Aufmacher

Systemlast im Blick mit Bubblemon

Sturm im Wasserglas

Der Systemmonitor Bubblemon ist nichts für Puristen: Statt trockener Zahlen präsentiert er einen blubbernden Whirlpool und sprießende Pflanzen.

Bubbling Load Monitor oder kurz Bubblemon [1] nennt sich ein Monitoring-Tool für Gnome, das Prozessor, Speicher und Netzwerktraffic im Auge behält und anschaulich darstellt. Statt dröger Balken und Zahlen aber zeigt Bubblemon ein Aquarium, dessen Pegelhöhe und Wasserfarbe signalisieren, wie es um die Befüllung von Hauptspeicher und Swap-Disk steht. Steigt der Pegel an die Oberkante des Aquariums, ist der Hauptspeicher ausgereizt (Abbildung 1 (A)). Ändert sich die Farbe des Wassers von schönem Blau über Violett hin zu Blutrot, läuft auch der Swap-Speicher voll (B). Färbt sich das Aquarium rot, ist alles zu spät: Im Test war das System in diesem Fall schon derart langsam, dass zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Screenshot eine volle Kanne Kaffee nicht mehr ausreichte.

Abbildung 1: Bubblemon signalisiert Prozessor-, Speicher- und Netzwerklast auf augenfällige Weise.

Aufsteigende Luftblasen informieren darüber, ob der Prozessor gerade gefordert wird oder vor sich hindümpelt. Geht es im Aquarium zu wie in einem Whirlpool für Masochisten, arbeitet die CPU am Anschlag (C). Steigt dagegen nur ab und an eine Blase auf, langweilt sich der Prozessor (D). Bei Systemen mit mehreren Rechenkernen lässt sich eine ungleiche Verteilung der Rechenarbeit daran erkennen, dass in der Mitte mehr Blasen aufsteigen als in den Ecken des Applets.

Es grünt …

Dass sich noch viel mehr Informationen verspielt in ein kleines Fenster packen lassen, demonstrieren die Entwickler, in dem Sie fadenförmige Wasserpflanzen sprießen lassen, sobald Daten über die Netzwerkschnittstelle wandern (E). Je dichter sich der Boden mit Pflanzen bedeckt und je höher sie wachsen, desto mehr Nullen und Einsen flitzen durch das Netzwerkinterface. Fällt dann auch noch eine Flaschenpost ins Wasser (F), wissen Sie, dass eine neue E-Mail auf Sie wartet.

Finden sich im Mail-Verzeichnis nur bereits gelesene Nachrichten, sinkt die Flasche auf den Boden (D). Kommt eine neue E-Mail hinzu, treibt sie wieder an der Oberfläche (G). Spätestens hier zeigt sich, dass das Aquarium eine kleine Welt für sich ist: Bubblemon berücksichtigt nur Nachrichten, die im Spool-Verzeichnis des Anwenders eintreffen; auf einem fernen Account liegende Post bleibt unberücksichtigt.

Projekt Bubblemon

Bubblemon gibt es als Projekt schon seit mehreren Jahren, die Version 2.0.0 war Ende 2002 fertig. Seitdem haben die beiden Entwickler Juan Salaverria und Johan Walles in mehr oder weniger großen Zeitabständen kleine Verbesserungen und Übersetzungen einfließen lassen sowie Fehler korrigiert. Der Bubbling Load Monitor findet sich in fast allen größeren Distributionen im Repository und lässt sich damit ohne großen Aufwand installieren. Wer die aktuellste Version auf dem Rechner haben möchte, lädt den Quelltext [2] herunter und greift selbst zum Compiler.

Fazit

Bubblemon ist eine nette Spielerei, die allerdings nur in breiten Taskleisten voll zur Geltung kommt. In schmalen Leisten lässt sich gerade noch ablesen, viel voll RAM und Swapspace sind – vielleicht noch, ob der PC gerade Daten über das Netzwerk austauscht. Prozessorleistung und im Spool befindliche E-Mails lassen sich aufgrund der geringen Anzeigegröße des Monitoring-Tools in schmalen Leisten nur noch schwer erkennen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • deskTOPia: bubblemon und wmfishtime
    Einen schicken Blickfang für den Desktop mag fast jeder – wäre da nur nicht das schlechte Gewissen ob der Nutzlosigkeit solcher Spielereien. Bubblemon und Wmfishtime bieten neben der bunten Erscheinung handfeste Informationen.
  • deskTOPia: Windowmanager Fluxbox
    Schnelligkeit liegt in der Familie: Fluxbox hat die besten Eigenschaften seines Vorfahren Blackbox geerbt und bringt zusätzlich viele weitere Features für den Desktop mit.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...