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Windows-Games unter Linux spielen

01.04.2008
Einige der besten Games laufen nicht unter Linux, da sie auf DirectX setzen. Mit StreamMyGame zocken Sie solche Spiele auch mit dem freien Betriebssystem.

Zunächst eine Klarstellung: Falls Sie gerade die Hoffnung hegen, Sie könnten Windows endgültig von der Festplatte verbannen, weil alle Windows-Spiele nun auch unter Linux laufen – dem ist leider nicht so. Bei StreamMyGame [1] von der Firma Tenomichi handelt es sich um eine kostenlose Client/Server-Konstruktion, die im lokalen Netzwerk arbeitet und als Server eine Windows-Installation voraussetzt. Lediglich die Clients dürfen auch mit Linux laufen.

Das Prinzip: Sie installieren ein Spiel unter Windows (im Test "Grand Theft Auto: Vice City" und "Grand Theft Auto: San Andreas"). Dann starten Sie den Streamer-Server. Der wiederum ruft das Spiel auf und schickt dessen Audio- und Videodaten ins Netz. Diesen "Game Stream" holen die Streamer-Clients ab, zeigen ihn an und schicken die Mausbewegungen und Sitzungsdaten des Nutzers zurück an den Server. Bewegen Sie die Maus auf dem Client, sieht man die Bewegung auch auf dem Server. Der Client läuft nicht nur auf Linux- und Windows-PCs, sondern auch auf der Playstation 3 mit einem speziell angepassten Yellow Dog Linux. Eine Multicast-Option versorgt Zuschauer bei LAN-Parties mit Live-Bildern eines Spiels, zudem kann man das Spielgeschehen als Film aufzeichnen.

Ohne Internet geht es aber nicht: Zwar schieben sich die Video- und Audiodaten durchs lokale Netzwerk, aber ein Webserver generiert den Link, der Streamer-Client und Server verbindet. Die Datenströme fließen verschlüsselt – nutzen Sie Firewalls auf den Rechnern, müssen Sie einige Ports freischalten [2]. Noch in diesem Jahr soll die Software auch über das Internet funktionieren.

Wie läuft's denn so?

Im Test liefen zwar beide oben erwähnten Spiele – doch ruckelte die Grafik sehr stark. Ein Blick auf die Hardware-Anforderungen für den Server enthüllte den Grund: Während der Client ruhig älter sein darf, werkelte der zum Einsatz kommende Server nur wenig oberhalb der minimalen Anforderungen.

Die liegen laut FAQ [3] bei einer CPU mit 1,5 GHz Taktfrequenz, 1 GByte RAM und einer Grafikkarte mit DirectX-9-Unterstützung, die den AGP-Bus nutzt. Im Mittelfeld bewegen sich Rechner mit einer 2-GHz-CPU, 1 GByte RAM sowie einer DirectX-9-fähigen Grafikkarte, die auf den PCI-Express-Bus setzt. Wer sicher gehen will, dass die Sache rund läuft, schickt einen Multicore-Prozessor mit 2 GHz Taktrate oder mehr ins Rennen, der 2 GByte Arbeitsspeicher sowie eine PCI-Express-Grafikkarte mitbringt, die DirectX 9 und 10 beherrscht. Doch das ist noch nicht alles.

Als Flaschenhals im Setup gilt auch das Netzwerk: Selbst die verbreiteten 54-Mbit-WLAN-Karten verbucht der Hersteller unter "geht gerade so" und empfiehlt den neuen IEEE 802.11n-Standard. Alternativ bringt es auch das gute alte Ethernet mit 100 Mbit/s oder – noch besser – ein Gigabit-Netzwerk.

Falls Sie über kein ausuferndes Hardware-Budget verfügen, spielen Sie alternativ ein wenig mit den Grafikeinstellungen: Senken Sie etwa im Spiel selbst die Grafikanforderungen (über Details, Effekte, Auflösung). Auch der Sound lässt sich in unterschiedlicher Qualität übertragen. Im Test klang er allerdings eher wie ein Geigerzähler, der auf eine Handtasche voller Uran trifft – wohl ein Hardware-Problem.

Doppelklicken unter Windows

Um ein Spiel zu streamen, legen Sie unter Windows zunächst einen kostenlosen Account auf der Webseite [1] an und melden Sie sich dort an. Laden Sie die Windows-Server-Software herunter und installieren Sie diese per Doppelklick. Dann rufen Sie den Streamer Server über das Startmenü auf. Der will zunächst ein paar Daten von Ihnen: Geben Sie die Login-Daten für die Webseite ein und neben This computers displayed name einen Namen, unter dem der Rechner später auf der Webseite erscheint (etwa supergame). Dann denken Sie sich noch ein Streamer Server Password aus und klicken auf Login: Das versetzt den Server in Aktion (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Streamer Server läuft nur unter Windows. Nach dem Start wartet er auf seinen Einsatz, während Sie sich um den Client auf dem Linux-Rechner kümmern.

Im Windows Explorer schauen Sie noch nach dem Pfad, der zur EXE-Datei des Spiels führt. Achten Sie dabei auf die Groß- und Kleinschreibung. Dann wenden Sie sich dem Streamer-Client zu, der im Test unter Ubuntu 7.10 lief.

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