Aufmacher

Sturm im Wasserglas

Systemlast im Blick mit Bubblemon

01.04.2008
Der Systemmonitor Bubblemon ist nichts für Puristen: Statt trockener Zahlen präsentiert er einen blubbernden Whirlpool und sprießende Pflanzen.

Bubbling Load Monitor oder kurz Bubblemon [1] nennt sich ein Monitoring-Tool für Gnome, das Prozessor, Speicher und Netzwerktraffic im Auge behält und anschaulich darstellt. Statt dröger Balken und Zahlen aber zeigt Bubblemon ein Aquarium, dessen Pegelhöhe und Wasserfarbe signalisieren, wie es um die Befüllung von Hauptspeicher und Swap-Disk steht. Steigt der Pegel an die Oberkante des Aquariums, ist der Hauptspeicher ausgereizt (Abbildung 1 (A)). Ändert sich die Farbe des Wassers von schönem Blau über Violett hin zu Blutrot, läuft auch der Swap-Speicher voll (B). Färbt sich das Aquarium rot, ist alles zu spät: Im Test war das System in diesem Fall schon derart langsam, dass zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Screenshot eine volle Kanne Kaffee nicht mehr ausreichte.

Abbildung 1: Bubblemon signalisiert Prozessor-, Speicher- und Netzwerklast auf augenfällige Weise.

Aufsteigende Luftblasen informieren darüber, ob der Prozessor gerade gefordert wird oder vor sich hindümpelt. Geht es im Aquarium zu wie in einem Whirlpool für Masochisten, arbeitet die CPU am Anschlag (C). Steigt dagegen nur ab und an eine Blase auf, langweilt sich der Prozessor (D). Bei Systemen mit mehreren Rechenkernen lässt sich eine ungleiche Verteilung der Rechenarbeit daran erkennen, dass in der Mitte mehr Blasen aufsteigen als in den Ecken des Applets.

Es grünt …

Dass sich noch viel mehr Informationen verspielt in ein kleines Fenster packen lassen, demonstrieren die Entwickler, in dem Sie fadenförmige Wasserpflanzen sprießen lassen, sobald Daten über die Netzwerkschnittstelle wandern (E). Je dichter sich der Boden mit Pflanzen bedeckt und je höher sie wachsen, desto mehr Nullen und Einsen flitzen durch das Netzwerkinterface. Fällt dann auch noch eine Flaschenpost ins Wasser (F), wissen Sie, dass eine neue E-Mail auf Sie wartet.

Finden sich im Mail-Verzeichnis nur bereits gelesene Nachrichten, sinkt die Flasche auf den Boden (D). Kommt eine neue E-Mail hinzu, treibt sie wieder an der Oberfläche (G). Spätestens hier zeigt sich, dass das Aquarium eine kleine Welt für sich ist: Bubblemon berücksichtigt nur Nachrichten, die im Spool-Verzeichnis des Anwenders eintreffen; auf einem fernen Account liegende Post bleibt unberücksichtigt.

Projekt Bubblemon

Bubblemon gibt es als Projekt schon seit mehreren Jahren, die Version 2.0.0 war Ende 2002 fertig. Seitdem haben die beiden Entwickler Juan Salaverria und Johan Walles in mehr oder weniger großen Zeitabständen kleine Verbesserungen und Übersetzungen einfließen lassen sowie Fehler korrigiert. Der Bubbling Load Monitor findet sich in fast allen größeren Distributionen im Repository und lässt sich damit ohne großen Aufwand installieren. Wer die aktuellste Version auf dem Rechner haben möchte, lädt den Quelltext [2] herunter und greift selbst zum Compiler.

Fazit

Bubblemon ist eine nette Spielerei, die allerdings nur in breiten Taskleisten voll zur Geltung kommt. In schmalen Leisten lässt sich gerade noch ablesen, viel voll RAM und Swapspace sind – vielleicht noch, ob der PC gerade Daten über das Netzwerk austauscht. Prozessorleistung und im Spool befindliche E-Mails lassen sich aufgrund der geringen Anzeigegröße des Monitoring-Tools in schmalen Leisten nur noch schwer erkennen.

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