Aufmacher

Netzwerk im Gleichschritt

Zentrale Dienste im Windows-Netzwerk mit Samba

01.04.2008
Zentrales Backup, gemeinsam genutzte Dateien und Drucker – es gibt viele Argumente für einen Samba-Server im lokalen Netzwerk. Wie schnell und einfach Sie diesen aufsetzen, zeigt dieser Artikel.

Der weitaus überwiegende Teil der Desktop-PCs nutzt Microsoft Windows als Betriebssystem. In vielen Haushalten und kleinen Betrieben arbeiten die Arbeitsplatz-Computer miteinander vernetzt und teilen sich bereits ganz selbstverständlich einen gemeinsamen Internetzugang. Langsam setzt jetzt die Erkenntnis durch, dass mit dem zentralen Bereitstellen von Verzeichnissen und Druckern ebenfalls viele Vorteile verbunden sind.

Einerseits geschieht das Sichern wichtiger Daten an einer Stelle. Zum anderen benötigt nicht jeder Arbeitsplatz seinen eigenen Drucker. Darüber hinaus verwalten Sie die Zugriffsrechte zentral. Zu guter Letzt kommt noch hinzu, dass ein Server unabhängig von den Clients läuft, so dass Sie nicht immer erst einen bestimmten PC, auf dem eine bestimmte Freigabe liegt, extra einzuschalten brauchen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie einen solchen Server für Windows-Clients unter Linux installieren und konfigurieren.

Tanze Samba mit mir

Linux wäre kein Allrounder, wenn es nicht auch für Windows-Netzwerke eine Lösung parat hätte: Diese lautet Samba [1]. Bei der Suche nach einem Namen für das Projekt hat der Autor übrigens nach etwas gesucht, das die Buchstaben S, M und B enthält (Windows nutzt das SMB-Protokoll zum Übertragen von Dateien). Da klang Samba am besten.

Samba arbeitet nach außen wie ein klassischer Windows-Server. Neben der Funktion als Datei- und Druckserver übernimmt die Software auf Wunsch auch die Funktion als Domänencontroller. Der Aufwand lohnt sich aber nicht in jedem Fall. Oft reicht es aus, Samba als so genannten Stand-Alone-Server einzurichten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Serverdiensten gibt es unter Linux eigentlich keine Alternative zu Samba. Das Projekt arbeitet laufend an der Software und stellt zurzeit die Version 3 als stabile Version bereit. Aktuell laufen parallel die Arbeiten an Version 4 (siehe dazu Kasten "Samba 4").

Samba 4

Die Entwickler arbeiten zurzeit mit Hochdruck an Samba 4. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Support von Active Directory Services, die ab Windows 2000 das alte Domänenkonzept von Windows NT ablösen. Bisher unterstützt Samba in der Version 3 nur die alte Form der Domänen und funktioniert nur dort als so genannter primärer Domänencontroller, jedoch nicht als sekundärer Domänencontroller.

Das was zu NT-Zeiten durchaus zu verschmerzen. Heutzutage ist Windows NT jedoch fast nicht mehr anzutreffen. Stattdessen haben Active-Directory-Domänenstrukturen in fast allen Windows-basierenden Unternehmensstrukturen Einzug gehalten. Hier steht Samba 3 außen vor.

Für ein kleines Netz mit nur wenigen Clients reicht das alte Domänenkonzept jedoch nach wie vor aus, so dass weder im Homeoffice-Bereich noch in sehr kleinen Unternehmen signifikante Vorteile durch die neue Samba-Version 4 zu erwarten sind. Darüber hinaus ist die Veröffentlichung des Final Release (der fertigen Version) erst für 2009 geplant.

Der folgenden Workshop zeigt ein typisches Szenario in einem Home-Office mit zwei PCs (Linux und Windows), einem Linux-Server und vier Benutzern. Über den Linux-Server könnte Sie neben Samba weiteren Dienste bereitstellen. Ein Drucker ist direkt am Samba-Server angeschlossen. Der Server ermöglicht allen berechtigten Benutzern den Zugang zu diesem sowie zu allen für sie freigegebenen Verzeichnissen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Szenario für diesen Workshop zeigt eine typische Home-Office-Situation mit einem zentralen Server und zwei Clients.

Benutzer, die sich an einem der Client-Computer anmelden, erhalten nach dem Login am Samba-Server sowohl Zugriff auf das eigene Home-Verzeichnis als auch auf bestimmte weitere Verzeichnisse. Darüber hinaus steht Ihnen der am Samba-Server angeschlossene Drucker ebenfalls bereit.

Samba installieren

Jede populäre Linux-Distribution enthält heute Samba-Pakete. Nutzen Sie einfach das distributionseigene Paketmanagement (zum Beispiel YaST2 bei OpenSuse oder Yum bei Fedora), um diese zu installieren. Der Vorteil liegt darin, dass Sie alle eventuell bestehenden Abhängigkeiten von anderen Paketen auflösen. Das zeigt zum Beispiel die Installation von Samba unter Fedora 8.

Sie benötigen in jedem Fall die Pakete samba und samba-common. Letzteres installiert das Paketmanagement als Abhängigkeit automatisch mit. Darüber hinaus ziehen Sie das Paket samba-client nach, das dazu dient, dass Linux als Windows-Client zu nutzen. Das Paket benötigen Sie natürlich auch auf dem Linux-Client. Über den Befehl yum install samba samba-common samba-client lösen Sie alle benötigten Abhängigkeiten selbständig auf (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mittels Yum installieren Sie den Samba-Server mit alle Abhängigkeiten über ein Kommando.

Unter OpenSuse lauten die Paketnamen ganz ähnlich: Wählen Sie die Pakete samba und samba-client aus, löst YaST2 alle vorhandenen Abhängigkeiten automatisch auf. Bei Bedarf ziehen Sie das Paket samba-docs nach, um auf die Samba-Dokumentation zuzugreifen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Tanzschule
    Wer parallel Windows 7 und Linux in einem Netz einsetzt, möchte meist allen Nutzern Daten zentral zur Verfügung stellen. Mit Samba ist das kein Problem.
  • Datenaustausch zwischen Windows und Linux
    Verwenden Sie verschiedene Betriebssysteme in Ihrem Netz, schlägt Samba zum Dateiaustausch eine Brücke zwischen den Welten.
  • Printserver mit Samba
  • Filesharing mit Samba
    Der File- und Printserver Samba zählt zu den Kronjuwelen der freien Software: Er sorgt dafür, dass Linux und Windows im Netzwerk einträchtig zusammenarbeiten.
  • Mit Samba ein kleines Netz einrichten
    Wer zu Hause ein Netzwerk mit heterogenen Clients betreibt, wünscht sich zentrale Dienste zum einfachen Zugriff auf Dateien und Peripheriegeräte. Samba bietet in diesem Fall genau das Richtige, und zudem lässt sich die Lösung mit allen gängigen Distributionen aufsetzen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...