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XFCE mit Applets aus der Gnome-Welt erweitern

01.05.2008 XFCE hat sich neben Gnome und KDE als dritter Windowmanager unter Linux fest etabliert. Wir zeigen, wie Sie mit Gnome-Applets seine Funktionalität spielend leicht erweitern.

Der Windowmanager XFCE hat sich nicht von Ungefähr einen festen dritten Platz als grafische Arbeitsoberfläche unter Linux erkämpft: Mit schlankem Design, hoher Funktionalität bei geringem Ressourcenverbrauch und beeindruckenden optischen Effekten auch auf weniger leistungsfähiger Hardware eignet sich XFCE bestens als zeitgemäße Oberfläche selbst für alte Rechner.

Allerdings vermisst mancher Nutzer doch die eine oder andere vom Platzhirsch Gnome her bekannte und lieb gewonnene Funktion, vor allem zur Hardwarekontrolle in den Panelleisten. Doch mit ein paar Kniffen rüsten Sie XFCE entsprechend auf und erlangen so sogar eine bessere Kontrolle über das System und mehr Möglichkeiten als beim Boliden Gnome.

Zwei Welten

Gnome wie auch XFCE basieren auf dem Gtk-Toolkit. Aufgrund der gemeinsamen Basis laufen viele für Gnome programmierte grafische Anwendungen auch unter XFCE ohne Installation zusätzlicher Software. Sowohl Gnome als auch XFCE haben zudem einen modularen Aufbau: Mit so genannten Plugins erweitern Sie leicht zum Beispiel die Panelleiste.

Der gravierende Nachteil dieser Plugins, die oft von freien Entwicklern stammen: Sie sind oft oberflächenspezifisch, für Gnome entworfene Applets funktionieren also nicht unter XFCE oder umgekehrt. Dabei gibt es bedeutend weniger Applets für XFCE als für Gnome. Insbesondere Anwender von Notebooks, die Gnome mit einer stattlichen Anzahl an Plugins zur Hardwarekontrolle verwöhnt, vermissen unter XFCE in dem Bereich einige Funktionen.

So bietet XFCE von Haus aus keine Möglichkeit zum Überwachen der in jedem halbwegs aktuellen Notebook zahlreich eingebauten Temperatursensoren. Auch das bei modernen Prozessoren automatische Anpassen der Taktfrequenz an die jeweilige Arbeitsleistung gelingt unter XFCE nicht ohne Weiteres.

Einigen nativen XFCE-Applets fehlen Funktionen, etwa dem Screenshot-Plugin zum Anfertigen von Bildschirmfotos. Demgegenüber punktet XFCE mit Applets zum Visualisieren der Systemlast, des Speicherplatzes sowie der Swap- und CPU-Nutzung. Ein kleines Plugin zur Anzeige der Festplattenperformance stellt gegenüber anderen Windowmanagern ebenfalls ein Novum dar.

Installation

Welche Plugins unter XFCE standardseitig bereit stehen, erschließt sich sehr schnell: Klicken Sie mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich des Panels und wählen Sie anschließend Neues Objekt hinzufügen aus dem Kontextmenü. Um in den Genuss der zusätzlichen Gnome-Applets zu gelangen, gilt es jedoch zunächst das Paket xfce4-xfapplet-plugin zu installieren.

Das Quelltextarchiv der Applikation laden Sie als Tarball aus dem Netz [1] herunter. Aufgrund der zahlreichen Abhängigkeiten empfiehlt es sich jedoch auch für versierte Anwender, ein bereits vorgefertigtes Binärpaket aus dem Internet zu beschaffen und dieses anschließend zu installieren. Am einfachsten haben es die Nutzer von Debian und Ubuntu sowie deren Derivaten: Bei diesen befindet sich xfce4-xfapplet-plugin bereits als DEB-Paket in den Online-Repositories, so dass Sie es bequem mit Apt-get respektive Synaptic auf die heimische Festplatte packen.

Alternativ laden Sie das Paket für die Distributionen unter [2,3] herunter. Unter [4] halten die Entwickler Pakete für Fedora bereit, und wer mit ALT-Linux, Mandriva, CentOS oder PLD-Linux arbeitet, findet das auf seine Distribution zugeschnittene Binärpaket unter [5]. Das Paket binden Sie mit dem Kommandozeilenbefehl rpm -ivh Paketname für die RPM-Fraktion oder mit dpkg --install Paketname für Debian-basierte Distributionen in das System ein.

Nach korrekter Installation der Applikation erreichen Sie über einen Rechtsklick mit der Maus in ein XFCE-Panel und die Auswahl des Menüpunktes Neues Objekt hinzufügen das Fenster Objekte zur Leiste hinzufügen, in dem sich der Eintrag XfApplet findet (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Einfaches Anklicken genügt, um XFCE für Gnome-Applets vorzubereiten.

Wählen Sie diesen Eintrag aus, so legt das Programm ein kleines Symbol im Panel an und öffnet gleichzeitig ein neues Fenster, das die verfügbaren Gnome-Applets untereinander auflistet (Abbildung 2). Sinnvollerweise sollten Sie bereits einige gewünschte Applets aus dem Gnome-Fundus installiert haben, sonst bleibt das Listenfenster hier zunächst leer.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Liste verfügbarer Gnome-Applets steht nun unter XFCE bereit.

Ein Klick auf eines der installierten Gnome-Applets befördert dies nun an der vorgegebenen Stelle in das XFCE-Panel. Danach bewerkstelligen Sie sämtliche Modifikationen am Applet wie aus dem Gnome-Windowmanager gewohnt, etwa das Verschieben der Icons (Abbildung 3). Auch die Einstellungen erreichen Sie wie üblich über einen Klick mit der rechten Maustaste.

Abbildung 3

Abbildung 3: Totale Kontrolle über das System im XFCE-Panel.

Fazit

Mit dem kleinen Plugin zum Einsatz von Gnome-Applets im XFCE-Panel gewinnt der Windowmanager deutlich mehr an Funktionalität, weil Sie nun aus dem reichen Fundus der Gnome-Applets schöpfen. Damit erweitern Sie das Panel von XFCE ohne aufwendige Installation und Konfiguration derart, dass selbst der Platzhirsch Gnome nicht mehr ohne weiteres mithält. Zudem war im Test auch bei vielen installierten Panel-Anwendungen keine negative Auswirkung auf die Systemlast zu bemerken. Die nützlichen Helferlein sollten daher auf keinem professionell konfigurierten System fehlen.

Glossar

Gtk-Toolkit

Das ursprünglich für das Bildbearbeitungsprogramm Gimp entwickelte Toolkit kommt auch bei Gnome und XFCE zum Einsatz. Es steht unter der LGPL. Toolkits helfen durch vordefinierte Bausteine beim Erstellen grafischer Oberflächen.

Infos

[1] Download und Dokumentation: http://goodies.xfce.org/projects/panel-plugins/xfce4-xfapplet-plugin

[2] Debian-Pakete: http://packages.debian.org

[3] Ubuntu-Pakete: http://packages.ubuntu.com

[4] Download unter http://www.rpmfind.net

[5] Pakete für RPM-basierte Systeme: http://rpm.pbone.net

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