Live-Distributionen nicht voneinander, beide erweitern Sie aber bequem über Module. Als normales, von CD startendes Live-System erweist sich Slax schnell als ein solides, KDE-basiertes Linux mit den wichtigsten Anwendungen (Abbildung 1). Um Slax als Administrationstool für defekte Rechner zu verwenden, fehlen allerdings so wichtige Programme, wie GParted. Um jedoch einen Eindruck von Linux und der KDE-Oberfläche im Besonderen zu erlangen, reicht das Softwareangebot allemal. Die Tabelle "Slax im Überblick" gibt einen Überblick.

System

Kernel 2.6.24.3
KDE 3.5.9
X.org 7.1

Office

Koffice 1.6.3
Kontact (PIM)
KPDF

Internet

KMail
Konqueror
Kopete

Multimedia

KPlayer (Video)
Juk (Audio)
K3b (Brennen)

Abbildung 1: Das Softwareangebot beschränkt sich anfangs auf die eingängigen KDE-Anwendungen.

Die USB-Version entspricht zwar im Prinzip dem ISO-Image von der CD, bietet aber dank des wiederbeschreibbaren Mediums das Speichern von vorgenommenen Änderungen am System an. Wem das alles trotzdem zu wenig ist, der erweitert seine Slax-Distribution um Module, welche einzelne Programme oder ganze Programmgruppen enthalten. Allerdings lagen auf der Slax-Homepage bis Redaktionsschluss noch keine solcher Erweiterungspakete vor.

Schnellstart

Eventuell erfordert das Booten von der Heft-DVD ein Umstellen im BIOS, um zum Bootscreen zu gelangen. Der Eintrag Slax 6.0.3 - live starten startet die Live-Distribution. Booten Sie allerdings von einem USB-Stick oder einer externen Festplatte, so merkt sich Slax bei der Wahl der ersten Option die Systemänderungen im Ordner slax/changes unterhalb des Ordner, in dem das Speichermedium eingehängt ist.

Spezialisten ändern am Bootprompt mittels [Tab] Startanweisungen. Löschen Sie zum Beispiel den Parameter changes=/slax/ aus der Boot-Zeile, startet wieder ein frisches Slax. Die Parameter copy2ram liest nach dem Kernelboot erst den Inhalt des Live-Systems in den Hauptspeicher des Computers, wenn der über mehr als 300 MByte Arbeitsspeicher verfügt. Nutzen Sie lediglich die CD-Variante, dauert der Start des Systems dadurch zwar ein paar Sekunden länger, die Arbeit in Slax gestaltet sich so aber deutlich flüssiger. Von einem schnellen USB-Stick in den Arbeitsspeicher gebootet, ließen sich im Test allerdings keine Geschwindigkeitsvorteile ausmachen. Außerdem nutzt Slax mit der Option nicht die gespeicherten Daten der letzten Sitzung und nimmt auch keine weiteren Änderungen am System vor.

Nach dem Booten sitzen Sie vor einem englischsprachigen KDE-Desktop mit US-amerikanischer Tastaturbelegung. In der KDE-Kontrollleiste verschafft Ihnen ein Rechtsklick auf die Flagge zumindest ein deutsches Keyboard-Layout. Deutsche Sprachanpassungen liegen derzeit der CD-Version nicht bei.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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